Quarantäne in den WPZS

Sehr geehrter Herr Bong, aufmerksam habe ich am Donnerstagmorgen Ihren Leserbrief gelesen. Zunächst hoffe ich, dass es Ihren Eltern (wieder) gut geht. Die Pandemie fordert uns alle auf unterschiedliche Weise heraus. Ich wünsche mir ebenfalls eine baldige Rückkehr zur Normalität.

Vor allem für geimpfte Menschen ist es oft zurecht unverständlich, dass sie Auflagen unterworfen sind. Zu Ihren Bemerkungen über die Quarantäneregeln möchte ich Grundsätzliches sagen. Wir halten uns bei den Regeln an die Richtlinien des nationalen Gesundheitsinstituts Sciensano, die mit der nötigen Expertise ausgearbeitet werden. Nachdem die Quarantäneregeln in der Sommerzeit gelockert wurden, weil sich die Corona-Situation entspannte, mussten die Bestimmungen mit dem Aufkommen der 4. Welle im Herbst bzw. Winter und der nachlassenden Impfschutzwirkung wieder verschärft werden. Wie Sie wissen, haben wir es derzeit mit der hochansteckenden Omikron-Variante zu tun, weshalb im Zusammenspiel mit einer großen Booster-Kampagne der Bevölkerung eine erneute Anpassung der Regeln vonnöten war.

Diese sind seit Montag in Kraft getreten und sehen bei vollständig geimpften bzw. geboosterten und/oder genesenen Senioren und Seniorinnen keine Quarantäne mehr vor (stattdessen sind die Personen angehalten, während zehn Tagen strikte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen – unter anderem Abstand halten, keinen Kontakt zu anfälligen Patienten, vorzugsweise das Tragen einer FFP-2-Maske). Diese Regeln gelten auch bei einem Einzug von Seniorinnen und Senioren in ein Wohn- und Pflegezentrum der DG. Was Ihre Eltern betrifft, wurden diese bedauerlicherweise in dieser Zwischenperiode im Josephsheim aufgenommen – unter den von ihnen beschriebenen vorherigen Richtlinien. Ich kann Ihren Unmut nachvollziehen, denn eine Isolierung ist keine Nebensache. Die andere Seite der Medaille lautet aber auch: Wir, das heißt die Politik, das Ministerium, die Direktion des Wohn- und Pflegezentrums und die vielen engagierten und hart arbeitenden Angestellten in den sensiblen Einrichtungen, haben es bisher geschafft, seit der Möglichkeit der Corona-Schutzimpfung die Häuser größtenteils vor schweren Ausbrüchen zu schützen. Das ist auch weiterhin unser Ziel. Es ist ein schmaler Grat zwischen der Öffnung und dem Schutz der Bewohner und Bewohnerinnen, die in den WPZS leben. Ich bin stets bestrebt, den Bewohnerinnen und Bewohnern in den WPZS so viel Freiraum wie möglich anzubieten. Daran werden wir auch in Zukunft arbeiten.

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