Ja, Frau Schunck, die vom UN-Sicherheitsrat 1990 verhängte Wirtschaftsblockade gegen den Irak (Resolution 661) hatte schlimmste Folgen für die Bevölkerung! Härte und Dauer des Embargos – vorangetrieben durch US-amerikanische und britische Regierungen – wurden durch zu viele unkritische Regierungen gedeckt... Die dramatische Folge waren Hunderttausende Tote – und Verantwortliche nie verurteilt!
Heute verhängt die westliche Welt Sanktionen gegen Russland, das 558 mal größer als Belgien und 40 mal größer als der Irak ist! Ein Land mit einer der größten Armeen der Welt, mit globaler Vernetzung, Infrastruktur, funktionierender Landwirtschaft u.a.m. – alles Dinge, die vor drei Jahrzehnten (!) im Irak kaum oder nicht vorhanden waren!
Wirtschaftssanktionen zielen darauf ab, eben die Wirtschaft zu schwächen und die Oligarchen zu treffen! Dadurch soll „die Stimmung in Russland kippen und sich gegen Putin wenden...!“ Auch wenn die Bevölkerung dabei an Kaufkraft einbüßt, ist nach heutigem Ermessen „ein zweites Irak“ sehr unwahrscheinlich und auch kein erklärtes Ziel des Westens! Ob die Rechnung aufgeht, ist offen – doch eine lethargische Untätigkeit des Westens würde ebenfalls kritisiert...!
Halten wir fest: Tausende Zivilisten sterben auf Befehl Putins zurzeit in der Ukraine! Nicht in Russland! Da Sie, Frau Schunck, zum Thema „Pressefreiheit“ A. Morelli und P. Galand einbringen, wäre es für GE-LeserInnen sicher interessant, dazu mehr zu erfahren – auch vor dem Hintergrund, dass Putin unliebsame Kritiker im Ausland töten lässt, bzw. ohne Gerichtsverfahren einkerkert.
Zu „hoffen, der Krieg möge bald enden“, ist menschlich, doch angesichts aktueller Geschehnisse recht wenig! Was fordern Sie, wenn Sie Sanktionen ablehnen?
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