Sehr geehrter Herr Arimont, dass es sich – wie Sie schrieben – lediglich „um das Steuern von Privatkapital in ‚nachhaltige Energiekonzepte‘ und damit um eine garantierte Versorgungssicherheit und um die Klimaziele“ bei der Taxonomie handelt, wage ich zu bezweifeln.
Allein die Tatsache, dass sich – wie die NGO Reclaim Finance – auflistet, Gas- und Atomlobbyisten in der heißen Phase der Taxonomie-Beratungen besonders häufig mit EU-Vertretern trafen, lässt m.E. den Schluss zu, dass es sich eben nicht „nur“ um das Steuern von „Privatkapital“ handelt, sondern nationale und ökonomische Interessen im Vordergrund standen und stehen! Nach Recherchen der NGO Euractiv wurde im Koalitionsvertrag der neuen deutschen Regierung der Satz: „Die deutsche Regierung wird sich gegen die Einbeziehung von Atomkraft und Gas als nachhaltige Technologien einsetzen“ gestrichen! Nochmals: Gestrichen! Dies zeigt, wohin die Reise gehen soll – und leider zappeln die Grünen bereits zwischen den Seilen von SPD und FDP, bevor sie überhaupt durchstarten...
Somit deutet Vieles darauf hin, dass die Taxonomie-Auswirkungen künftig als Grundlage für weitere Aufweichungen beim Thema Nachhaltigkeit sorgen und das ganze politische (!), unwissenschaftliche (!) Szenario darin gipfelt, dass marode Atom- und neue Gaskraftwerke mit staatlichen Milliarden-Subventionen – und allen CO²-Warnungen zum Trotz – gepuscht werden! Das ist der falsche Weg!
Ihre Analyse des Textes der EU-Kommission, werter Herr Arimont, wird sicher von zahlreichen Menschen mit Interesse erwartet. Mit freundlichen Grüßen,
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