Russland: Militär setzt Einsatz in Ukraine fort
19.05 Uhr: Der Einmarsch Russlands in die Ukraine dauert nach Angaben aus Moskau an. „Die Spezialmilitäroperation wird fortgesetzt“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Nach seinen Angaben rückten die Separatistenkämpfer der Gebiete Donezk und Luhansk sechs bis acht Kilometer in ukrainisches Gebiet vor. Die russische Armee habe dabei unterstützt.
Der Sprecher bestätigte die Eroberung des wichtigen Nord-Krim-Kanals. Dadurch sei die Wasserstraße „entsperrt“ und die Wasserversorgung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim wieder hergestellt worden. Dabei seien auch russische Fallschirmjäger zum Einsatz gekommen. Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel 2014 durch Russland hatte die Ukraine den für die Wasserversorgung wichtigen Kanal gesperrt.
Der Einmarsch russischer Truppen hatte am Morgen begonnen. Es seien 83 Objekte der Bodeninfrastruktur „außer Gefecht“ gesetzt worden, sagte Konaschenkow. Zudem seien mindestens vier Kampfflugzeuge, ein Hubschrauber und vier Kampfdrohnen abgeschossen worden. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Putin bezeichnet Angriff auf Ukraine als „notwendige Maßnahme“
17.50 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Einmarsch ins Nachbarland Ukraine als „notwendige Maßnahme“ bezeichnet. „Damit das verständlich ist: Das, was passiert, ist eine notwendige Maßnahme“, sagte Putin am Donnerstagabend bei einem Treffen mit russischen Wirtschaftsvertretern, das in Ausschnitten im Staatsfernsehen gezeigt wurde. „Uns wurden einfach keinerlei Chancen gelassen, anders aufzutreten.“
Putin betonte zugleich: „Wir können die geopolitischen Risiken nicht vollständig vorhersagen.“ Er versicherte aber, die Wirtschaft könne zu Recht erwarten, dass die Regierung nachvollziehbar handele. Die Verhängung neuer Sanktionen sei erwartet worden. Russland bleibe Teil der Weltwirtschaft. Es werde dieses System nicht beschädigen. Zugleich warnte der Kremlchef „unsere Partner“ davor, Russland wirtschaftlich zu isolieren.
G7: Putin „auf der falschen Seite der Geschichte“
17.28 Uhr: Die USA, Deutschland und fünf weitere führende demokratische Wirtschaftsmächte (G7) haben Russland am Donnerstag eindringlich aufgefordert, dass Blutvergießen in der Ukraine zu stoppen und seine Truppen aus dem Land abzuziehen. „Präsident Putin hat den Krieg zurück auf den europäischen Kontinent gebracht. Er hat sich selbst auf die falsche Seite der Geschichte gestellt“, heißt es in einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs der Siebenergruppe nach einer Videoschalte unter Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Deutschland führt in der Gruppe derzeit den Vorsitz.
Die G7 ruft die Weltgemeinschaft in der Erklärung auf, den russischen Angriff „in schärfster Weise“ zu verurteilen und „Schulter an Schulter“ mit der Ukraine zu stehen. Sie spricht von einem „völlig ungerechtfertigten“ Angriff. „Er stellt eine ernsthafte Verletzung internationalen Rechts dar und einen schweren Bruch der Charta der Vereinten Nationen.“ Die Krise sei eine ernsthafte Bedrohung der internationalen Ordnung mit Auswirkungen weit über Europa hinaus. „Es gibt keine Rechtfertigung, international anerkannte Grenzen gewaltsam zu verändern.“
Die sieben Staats- und Regierungschefs boten der Ukraine zudem humanitäre Hilfe an. Russland forderten sie auf, die Beobachter der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in der Region nicht zu gefährden. Der G7 gehören neben den USA und Deutschland auch Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Japan an.

UN: Bereits vor der Eskalation in Ukraine 1,4 Millionen Vertriebene
17.10 Uhr: Die UN-Organisation für Migration (IOM) sorgt sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine um die humanitäre Lage vor Ort. Im Land seien nach acht Jahren Konflikt bereits mehr als 1,4 Millionen Menschen Vertriebene, teilte IOM-Generaldirektor António Vitorino am Donnerstag in Genf mit. „Die Eskalation wird die humanitären Bedürfnisse noch verstärken und das Leid von Millionen von Familien verschlimmern“, teilte er mit. Die Organisation stehe bereit, um in enger Absprache mit Regierungen und Partnern den Menschen zu helfen, die Hilfe brauchten.
