Klagen eingereicht: Hat sich Anderlecht 2014 den Titel erkauft?

<p>Roland Duchâtelet</p>
Roland Duchâtelet | Foto: belga

Sie sind davon überzeugt, dass die Saison 2013-2014 so manipuliert wurde, dass am Ende der RSC Anderlecht den Meistertitel holen konnte. Einen entsprechenden Bericht der „RTBF“ bestätigten am Dienstagabend diverse Rechtsbeistände, zu denen Jean-Louis Dupont, der Eupener Anwalt Martin Hissel und Florent Stockart gehören.

Die Klage von Duchâtelet richtet sich gegen Anthony Vanden Borre und Ilombe Mboyo, damals Spieler des RSC Anderlecht bzw. von KRC Genk. Auch gegen die beiden Vereine klagt der Unternehmer. Van Damme und Mpoku wiederum klagen gegen den RSC Anderlecht und den KRC Genk sowie gegen Unbekannt.

Duchâtelet ist seit Jahren davon überzeugt, dass zwei Spiele manipuliert wurden.

Duchâtelet zeigt sich seit Jahren davon überzeugt, dass das Titelrennen in der Saison 2013-2014 in erheblichem Ausmaß manipuliert wurde. Standard Lüttich stand damals nach der klassischen Phase der Meisterschaft an der Tabellenspitze, ehe der RSC Anderlecht den Titel über die Play-off-Runde vor Standard Lüttich und Club Brügge holte. In die Play-off-Spiele waren die „Veilchen“ damals mit zehn Punkten Rückstand gestartet.

Duchâtelet vermutet seitdem, dass zwei Spiele manipuliert wurden: Anderlecht-Genk (11. Mai 2014/4:0) und KRC Genk – Club Brügge (15. Mai / 3:2). Im Vorfeld der ersten Partie soll Anthony Vanden Borre, damals Anderlecht-Profi, Luxusuhren an Spieler von Genk verschenkt haben, damit diese wiederum gegen den Rekordmeister aus Anderlecht nicht voll auf das Gaspedal treten. Vor dem zweiten Spiel wiederum soll Ilombe Mboyo seine Mitspieler mit Uhren zu einer starken Leistung gegen Club Brügge „ermutigt“ haben. Genk stand zu diesem Zeitpunkt auf dem letzten Tabellenplatz der Play-off-Runde, hatte also nichts zu gewinnen oder zu verlieren.

Gerüchte um mögliche Spielmanipulationen, die zum Anderlecht-Titel führten, kochten zuletzt über die RTBF-Dokumentation „Le milieu du terrain“ erneut auf. In der im September letzten ausgestrahlten Sendung hatte ein Spieler anonym bestätigt, dass im Titelrennen der Saison 2013-14 Luxusuhren den Besitzer wechselten, um wiederum gute Leistungen zu belohnen bzw. zu „provozieren“. Anderlecht reichte inzwischen selbst Klage wegen vermeintlicher Wettbewerbsmanipulation ein. „Das bedeutet, dass sie selbst zu dem Schluss gekommen sind, dass strafbare Dinge passiert sind“, so Duchâtelet in einer Reaktion. Alle Kläger rufen nun geschlossen den Fußballverband und die Pro League zum Handeln auf. (mn)

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