Neuer Hasemeier-Krug im Raerener Museum

<p>Ein Krug mit österlichem Motiv aus den Händen von Maria und Robert Hasemeier-Eulenbruch hat in den letzten Wochen seinen Weg in die Sammlung des Töpfereimuseums Raeren gefunden und ist nun dort ausgestellt.</p>
Ein Krug mit österlichem Motiv aus den Händen von Maria und Robert Hasemeier-Eulenbruch hat in den letzten Wochen seinen Weg in die Sammlung des Töpfereimuseums Raeren gefunden und ist nun dort ausgestellt. | Foto: Veranstalter

Maria Eulenbruch war eine der bekanntesten deutschen Keramikerinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts und hatte sich voll und ganz der religiösen Kunst verschrieben. Sie arbeitete zusammen mit so bekannten Künstlern wie den Bildhauern Hans Schwippert und Anton Wendling oder den Architekten Rudolf Schwarz und Dominikus Böhm. Neben den skulpturalen religiösen Werken aus unglasiertem rotem oder weißem Ton von Maria Eulenbruch fertigte das Ehepaar in enger Kooperation auch Gefäßkeramik oder glasierte Halbreliefs. Dabei war Robert Hasemeier, der ursprünglich Lehrer an der Antwerpener Kunstakademie war, für das Drehen der Gefäße sowie die Glasuren und den Brand verantwortlich, während seine Gattin in ihrer typischen expressiven Art die figuralen Dekore fertigte.

Nur wenige dieser Kooperationswerke sind noch erhalten und eines der imposantesten hat nun seinen Weg in das Töpfereimuseum gefunden. Es stammt aus dem Nachlass des bekannten Eupener Rechtsanwaltes Leopold Niessen, der nach dem 2. Weltkrieg eine wichtige Rolle im Eupener Land spielte und – wie viele andere regionale Persönlichkeiten dieser Zeit – die Werke des Keramikerpaares Hasemeier-Eulenbruch wertschätzte. Die große, dickbauchige Kanne mit heller orange-brauner Glasur zeigt als aufgelegte Figurengruppe Christus mit seinen zwölf Jüngern am Tisch beim letzten Abendmahl. Christus sitzt in der Mitte, flankiert von elf seiner Jünger und hält den Kelch in der Hand. Auf der anderen Tischseite sitzt, als Einziger mit einem hellen Gewand bekleidet, in geduckter Position, Judas und streckt die Hand in Richtung Jesus, darin ein goldener Gegenstand – möglicherweise das Geld, das er für seinen Verrat von den Römern erhalten hat. Er schaut demonstrativ von Jesus weg. Jesus reicht ihm seinerseits die Hand – eine symbolische, verzeihende Geste. Betrachtet man die Gesamtkomposition der Figurengruppe fällt auf, dass sie mit der hoch aufragenden zentralen Figur des Christus und dem lang gezogenen Tisch ein Kreuz bildet – Hinweis auf den späteren Tod Christi. Insgesamt geht die Komposition der Figurengruppe auf mehrere frühe Darstellungen des letzten Abendmahls in Buchillustrationen und Fresken des 12. und 13. Jahrhunderts zurück und belegt, wie intensiv sich Maria Eulenbruch mit den Inhalten ihrer religiösen Werke auseinandersetzte und wie sehr sie den tröstenden Aspekten des christlichen Glaubens zugetan war.

Im Töpfereimuseum Raeren sind neben weiteren Werken des Ehepaares Hasemeier-Eulenbruch und den Prunkstücken der historischen Raerener Töpfer auch zahlreiche zeitgenössische Keramikobjekte zu bewundern. Das Museum ist täglich, außer montags, von 10 bis 17 Uhr geöffnet. (red)

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