Ukraine fordert Ausschluss Russlands aus Zahlungsverkehrssystem Swift
16.44 Uhr: Wegen Russlands Angriffs fordert die Ukraine den Ausschluss des Landes aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift. Wer gegen einen solchen Schritt sei, habe ebenfalls das „Blut unschuldiger ukrainischer Männer, Frauen und Kinder an den Händen“, twitterte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Donnerstag. Ein Ausschluss aus Swift gilt als eine Art „wirtschaftliche Atombombe“. Dies hätte zur Folge, dass russische Finanzinstitute vom globalen Finanzsystem ausgeschlossen würden.
Swift ist das international wichtigste System zum Austausch von Informationen zu Transaktionen. Gegen einen Ausschluss Russlands gab es in einigen EU-Staaten zuletzt jedoch Vorbehalte - auch, weil dies ihnen selbst erheblich schaden könnte. In EU-Kreisen wurde jedoch nicht ausgeschlossen, dass es zu einem späteren Zeitpunkt dazu kommen könnte.
Ukrainische Hauptstadt Kiew löst Luftalarm aus
15.16 Uhr: Die ukrainische Hauptstadt Kiew hat wegen des russischen Angriffs Luftalarm ausgelöst. Die Verwaltung rief am Donnerstag alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich möglichst in Luftschutzbunkern in Sicherheit zu bringen. Kiew hat etwa 2,8 Millionen Einwohner. Am Morgen waren bereits testweise die Luftschutzsirenen zu hören gewesen. In der Ukraine gilt landesweit seit 5.30 Uhr (4.30 Uhr MEZ) auf Erlass von Präsident Wolodymyr Selenskyj das Kriegsrecht, vorerst für 30 Tage.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in der Nacht den Einmarsch in die Regionen Luhansk und Donezk angeordnet. Am Mittag meldeten die Behörden in der Ukraine russische Angriffe aus verschiedenen Richtungen. Bis 12 Uhr (MEZ) habe Russland mehr als 30 Attacken mit Flugzeugen, Artillerie und Marschflugkörpern „auf ukrainische zivile und militärische Infrastruktur“ ausgeübt, teilte der Generalstab mit. Auch in der Nähe von Kiew kam es zu Gefechten, etwa an einem Flugplatz.

Nach russischen Angaben wurden Dutzende Stellungen des ukrainischen Militärs angegriffen. Es seien 74 Objekte der Bodeninfrastruktur „außer Gefecht“ gesetzt worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Darunter seien elf Flugplätze, drei Kommandoposten und ein Marinestützpunkt gewesen. Unabhängig überprüfen ließen sich auch diese Angaben zunächst nicht.
Ukraine meldet Angriffe aus verschiedenen Richtungen
14.45 Uhr: Die Ukraine hat russische Angriffe aus verschiedenen Richtungen gemeldet. Bis um 12.00 Uhr (MEZ) am Donnerstag habe Russland mehr als 30 Attacken mit Flugzeugen, Artillerie und Marschflugkörpern „auf ukrainische zivile und militärische Infrastruktur“ ausgeübt, teilte der ukrainische Generalstab mit. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.
Im Gebiet Tschernihiw, das im Nordwesten an Belarus grenzt, sei der Feind gestoppt worden, hieß es vom Generalstab weiter. „Heftige Kämpfe gehen in Richtung Charkiw weiter.“ Die Großstadt Charkiw liegt im Osten unweit der russischen Grenze. Mariupol am Asowschen Meer sei „unter volle Kontrolle zurückgebracht worden“.
Mit Blick auf den Süden des Landes teilte das Militär mit: „In Cherson ist die Situation schwierig.“ Die russische Armee starte auch Offensiven von der 2014 von Russland einverleibten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim in Richtung Cherson und Melitopol. Die Rede war zudem von „Sabotage- und Aufklärungsgruppen“ im Schwarzen Meer.
Zuvor hatte bereits Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg von russischen Angriffen aus verschiedenen Richtungen mit Luft- und Raketenangriffen, Bodentruppen und Spezialkräften gsprochen.
Moskau wiederum hatte betont, keine Flugzeuge, Raketen oder Artillerie gegen ukrainische Städte einzusetzen, sondern lediglich gegen militärische Infrastruktur, Luftverteidigung und Flugplätze der ukrainischen Luftwaffe vorzugehen. Auch diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Kreml ließ die Frage, bis wohin russische Soldaten vorrücken wollten, zunächst unbeantwortet.
Ukraine-Konflikt: Johnson kündigt „gewaltiges“ Sanktionspaket an
14.30 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ein „gewaltiges Paket an Wirtschaftssanktionen“ angekündigt. In einer Fernsehansprache an die Nation sprach Johnson am Donnerstag von einer „riesigen Invasion zu Land, zu See und aus der Luft“. Deshalb würden noch am Donnerstag in Abstimmung mit den Verbündeten Wirtschaftssanktionen beschlossen. Johnson deutete zudem an, dass Großbritannien weitere Waffen an die Ukraine liefern könnte.
