Vor Kurzem nahm der Vorsitzende des Naturparks Nordeifel, Manfred Poth, zusammen mit Geschäftsführer Dominik Hosters die Auszeichnung von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser in Düsseldorf entgegen. Nachdem der Naturpark Nordeifel mit dem Projekt „Unterm Sternenzelt – Eifel bei Nacht“ in der vorigen Runde des Wettbewerbs den ersten Platz belegen konnte, zählt der Naturpark mit seiner diesjährigen Projektidee zur Versorgung von Gästen in der Region mit regionalen Produkten wieder zu den besten drei Kandidaten in NRW.
In Workshops und Einzelgesprächen hatte der Naturpark Nordeifel e.V. mit der Nordeifel Tourismus GmbH, dem Rureifel Tourismus e.V., dem Monschauer Land Touristik e.V. sowie dem Nationalparkforstamt Eifel und Vertreter der Kreise Euskirchen, Düren und der Städteregion Aachen ein Konzept zur Schließung von Versorgungslücken im Wandertourismus entwickelt. „In den letzten Jahrzehnten wurde in der NRW-Eifel stark in den Wander- und Radtourismus investiert“, erläutert Dominik Hosters. „Doch was nützen uns die schönsten Wege, wenn die Gäste unterwegs nicht mehr einkehren können? Trotz der Erfolge zur Entwicklung der Tourismusregion, stellen sich zunehmende Herausforderungen durch Nachfolgeproblematiken im Gast- und Unterkunftsgewerbe mit der Folge von Versorgungslücken entlang der Wander- und Radwege.“ Dass es sich beim Umgang mit Nachfolgeproblematiken und dem Schließen von Versorgungslücken nicht um ein Nischenthema handelt, zeige die Bewertung des Bundeswirtschaftsministeriums als eine der zentralen Herausforderungen für den Erfolg touristischer Mittelgebirge im Nachbarland, hieß es. Durch die Folgen der Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe werde dieser Trend in der NRW-Eifel noch einmal verschärft.
Mit dem Projekt „Naturpark Nordeifel – Natürlich Nachhaltig!“ möchte der Naturpark mit seinen Partnern „pilothaft“ verschiedene Lösungsideen erproben. „Hierzu sollen zunächst besonders geeignete Versorgungsorte entlang ausgewählter Wanderwege identifiziert werden“, hieß es. Die Expertise kommt von der Internationalen Hochschule Düsseldorf rund um Prof. Felix Wölfle. Mit Lichtschranken zur anonymen Gästezählung sowie Befragungen vor Ort sollen Besucherfrequenzen entlang der Wege erhoben werden, um Aussagen zu treffen, wann, wo, wie viele Gäste unterwegs sind. Auf dieser Grundlage sollen exemplarisch saisonale und gegebenenfalls mobile Versorgungsangebote, wie zum Beispiel Verkaufsautomaten installiert und erprobt werden. „Dabei ist es uns wichtig, die regionale Wirtschaft zu stützen“, so Manfred Poth.
Alle Angebote sollen ausschließlich mit Lebensmitteln aus der Region bestückt werden. Eine zentrale Aufgabe werde es daher sein, Lebensmittelproduzenten anhand der Besucherzahlen zu überzeugen und für die Beteiligung zu begeistern. Unterstützung erfahre der Naturpark dabei durch die Regionalmarke Eifel sowie die Landwirtschaftskammer NRW, hieß es. Neben der reinen Versorgung mit regionalen Produkten über Stationen an den Strecken hat das Projekt ebenfalls zum Ziel, das Bewusstsein für den Wert regionaler Landwirtschaft und ihrer Produkte auch in Bezug auf die Förderung einer intakten Natur und Kulturlandschaft zu steigern. So will man auf den ausgewählten Routen besonders für Familien ergänzende Erlebnis- und Bildungsangebote entwickeln.
Das Gesamtprojekt soll bis 2024 umgesetzt werden und umfasst eine Investitionssumme von 400.000 Euro. 70 Prozent (280.000 Euro) fördert das Land NRW durch die dritte Platzierung. 20 Prozent Ko-Finanzierung (80.000 Euro) steuern die Kreise Euskirchen, Düren und die Städteregion Aachen hinzu. 40.000 Euro bleiben als Eigenanteil beim Naturpark. (red/sc)
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