Hütter in Not: In Gladbach brennt schon der Baum

<p>Für Adi Hütter wird die Luft in Gladbach dünn.</p>
Für Adi Hütter wird die Luft in Gladbach dünn. | Foto: dpa

Die lauten „Hütter-raus“-Rufe ließen den Trainer von Borussia Mönchengladbach kalt, schließlich kamen sie einzig aus dem Gästeblock. Er habe sich „mit den Gesängen nicht beschäftigt“, sagte Adi Hütter nach der nächsten Pleite der Fohlenelf, die vor allem die Fans seines Ex-Klubs Eintracht Frankfurt genüsslich auskosteten. Aus der nur spärlich besetzten Gladbach-Kurve gab es statt Pfiffen dagegen aufmunternden Applaus für die Mannschaft – trotz des sich abzeichnenden Abstiegskampfs.

Ein Punkt trennt die Borussia nur noch von Relegationsplatz 16. Die 4:17 Gegentore in vier aufeinander folgenden Spielen sind Negativrekord in der Bundesliga-Geschichte – nicht einmal die Abstiegssaison 1998/99, als es binnen einer Woche ein 2:8 gegen Leverkusen und ein 1:7 in Wolfsburg hagelte, kann da mithalten. „Die nackten Zahlen sprechen nicht gerade für viel Selbstvertrauen“, sagte Hütter dann auch. Dabei war das 2:3 (1:1) gegen die Eintracht über weite Strecken sogar ein Schritt in die richtige Richtung, der aber passend zum freien Fall ohne Ertrag blieb.

Wie erschüttert das Selbstvertrauen der Borussia derzeit ist, zeigte sich nach den Gegentoren, die auf dem Rasen zeitweise zu einem heillosen Durcheinander führten. „Da ist gerade der Fuß jedes Einzelnen nicht sicher, nicht mit Selbstbewusstsein bestückt. Dann ist das alles nicht so einfach“, sagte Defensivspieler Christoph Kramer bei Sky. Und es wird nicht einfacher: Damit an Weihnachten der Baum nicht lichterloh brennt, braucht die Borussia am Samstag zum Jahresabschluss bei der TSG Hoffenheim (15.30 Uhr) dringend ein Erfolgserlebnis.

Hütter wird auch dort auf der Bank sitzen, auch wenn Sky-Experte Dietmar Hamann bereits unkte, dass es nun „unheimlich eng und schwer“ für den Österreicher werde. „Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht schon vor Samstag etwas passiert“, sagte Hamann. Doch Sportdirektor Max Eberl ist für Schnellschüsse nicht bekannt, ganz im Gegenteil. Zumindest im Kader zeichnet sich für die Winterpause allerdings ein Umbruch ab. Seit seinem Wechsel für 7,5 Millionen Euro von Frankfurt nach Gladbach konnte Hütter noch keine eigenen Spieler-Wünsche realisieren, weil im Sommer keiner der angedachten Verkäufe zustande kam und so das nötige Geld fehlte. Das dürfte sich bald ändern, auch wenn (noch) die sportlich brenzlige Situation den Alltag bestimmt.

Trotz der Talfahrt gab sich Hütter kämpferisch, zu groß sei das Potenzial seiner Mannschaft. „Es ist aktuell nicht gerade einfach. Es sind ein paar Nackenschläge, die wir durchstehen müssen“, sagte der 51-Jährige: „Aber wenn die Mannschaft so weiter arbeitet, werden wir da rauskommen.“

Die Fans halten jedenfalls noch weitgehend still, und das nahm auch der Trainer wohlwollend zur Kenntnis: „Es tut der Mannschaft gut, mit diesem Gefühl ins nächste Spiel zu gehen.“ Dann allerdings muss dringend etwas Zählbares her. (sid/tf)

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