Den russischen Präsidenten Wladimir Putin bezeichnete Johnson als Diktator, dessen „barbarische Unternehmung“ scheitern müsse. Der Angriff auf die Ukraine sei „ein Angriff auf die Demokratie und die Freiheit in Osteuropa und der ganzen Welt“. An die Menschen in der Ukraine gerichtet, sagte er: „Wir sind in diesem Moment des Leids bei euch. Wir beten für euch und eure Familien und stehen an eurer Seite.“
Noch am Abend wollte Johnson im Parlament die Sanktionen vorstellen. Die bisherigen britischen Maßnahmen gegen fünf russische Banken und drei Vertraute von Präsident Wladimir Putin waren weithin als zu lasch kritisiert worden.
WDR-Fernsehen bricht Karnevals-Sondersendung vorzeitig ab
14.05 Uhr: Wegen des Kriegs in der Ukraine hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Donnerstag seine Karnevalssendung zu Weiberfastnacht mit Liveschalten aus Hochburgen wie Köln und Düsseldorf um vier Stunden gekürzt und vorzeitig abgebrochen. Die Sendung im WDR Fernsehen endete bereits um 14.00 Uhr statt wie ursprünglich geplant um 18.00 Uhr. Später sollte verstärkt aktuell über den Ukraine-Krieg berichtet werden, zum Beispiel mit einem extralangen „WDR Aktuell“ von 16.00 Uhr bis 16.45 Uhr, teilte der Sender mit.
Kurz vor 14 Uhr verabschiedeten sich die Moderatorinnen Sabine Wieseler und Anna Planken überraschend von den Zuschauern. Wieseler sagte: „Wir hatten einen ziemlich langen Plan, kürzen diese Sendung aber hier ab, weil es sich eben zunehmend schwierig anfühlt, Karneval zu feiern, während in der Ukraine Krieg ist.“
Zu Beginn der Sendung gegen 11 Uhr hatten die beiden Moderatorinnen noch ausgeführt, man sei zu dem Schluss gekommen, den Zuschauern ein Angebot machen zu wollen: „Wir sind einfach für Sie da, auch für Ihre Gefühle.“ In einer Mitteilung des WDR hieß es am Vormittag: „Die Sendung wird in ihrem Charakter die Ambivalenz der Ereignislage abbilden und über weitere Entwicklungen informieren.“
Letztlich beendete der WDR seine Sondersendung mit den Bildern des Tages und sendete zunächst eine Folge der Sendung „Doc Esser“.
Unicef: Kinder in der Konfliktregion brauchen „dringend Frieden“
13.24 Uhr: Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine vor dramatischen Folgen für das Wohlergehen der ukrainischen Kinder gewarnt. „Wenn die Kampfhandlungen nicht aufhören, könnten Zehntausende Familien aus ihrem Zuhause vertrieben werden. Dies würde die humanitäre Lage dramatisch verschärfen“, sagte Exekutivdirektorin Catherine Russel laut einer Mitteilung von Donnerstag. Laut Unicef leben 7,5 Millionen Kinder in der Ukraine.
„Der schwere Beschuss von Gebieten entlang der sogenannten Kontaktlinie hat in den vergangenen Tagen bereits dazu geführt, dass die Wasserinfrastruktur sowie Bildungseinrichtungen beschädigt wurden“, hieß es in der Mitteilung. Unicef bringe mit Lastwagen Trinkwasser, stelle Medikamente und medizinische Ausrüstung, Hygieneprodukte und Schulmaterialien zur Verfügung und arbeitet mit den Gemeinden zusammen, damit Kinder schnell humanitäre Hilfe bekämen. „Die vergangenen acht Jahre des Konflikts haben den Kindern auf beiden Seiten der Kontaktlinie schweren und dauerhaften Schaden zugefügt“, sagte Russel. „Sie brauchen dringend Frieden, und zwar jetzt.“

Russland und China geben USA Schuld für Eskalation in Ukraine
13.01 Uhr: Russland und China machen nach Angaben aus Moskau die USA und die Ukraine für die Eskalation in der Ukraine verantwortlich. „Die Minister haben ihrer gemeinsamen Überzeugung Ausdruck verliehen, dass der Grund der aktuellen Krise die von den USA und deren Verbündeten ermutigte Weigerung Kiews ist, das vom UN-Sicherheitsrat genehmigte Maßnahmenpaket von Minsk umzusetzen“, teilte das Außenministerium in Moskau am Donnerstag nach einem Gespräch von Ressortchef Sergej Lawrow und dessen chinesischem Kollegen Wang Yi mit. Russland und China beharrten darauf, dass alle Länder das „Prinzip der ungeteilten Sicherheit“ zu respektieren hätten.
