Tourist-Info und RSM weihen neue Bleibe offiziell ein

Von Elli Brandt

„Endlich im 21. Jahrhundert angekommen“, hieß es in den Reden. Endlich könne man professionell arbeiten. „Endlich können wir Touristen zeitgemäß empfangen und beraten“, freut sich der Geschäftsführer des Rats für Marketing, Alain Brock. Und Gäste, die sich an die vorherigen Räume von Tourist-Info am Eupener Marktplatz erinnern – eng, überladen, nur über eine Treppe zu erreichen – sprachen von einem Quantensprung. Rund 280 Quadratmeter im Erdgeschoss des alten Rathauses stehen Tourist-Info und Rat für Stadtmarketing jetzt zur Verfügung. Ein Konferenzraum – „mit neuster Technik“, betont Alain Brock – wird gemeinsam mit der Stadtverwaltung genutzt. Was längst überfällig war, wurde endlich realisiert: alle Räume sind barrierefrei. Also für Rollstuhlfahrer, Besucher mit Rollator oder Kinderwagen zu erreichen. Die jüngsten Besucher werden wohl direkt die Kinderspielecke ansteuern.

„Touristen nehmen die neuen Räume sehr gut an“, weiß Tourist-Info-Mitarbeiterin Marion Decker. „An den vier großen Bildschirmen können wir ihnen das neue Wanderknotensystem gut erklären. Können individuelle Wander- und Radtouren zusammenstellen.“ Der Vorplatz am Rathaus ist ein idealer Startpunkt für Stadtführungen. „Hier können Teilnehmer mit einem Gläschen „Klostertröpfchen“ im Schatten des alten Kapuzinerklosters begrüßt werden“, so Marion Decker.

Mit „Klostertröpfchen“, Apfelsaft aus Lontzen, in der Tagesstätte Garnstock hergestellten Marmelade und anderen regionalen Produkte können sich Besucher im Empfangsraum versorgen. Ansprechend, in Glasvitrinen werden die Produkte präsentiert. So ist es nicht verwunderlich, dass die Nachfrage nach Präsentkörben aus Eupen steigt.

Neuerungen wurden während der Eröffnungsfeier vorgestellt, und es fehlte nicht ein Rückblick und vor allem ein Ausblick auf die Zukunft. Lob und Anerkennung gab es für alle, die am Umbau beteiligt waren. „Für den reibungslosen Ablauf, der bei einem solchen Projekt von einer halben Million Euro nicht selbstverständlich ist, gilt unsere uneingeschränkte Anerkennung“, so der Präsident des Rates für Marketing, Alfred Küchenberg. Tourismusschöffin Kattrin Jadin (PFF-MR) lobte die Zusammenarbeit aller Akteure bei diesem Umbauprojekt. „Wir haben uns zur Zusammenarbeit mit hiesigen Unternehmen entschlossen – und das war gut so“, sagt Alain Brock.

„Dieser Umzug erlaubte die Einstufung in die Klasse 1 für eine touristische Informationsstelle. Dabei wird auch der hiesige Tourist-Info zum ersten Markenkontaktpunkt der Deutschsprachigen Gemeinschaft“, so Alfred Küchenberg. Ein Markenkontaktpunkt für den Norden und einer für den Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird angestrebt. Doch bisher sind Eupen und Lontzen in diesem Punkt allein. „Wir vermarkten Gesamt-Ostbelgien“, erklärt Alain Brock. „Doch primär den Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft“, fügt er an. Die Gemeinden Raeren und Kelmis habe man angesprochen. Man sei nicht interessiert, habe es in Raeren und Kelmis geheißen.

Gemeinsam mit allen Anbietern, mit allen Vereinigungen zu arbeiten – das sei das A und O im Tourismus, versicherte Ministerin Isabelle Weykmans (PFF). Gemeinsam die Pluspunkte Ostbelgiens vermitteln, gemeinsam daran arbeiten, den Gästeempfang zu verbessern. „Vom Empfang des Gastes wenn er in die Stadt kommt, in die Bäckerei geht, wenn er Tourist-Info betritt.“ Es gehe darum, dafür zu sorgen, dass der Gast so lange wie möglich bleibt. „Natur, Stadt, Kulturerlebnis – all das können wir bieten“, so die Ministerin. Alle Anbieter können dazu beitragen, dass viele zu uns kommen.“

Ein Anlaufpunkt für Touristen war auch immer Eupens Unterstadt, mit ihrer Anbindung an die Natur. „Nach der verheerenden Flutkatastrophe vom 15. Juli 2021 steht die Unterstadt selbstverständlich in unserem Fokus“, so Alfred Küchenberg. „Sie ist Bestandteil unserer Sorgen und unserer Herausforderungen.“ Es gelte, neben den laufenden Reparaturen der Infrastruktur, die die Stadt konsequent durchführe, auch wieder Leben in dieses Viertel zu bringen.

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