„Die Gewerkschaften behaupten immer wieder, dass die Löhne in diesem Jahr nur um 0,4 Prozent steigen können. Das ist jedoch absoluter Unsinn“, sagt Danny Van Assche, stellvertretender Direktor von Unizo. „Es geht um das Lohngesetz, das die Erhöhung der Löhne in Abhängigkeit vom Index regelt. Die Wahrheit ist, dass die Löhne in unserem Land automatisch und viel schneller steigen als in den Nachbarländern“, fügt Van Assche hinzu. „Laut der Belgischen Nationalbank werden die Löhne in den Jahren 2022-2024 um mindestens 13 Prozent steigen. Vielleicht wird dieser Prozentsatz sogar noch weiter steigen.“
Für 2022 und 2023 prognostiziert die Europäische Kommission für Belgien einen viel stärkeren Anstieg der realen Lohnkosten im Vergleich zu den Nachbarländern.
Die Umfrage zeigt, dass 96 Prozent der Unternehmen, die Personal beschäftigen, sich auf steigende Lohnkosten vorbereiten, indem sie zum Beispiel Investitionsprojekte aufschieben oder streichen (35 %) oder bei anderen Kosten sparen (52 %). Drei Viertel wollen die Preise an die Kunden weitergeben, aber bislang ist weniger als die Hälfte der Unternehmen (47 %) aktiv geworden. Das bedeutet, dass die Gewinnspannen und die Rentabilität unter Druck geraten, was langfristig nicht tragbar ist.
Der Unternehmerverband fordert eine Anpassung der automatischen Lohnindexierung. Alternativ schlagen sie einen sozial angepassten Indexsprung oder eine Nettoindexierung bei gleichzeitiger Senkung der Arbeitgeberbeiträge vor. Eine weitere Option sei eine befristete Regelung, die es Unternehmen ermöglichen würde, sich bei Bedarf aus der automatischen Indexierung zurückzuziehen. (belga/sue)

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