Russland behauptet, der russische Angriff in der Ukraine diene dem Schutz der Menschen in den ostukrainischen Separatistengebieten.
Dem chinesischen Staatssender CCTV zufolge sagte Wang, dass China immer die Souveränität und territoriale Integrität aller Länder respektiert habe. Gleichzeitig habe die Ukraine-Frage jedoch „komplexe und besondere historische Aspekte“. Man verstehe Russlands „legitime Bedenken in Bezug auf Sicherheitsfragen“. China befürworte, dass die Mentalität des Kalten Krieges vollständig aufgegeben und endlich durch Dialog und Verhandlungen ein ausgewogener, effektiver und nachhaltiger europäischer Sicherheitsmechanismus gebildet werde.

Formel 1: Noch keine Entscheidung über Rennen in Russland gefallen
12.21 Uhr: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat die Formel 1 noch keine Entscheidung über das geplante Rennen in Sotschi (25. September) getroffen. „Die Formel 1 beobachtet die sehr unklaren Entwicklungen genau wie viele andere und hat zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Kommentar zu dem für September geplanten Rennen“, hieß es in einer Stellungnahme der Rennserie gegenüber der BBC: „Wir werden die Situation weiterhin sehr genau beobachten.“
Seit 2014 fährt die Formel 1 in Sotschi, der russische Präsident Wladimir Putin hat sich stets sehr stark für den Großen Preis auf dem Gelände des Olympiaparks an der Schwarzmeer-Küste eingesetzt. Ab dem nächsten Jahr soll die Königsklasse in St. Petersburg fahren.
Belgien verurteilt Angriff Russlands aufs Schärfste und rät Landsleuten in Kiew, zu Hause zu bleiben
11.41 Uhr: Belgien verurteilt „aufs Schärfste den rücksichtslosen Angriff Russlands auf die Ukraine, obwohl es keinerlei Provokation gegeben hat“, reagierte Außenministerin Sophie Wilmès (MR) am Donnerstagmorgen via Twitter. „Die Gespräche mit unseren Partnern und Verbündeten müssen zu Antworten und Sanktionen führen, die der Aggression angemessen sind. Vereint mit dem ukrainischen Volk“, fügte sie hinzu.
Zur Situation der mehr als 200 Belgier in der Ukraine erklärte die liberale Außenministerin, dass denjenigen, die sich in Kiew aufhalten, geraten wird, zu Hause zu bleiben. Diejenigen, die sich weiter westlich befinden, können versuchen, die Ukraine auf dem Landweg zu verlassen. Belgien hatte seinen Staatsangehörigen bereits vor mehreren Tagen geraten, das Land zu verlassen. Die Ausreise auf dem Luftweg sei nicht mehr möglich, so Wilmès, die noch hinzufügte, dass, „obwohl Putins Worte im Moment wenig glaubwürdig sind, man immer einen diplomatischen Kanal und die Möglichkeit von Verhandlungen aufrechterhalten sollte“.
De Croo, Wilmès und Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) hatten am Mittwochabend nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats eine Bestandsaufnahme der Unterstützung vorgenommen, die Belgien der Ukraine zukommen lassen will, unter anderem in Form von militärischer Ausrüstung (u.a. Helme, aber keine Waffen). Auch wenn sich die Lage in der Nacht geändert hat, stehe derzeit nicht zur Debatte, belgische Truppen in die Ukraine zu schicken, betonten Dedonder und Wilmès am Donnerstagmorgen. Die beiden Ministerinnen erklärten im Rundfunk, dass Belgien weiterhin im Rahmen der NATO agieren werde. Es gehe darum, „innerhalb der NATO-Grenzen zu bleiben“, und dazu gehöre die Ukraine nicht, so Dedonder.
Auch die Verteidigungsministerin verurteilte die Ereignisse der Nacht via Twitter: „Ich verurteile den russischen Großangriff auf mehrere Städte in der Ukraine, der viele Zivilisten treffen wird, aufs Schärfste. Ich verfolge die Situation innerhalb der belgischen Regierung sehr genau und bemühe mich um ein koordiniertes Vorgehen mit den EU- und NATO-Partnern.“
Talfahrt an den Börsen - Bel 20-Index fällt um mehr als zwei Prozent
11.30 Uhr: Russlands Angriff auf die Ukraine schickte die Börsen auf Talfahrt. Der Bel 20-Index des Brüsseler Aktienmarktes fiel am Morgen um mehr als zwei Prozent. Die wichtigsten europäischen Indizes verzeichneten höhere Verluste: -4,19% in Paris, -4,39% in Frankfurt und -2,55% in London.
