Respektvoller Böllern: Ecolo möchte leises Feuerwerk bevorzugen

<p>Reste von Feuerwerkskörpern nach dem Abfeuern: Ecolo möchte leises Feuerwerk bevorzugen.</p>
Reste von Feuerwerkskörpern nach dem Abfeuern: Ecolo möchte leises Feuerwerk bevorzugen. | Foto: Belga

„Kein Wunder, das bunte Spektakel kann bis zu 150dB laut werden. Zum Vergleich: ein startendes Flugzeug kommt auf 140dB. Damit gehören Feuerwerke zu den lautesten Geräuschen, die wir in unserer Umgebung haben“, wird sie in einer Pressemitteilung zitiert. „Da das Gehör von Tieren in der Regel feiner ist als das unsere wird der Lärm, der durch das Abfeuern von Feuerwerkskörpern entsteht, für sie zu einem echten Albtraum. Die Folge: Sie geraten in Panik, flüchten und verletzen sich. Im schlimmsten Fall kann der Lärm von Feuerwerkskörpern zum Tod von Tieren führen“, so Anne Kelleter. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Christophe Clersy hat sie nach eigenen Angaben eine Resolution geschrieben, die dazu beitragen soll, den Stress für Tiere in der Silvesternacht zu reduzieren.

Laut einer Vielzahl von Tierärzten interpretieren Tiere Knallgeräusche und Lichtblitze als Bedrohung für ihr Überleben. „Jedes Jahr sterben in der Silvesternacht Tiere oder gehen verloren, weil sie durch die Explosionen in Panik verfallen. Und während Haustierbesitzer noch Möglichkeiten haben, ihre Vierbeiner zu beschützen, indem sie zum Beispiel die Rolladen runter machen, gibt es für Wild- und Zuchttiere meistens kein entkommen vor dem Böllerlärm“, so Anne Kelleter.

„Dabei gibt es mittlerweile gute Alternativen. Zum Beispiel sogenannte lärmreduzierte Feuerwerkskörper, die 60 – 80 dB leiser sind, aber genau so viel fürs Auge bieten. Das Einzige, was sich ändert, ist der Geräuschpegel: Bei der Detonation wird der Lärm der Explosion in der Luft gedämpft und ist daher weniger laut. Für die Tiere bedeutet das weniger Lärmbelästigung und damit weniger Stress“, sagt der Kelleter-Kollege Christophe Clersy. Die beiden Ecolo-Abgeordneten wollen, dass lärmreduzierte Feuerwerke bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen zur Norm werden. Konkret stellen sie in ihrem Text drei Forderungen an die wallonische Regierung:

1. Maßnahmen, um die Belästigung von Tieren durch herkömmliche Feuerwerke zu verringern und das Modell des lärmarmen Feuerwerks zu unterstützen.

2. Sensibilisierung der Gemeinden, damit sie die Verwendung von Feuerwerkskörpern in ihrer Polizeiverordnung so weit wie möglich einschränken und auf die Alternative des lärmreduzierten Feuerwerks setzen.

3. Eine Analyse der bereits durchgeführten Pilotversuche einiger Gemeinden zum Thema lärmreduziertes Feuerwerk.

„Der Resolutionsvorschlag wird jetzt mit den anderen Parteien im wallonischen Parlament diskutiert. Wenn eine Mehrheit der Abgeordneten ihn unterstützt, könnte der Text mit den Forderungen an die Regierung im ersten Halbjahr 2021 verabschiedet werden und im Idealfall schon zu Silvester 2022/2023 Resultate bringen“, erklärt die Abgeordnete Anne Kelleter. (red/sc)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment