UNHCR: Weit mehr als 100.000 Menschen aus Ukraine geflüchtet

<p>Angehörige und Freunde warten auf Geflüchtete aus der Ukraine nach ihrem Grenzübertritt von Schehyni in der Ukraine nach Medyka in Polen: Zahlreiche Ukrainer verlassen nach Militäraktionen Russlands auf ukrainischem Staatsgebiet das Land.</p>
Angehörige und Freunde warten auf Geflüchtete aus der Ukraine nach ihrem Grenzübertritt von Schehyni in der Ukraine nach Medyka in Polen: Zahlreiche Ukrainer verlassen nach Militäraktionen Russlands auf ukrainischem Staatsgebiet das Land. | Foto: dpa

An der polnisch-ukrainischen Grenze beim Örtchen Dorohusk hätten einige Menschen erzählt, dass sie seit einem Tag in der Schlange stünden. Sie seien zwar ängstlich und verzweifelt, aber auch optimistisch, da sie die Grenze erreicht haben, sagte Melzer. Viele hätten angekündigt, sie wollten wieder zurück in ihre Heimat, sobald die Situation dies zulasse.

Melzer betonte zugleich: „Wir gehen davon aus, dass die größte Fluchtbewegung im Land stattfindet.“ Schätzungen zufolge waren bereits vor Beginn der russischen Invasion etwa 860.000 Binnenflüchtlinge im Land unterwegs, vor allem aus den ostukrainischen Separatistengebieten sowie der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Die Zahl sei nun natürlich gestiegen, sagte Melzer. Seriöse Schätzungen zur Zahl der Binnenflüchtlingen seit Kriegsbeginn seien aber bisher nicht möglich.

Das UNHCR habe auf der ukrainischen Seite bereits vor Tagen seine Vorräte aufgestockt. Dazu zählten Zelte, Decken und Kanister ebenso wie Hygieneartikel, Windeln oder Seife. Der Notfallplan der polnischen Regierung funktioniere zudem bisher sehr gut. „Was unglaublich beeindruckend ist, ist die Solidarität der Menschen“, sagte Melzer. In der ostpolnischen Stadt Lubmin hätten Einwohner Wasser, Lebensmittel und andere Artikel gekauft, um sie an Sammelstellen abzugeben, sagte er.

Melzer beklagte fehlende finanzielle Mittel. Ausgerechnet für die Ukraine gebe es einen besonders großen Fehlbetrag, zuletzt seien nur 9 Prozent des Budgets - 17,6 Millionen US-Dollar (15,6 Mio Euro) von 190,3 Millionen US-Dollar - finanziert gewesen, sagte Melzer. „Das erschwert unsere Hilfe, die dringend benötigt wird.“ (dpa/calü)

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