Russisches Militär meldet Manöver in Separatistengebiet Transnistrien
11.19 Uhr: Russlands Militär hat eigenen Angaben zufolge planmäßige Militärübungen in dem von der Ex-Sowjetrepublik Moldau abtrünnigen Separatistengebiet Transnistrien abgehalten. Auf einem speziellen Ausbildungsgelände sei das Stoppen feindlicher Fahrzeuge trainiert worden, teilte der Wehrbezirk West am Donnerstag mit. Ob das Manöver in dem Gebiet, das im Osten an die Ukraine grenzt, bereits abgeschlossen ist, ging aus der Mitteilung nicht klar hervor.
Russisches Militär ist seit Anfang der 1990er Jahre in Transnistrien stationiert. Die von prorussischen Separatisten geführte Region hatte sich damals in einem blutigen Bürgerkrieg von Moldau abgespalten, als das Land sich von der Sowjetunion unabhängig erklärte.
Österreich: Moskau missachtet die Lehren der Geschichte
10.59 Uhr: Österreichs Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat sich schockiert über den Angriff Russlands auf die Ukraine gezeigt. „Wir sind offensichtlich nicht in der Lage, aus der Geschichte zu lernen“, sagte Nehammer an die Adresse Moskaus. Ein Krieg kenne nur Verlierer. Der Angriff sei eine eklatante Verletzung des Völkerrechts. „Es gilt die Stärke des Rechts, aber nicht das Recht des Stärkeren“, sagte Nehammer am Donnerstag im Parlament in Wien. Eine Folge der Aggression sei auch das Besinnen auf die Notwendigkeit der militärischen Landesverteidigung. Österreich sei als militärisch neutrales Land besonders geeignet, künftig eine Vermittlerrolle einzunehmen. Für eine Zeit, „in der die Diplomaten wieder die Bühne der Weltpolitik betreten und die Soldaten verschwinden.“
Europarat kündigt Schritte als Antwort auf russischen Angriff an
10.38 Uhr: Der Europarat hat in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine Schritte angekündigt. „Wir werden schnell die notwendigen Maßnahmen treffen, um auf die aktuelle Situation zu reagieren“, hieß es am Donnerstag in einem Schreiben der Generalsekretärin des Europarats, Marija Pejčinović Burić.
Der Europarat könnte das sogenannte gemeinsame komplementäre Verfahren anwenden. Dies ist für schwere Regelverstöße durch Mitgliedstaaten gedacht und kann bis zur Suspendierung führen. Einem Europaratssprecher zufolge soll das Ministerkomitee noch am Nachmittag zu außerordentlichen Beratungen zusammenkommen.
Pejčinović Burić forderte die russischen Behörden auf, die Kampfhandlungen sofort einzustellen und zur Diplomatie zurückzukehren. So solle Frieden wiederhergestellt und weitere verheerende Folgen für den gesamten Kontinent verhindert werden. Die Leben von Zivilisten zu schützen, müsse eine Priorität bleiben. Den russischen Angriff verurteilte die Europaratschefin. Er verletze die Statuten des Europarats sowie die Europäische Menschenrechtskonvention. „Dies ist eine dunkle Stunde für Europa und für alles, wofür es steht.“
Der Europarat mit Sitz im französischen Straßburg ist gemeinsam mit seinem Gerichtshof für die Wahrung der Menschenrechte in den 47 Mitgliedstaaten zuständig. Er ist kein Organ der Europäischen Union. Russland und die Ukraine sind beide Mitglied des Europarats.
OSZE-Spitze: Angriff auf Ukraine gefährdet Millionen Menschen
10.24 Uhr: Die Spitze der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat die russische Militäroperation in der Ukraine scharf verurteilt und eine Sondersitzung für Donnerstagnachmittag einberufen. „Dieser Angriff auf die Ukraine gefährdet das Leben von Millionen Menschen. Er stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und gegen Russlands Verpflichtungen dar“, sagten OSZE-Generalsekretärin Helga Schmid und der derzeitige OSZE-Vorsitzende, Polens Außenminister Zbigniew Rau. „Wir fordern die sofortige Einstellung aller militärischer Aktivitäten“.
Die OSZE in Wien ist das einzige regionale Sicherheitsforum, in dem Russland und westliche Länder als gleichberechtigte Staaten an einem Tisch sitzen. Mehrere außerordentliche Treffen der 57 OSZE-Staaten in den vergangenen Tagen konnten jedoch nicht zur Deeskalation der Lage beitragen. Hunderte unbewaffnete OSZE-Beobachter überwachen die Lage in der Ostukraine.
