Sylla sieht eine realistische WM-Chance für die „Red Wolves“

<p>Auf viele Torwürfe und erfolgreiche Abschlüsse, wie hier von Yannick Glorieux gegen Kosovo, hoffen die Red Wolves auch am Mittwochabend in der Slowakei.</p>
Auf viele Torwürfe und erfolgreiche Abschlüsse, wie hier von Yannick Glorieux gegen Kosovo, hoffen die Red Wolves auch am Mittwochabend in der Slowakei. | Foto: belga

Belgiens Handballern bietet sich die einmalige Chance, erstmals bei einer Weltmeisterschaft mit dabei zu sein. Eine hohe Hürde erwartet die „Red Wolves“ allerdings noch: In zwei Qualifikationsspielen muss sich die Mannschaft von Trainer Yérime Sylla gegen die Slowakei durchsetzen. Das erste Aufeinandertreffen steigt heute Abend (20 Uhr) in Topolcany, das Rückspiel findet am Samstagabend in Hasselt statt. Der Gewinner erhält ein Ticket für die WM, die vom 11. bis 29. Januar kommenden Jahres in Polen und Schweden stattfindet.

Normalerweise müsste der Sieger aus den beiden Partien zwischen der Slowakei und Belgien noch gegen Russland spielen. Nach dem Ausschluss Russlands ist der Sieger aber automatisch für die Endrunde qualifiziert.

Gegen die Slowakei sind die „Red Wolves“ nur Außenseiter. Belgien qualifizierte sich als Gruppenzweiter mit fünf Punkten hinter Griechenland (zwölf), aber vor der Türkei (vier) und dem Kosovo (drei) für die zweite Qualifikationsphase. Die Slowakei war in der ersten Qualifikationsrunde nicht am Start. Das Land strebt eine dritte WM-Teilnahme an, 2009 belegten die Slowaken Platz zehn, 2011 den 17. Rang.

Die Slowakei war der Gegner, auf den Yérime Sylla im Vorfeld gehofft hatte. „Es war vielleicht der am wenigsten schwierige der möglichen Gegner, aber das macht es sicher nicht einfacher", sagt Sylla. „Die Slowakei hat eine gut organisierte Mannschaft. Aber es ist auch eine Mannschaft im Aufbau, viele erfahrene Spieler wurden durch junge Leute ersetzt. Sie sind gute Spieler, aber wir müssen abwarten, wie sie sich international schlagen. Wir sind als Gruppe besser eingespielt. Es wird eine schwierige Aufgabe, aber die Qualifikation ist realistisch“, schätzt Sylla die Chancen auf 50:50 ein.

Drei Ostbelgier im Kader

Die Vorbereitung ist gut verlaufen, fast alle Spieler sind fit. Im Kader stehen in den beiden Rückraumspielern Raphaël Kötters (ehemals HC Eynatten-Raeren) vom französischen Erstligisten Istres Provence Handballund Bartosz Kedziora (HC Visé) sowie Linksaußen Nick Braun (HSG Krefeld, ebenfalls Ex-Eynatten) auch drei ostbelgische Spieler. „An Motivation mangelt es uns nicht, und wir haben uns gut vorbereitet“, hofft Sylla, dass sich Belgien erstmals für die Endrunde qualifiziert. „Dass wir so nah an einer WM-Teilnahme dran sind, hat zwar auch sportliche Gründe, aber es bleibt historisch." Nationalkeeper Jef Lettens, Torwart beim französischen Erstligisten Fenix Toulouse Handball, meinte gegenüber „Sporza“: „Das ist eine sehr wichtige Woche für den gesamten belgischen Handball.“ Familie und Beruf stehen in daher hinten an.

Über eine mögliche WM-Teilnahme wurde mit den Spielern noch nicht gesprochen, der Fokus liegt zunächst voll und ganz auf den beiden Partien gegen die Slowakei. „Wir hoffen auf eine Party in Hasselt. Ich bin froh, dass das Publikum wieder dabei sein kann. Danach werden wir weitersehen“, blickt er voraus. Mit einem guten Ergebnis in der Slowakei wollen die „Red Wolves“ am Mittwochabend den Grundstein legen. (belga/leo)

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