Offener Brief an den orthodoxen Patriarchen Kirill in Moskau

Exzellenz, mit großer Bestürzung und Unverständnis habe ich Ihre öffentliche, in einer liturgischen Feier bekundete Stellungnahme zum Krieg Russlands gegen die ukrainische Bevölkerung vernommen. Dieser Krieg wurde ohne irgendwelchen Grund von Ihrem Präsidenten, Wladimir Putin, vom Zaun gebrochen. Sie befürworten also das mörderische Treiben der russischen Soldaten, die auf Antreiben Ihres Präsidenten, der von sich behauptet, ein orthodoxer Christ zu sein, wahllos Zivilisten, Männer, Frauen, Kinder ermorden, zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser, Seniorenheime und dergleichen zerbomben. Als Grund führen Sie an, die vom Westen moralisch verdorbene und heruntergekommene ukrainische Bevölkerung wieder auf einen den christlichen Werten entsprechenden Weg zu bringen. Wir sind katholische Christen und wissen um die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Ihnen und Papst Franziskus und ihre ökumenischen Bemühungen. Erkundigen Sie sich doch mal bei ihm, wie er die christliche Botschaft im Hinblick auf diesen schrecklichen Krieg sieht, ob die ukrainische Bevölkerung auf diese Art für den wahren, orthodoxen Glauben zurückgewonnen werden soll. Uns würde die Antwort unseres Papstes sehr interessieren.

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