Borrell kündigt schärfstes und härtestes EU-Sanktionspaket an
10.10 Uhr: Das neue EU-Sanktionspaket gegen Russland wird nach Angaben des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell das weitreichendste werden, das die Staatengemeinschaft je beschlossen hat. Er sprach am Donnerstag in Brüssel von „einer der dunkelsten Stunden Europas seit dem Zweiten Weltkrieg“. Der EU-Krisengipfel am Donnerstagabend werde sich darauf verständigen, das schärfste und härteste Sanktionspaket anzunehmen, das man je umgesetzt habe. Die russische Führung werde nie da gewesener Isolation gegenüberstehen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zufolge sollen die neuen Sanktionen den Zugang russischer Banken zu den europäischen Finanzmärkten stoppen. Zudem sollen russische Vermögenswerte in der EU eingefroren werden, und wichtigen Sektoren der russischen Wirtschaft soll der Zugang zu Schlüsseltechnologien und Märkten verwehrt werden.
Borrell betonte: „Das ist keine Frage von Blöcken, das ist keine Frage diplomatischer Machtspiele. Es ist eine Frage von Leben und Tod. Es geht um die Zukunft unserer globalen Gemeinschaft.“
Zugleich kündigte er an, dass die EU der Ukraine in dieser Situation sofortige Hilfe leisten werde. Zudem werde man Evakuierungsmaßnahmen unterstützen, etwa für eigene Mitarbeiter in den vom russischen Angriff betroffenen Gebieten.
Separatistenchef: Es wird keine langen Kämpfe geben
9.16 Uhr: Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ostukraine hat der Chef der selbst ernannten Volksrepublik Donezk angekündigt, dass es keine langen Kämpfe geben werde. Denis Puschilin sagte am Donnerstagmorgen im russischen Staatsfernsehen: „Die Befreiungsbewegung wird ziemlich schnell enden.“ Die Militäroperation sei im vollen Gang. „Ich kann sagen, dass dies sehr bald enden wird.“ Die Städte und Dörfer der Region würden „in naher Zukunft befreit werden“, behauptete er.
Angaben des ukrainischen Grenzschutzes zufolge überschritten russische Panzerkolonnen im Gebiet Luhansk bei Krasna Taliwka, Milowe und Horodyschtsche von russischem Territorium aus die Grenze. Abwehrkämpfe dauerten an.
Frankreich ruft Russland zu Beendigung des Angriffs in Ukraine auf
9.10 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den russischen Angriff auf die Ukraine verurteilt und ein sofortiges Ende gefordert. „Frankreich verurteilt die Entscheidung Russlands, Krieg gegen die Ukraine zu führen, aufs Schärfste“, schrieb Macron am Donnerstagmorgen auf Twitter. Frankreich sei mit der Ukraine solidarisch und an deren Seite. Gemeinsam mit seinen Partnern und Verbündeten handle Frankreich, um ein Ende des Kriegs zu erreichen.
Macron berief für Donnerstagmorgen dem Élyséepalast zufolge den nationalen Verteidigungsrat ein. Zuvor hatte er mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Élyséekreisen zufolge bat Selenskyj in dem Gespräch um vielfältige Interventionen zur Unterstützung der Ukraine und der Einheit in Europa. Macron sicherte demnach Solidarität und Unterstützung zu.
Ukrainischer Grenzschutz: Russische Panzer rücken in Ostukraine ein
9.04 Uhr: Angaben des ukrainischen Grenzschutzes zufolge sind russische Panzer in die Ostukraine eingerückt. Mehrere Kolonnen hätten im Gebiet Luhansk bei Krasna Taliwka, Milowe und Horodyschtsche von russischem Territorium aus die Grenze überquert, teilte die Behörde am Donnerstag mit.
Kölner Karnevalisten wollen trotz Kriegs in Ukraine feiern
8.50 Uhr: Kann man Karneval feiern, wenn in Europa ein Krieg ausbricht? In Köln waren am Donnerstagmorgen – Weiberfastnacht –jedenfalls erste Kostümierte unterwegs oder standen an Corona-Teststationen an.
Das Festkomitee Kölner Karneval teilte mit: „Heute beginnt der Straßenkarneval, das bedeutet für die Jecken in Köln hauptsächlich individuell feiern, draußen oder in der Kneipe. Nach zwei Jahren Pandemie ist die Sehnsucht danach sehr groß – und das Absagen mit so kurzem Vorlauf rein organisatorisch auch gar nicht möglich. Es wäre aus unserer Sicht auch das falsche Signal.“
Sicherlich gehe das Geschehen in der Ukraine nicht spurlos an den Karnevalisten vorüber. Die Gedanken vieler Jecken seien an diesem Morgen bei den Menschen in der Ukraine, die mit Angst auf die nächsten Tage blickten. „Aber wir haben gerade auch in der jüngeren Vergangenheit gelernt, dass der Karneval in Krisenzeiten eine wichtige Funktion für die Menschen hat. Sich die Grenzen des Frohsinns vom einem Despoten diktieren zu lassen, entspricht nicht dem Gedanken des Fastelovends, in dem Freiheit und Gleichheit an oberster Stelle steht.“ Auch eine Sprecherin der Stadt Köln teilte mit, der Empfang des Dreigestirns im Rathaus finde wie geplant statt.
Separatisten melden Einnahme von zwei Kleinstädten in Ostukraine
8:04 Uhr: Die Separatisten haben nach dem russischen Einmarsch in der Ostukraine die Einnahme von zwei Kleinstädten gemeldet. Es handele sich dabei um Stanyzja Luhanska und um Schtschastja, teilten die Separatisten mit. Demnach sind Truppen über den Fluss Siwerskyj Donez vorgedrungen, der bisher die Frontlinie bildete. Die Behörden in Kiew bestätigten zugleich das Vordringen der prorussischen Kräfte auf das von ukrainischen Regierungstruppen kontrollierte Gebiet.
Die russische Armee sei zu den Orten Milowe und Horodyschtsche auf ukrainisches Gebiet vorgestoßen, teilte das Innenministerium in der Hauptstadt Kiew mit. Zudem seien Munitionslager im westukrainischen Gebiet Chmelnyzkyj und im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk mit Raketen angegriffen worden. In der westukrainischen Stadt Luzk sei ein Fernsehturm zerstört worden. Außerdem wurden den Angaben zufolge Kasernen der ukrainischen Streitkräfte im westukrainischen Gebiet Winnyzja und nahe der Hauptstadt Kiew angegriffen. Die Hintergründe waren zunächst unklar.
Angesichts des russischen Einmarsches forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj „sofortige Sanktionen“ gegen Moskau. Er verlangte zudem Verteidigungshilfe sowie finanzielle Unterstützung, wie Selenskyj auf Twitter schrieb.
Russland schließt mehr als zehn Flughäfen
7.46 Uhr: Nach dem Einmarsch in der Ostukraine hat Russland vorübergehend mehr als zehn Flughäfen im Süden und auf der annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim geschlossen. Bis zum 2. März sollen unter anderem die Flugplätze in den Städten Rostow, Krasnodar, Kursk, Woronesch und Simferopol ihren Betrieb einstellen, wie die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija am Donnerstag mitteilte. Den Menschen werde „dringend“ davon abgeraten, an die genannten Flughäfen zu kommen.

In Sotschi am Schwarzen Meer lief der Flugbetrieb offiziellen Angaben zufolge zunächst weiter. In Moskau wurden bis zum frühen Vormittag knapp 200 Flüge abgesagt oder waren mit Verspätung angekündigt, wie aus Online-Reisetafeln hervorging.
EU-Ratschef Michel sichert Ukraine Solidarität zu
7.34 Uhr: EU-Ratspräsident Charles Michel (MR) hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Gespräch die „stärkste Solidarität“ der Europäischen Union versichert. Er habe zudem Russlands ungerechtfertigte, großangelegte militärische Aggression gegen die Ukraine verurteilt, schrieb Michel am Donnerstagmorgen auf Twitter.
Die EU und die Gruppe der sieben führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) würden sich noch am Donnerstag auf weitere Schritte gegen Russlands „illegale Handlungen“ und zur Unterstützung der Ukraine verständigen. Zugleich rief Michel den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu auf, „diesen Krieg sofort zu beenden“.
Polens Regierungschef fordert entschiedene Antwort an Russland
7.30 Uhr: Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat eine rasche und entschlossene Antwort auf den russischen Angriff auf die Ukraine gefordert. „Wir müssen sofort auf die verbrecherische Aggression Russlands gegen die Ukraine reagieren“, schrieb er am Donnerstag auf Twitter.
„Europa und die freie Welt müssen Putin stoppen“, ergänzte er. Die EU müsse die schärfsten möglichen Sanktionen beschließen. „Unsere Unterstützung für die Ukraine muss echt sein“, fügte er hinzu.
Generalstab der Ukraine: Intensiver Beschuss im Osten

7.28 Uhr: Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Armee hat es einen Beschuss im Osten des Landes durch russisches Militär gegeben. Es gebe Angriffe von Gebieten und Siedlungen entlang der Staatsgrenze sowie auf mehrere Flugplätze, teilte der Generalstab am Donnerstagmorgen in Kiew mit. Landungsoperationen des russischen Militärs in der südostukrainischen Stadt Odessa habe es nicht gegeben. „Die Situation ist unter Kontrolle.“
Das Militär schoss nach eigenen Angaben im Gebiet Luhansk fünf russische Flugzeuge und einen Hubschrauber ab.
Insgesamt wurden nach Angaben des Generalstabs mindestens sechs Flugplätze angegriffen, darunter Boryspil, etwa 40 Kilometer von Kiew entfernt, Tschuhujiw im Gebiet Charkiw und Kramatorsk im Gebiet Donezk. Die Armee wehre Luftangriffe ab und sei in voller Kampfbereitschaft, hieß es.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor im Konflikt mit der Ukraine einen Auslandseinsatz des russischen Militärs in den Regionen Luhansk und Donezk offiziell angeordnet. „Ich habe beschlossen, eine Sonder-Militäroperation durchzuführen“, sagte Putin am Donnerstagmorgen in einer Fernsehansprache.
Angriff auf Ukraine: Goldpreis auf höchstem Stand seit Januar 2021
7.06 Uhr: Der russische Angriff auf die Ukraine hat den Goldpreis am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Januar 2021 getrieben. Eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) kostete im frühen Handel 1949 US-Dollar und damit rund zwei Prozent mehr. Investoren suchen als sicher geltende Anlageformen, wie zum Beispiel Gold. Die Kurse an den Aktienmärkten gaben kräftig nach.
Alexander De Croo: Dunkelste Stunde seit Zweitem Weltkrieg
6.55 Uhr: Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) hat angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine von „Europas dunkelster Stunde seit dem Zweiten Weltkrieg“ gesprochen. Belgien verurteile den Angriff scharf, schrieb der Politiker am Donnerstagmorgen auf Twitter. Die russische Aggression sei unnötig und unprovoziert. Man sei in engem Kontakt mit der Nato und der EU. „Unsere Herzen und Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine.“
Trump: Unter meiner Regierung hätte es keine Invasion gegeben
6.28 Uhr: Der frühere US-Präsident Donald Trump ist überzeugt, dass Russland die Ukraine mit ihm als Staatschef im Weißen Haus nicht angegriffen hätte. Es gebe gute Gründe, wieso dies nicht in den vergangenen vier Jahren passiert sei, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) in einem Telefoninterview des Senders Fox News. Russlands Präsident Wladimir Putin habe die „Schwäche“ der US-Regierung seines Nachfolgers Joe Biden gesehen und dies ausgenutzt, sagte Trump weiter.
Trump sagte auch, er gehe davon aus, dass Putin ursprünglich gar keinen Krieg gewollt habe. „So wie es begann, glaube ich wirklich nicht, dass er das anfangs tun wollte. Ich glaube, er wollte etwas tun und verhandeln. Dan wurde es schlimmer und schlimmer“, sagte er. Dann habe er die „Schwäche“ gesehen, die durch den chaotischen US-Abzug aus Afghanistan an den Tag gelegt worden sei und gehandelt. Trump fügte hinzu, er habe sich als Präsident „fantastisch“ mit Putin verstanden - und das obwohl er gegen die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2 vorgegangen sei.
Kritiker warfen Trump während seiner Amtszeit stets vor, gegenüber Putin auf einen Kuschelkurs zu setzen.
Lage in Ukraine unklar - viele Spekulationen im Internet
6.21 Uhr: Nach der Ankündigung einer russischen Militäroperation in der Ostukraine haben sich im Internet schnell viele nicht verifizierbare Berichte über Kriegshandlungen auch außerhalb der Separatistengebiete verbreitet. Vor allem belarussische Propaganda-Kanäle auf Telegram veröffentlichten in der Nacht zum Donnerstag Fotos und Videos und schrieben unter anderem von angeblichen Raketenangriffen auf Kiew und Charkiw. Diese Informationen waren zunächst nicht überprüfbar.
Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur in Kiew berichtete von Luftschutzalarm in der Stadt. Erste Menschen verließen demnach das Stadtgebiet, eine größere Panik blieb aber zunächst aus. In ukrainischen Medien gab es Berichte über Einschläge in der Ostukraine aus den Städten Charkiw und Dnipro, zudem aus Odessa, Berdjansk und Kramatorsk, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete.
Ukrainischer Präsident Selenskyj ruft Kriegszustand aus
5.57 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat im ganzen Land den Kriegszustand ausgerufen. Das teilte er am Donnerstag in einer Videobotschaft mit. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor eine Militäroperation gegen das Nachbarland angeordnet.
UN-Chef an Putin: „Holen Sie ihre Truppen zurück“
5.30 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat nach der russischen Einmarschankündigung in die Ukraine an Moskau appelliert. „Präsident Putin, im Namen der Menschlichkeit: Bringen Sie Ihre Truppen zurück nach Russland“, sagte Guterres nach einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York am Mittwochabend (Ortszeit). „Dieser Konflikt muss jetzt beendet werden.“ Guterres sprach von dem möglicherweise schwersten Konflikt in Europa seit Jahrzehnten und seinem „traurigsten Tag“ als UN-Generalsekretär. Die Folgen für die Weltwirtschaft seien unvorhersehbar. „Für mich ist klar, dass dieser Krieg keinen Sinn macht. Es verstößt gegen die Grundsätze der (UN)-Charta.“
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