„Paradigmenwechsel“

Ich kann dem o.e. Lesebrief nur voll zustimmen. Als ehemalige Geschäftsführerin der KPVDB (Krankenpflegevereinigung) möchte ich in Erinnerung rufen, dass der „Paradigmenwechsel“ in den hiesigen Altenheimen in den 90er Jahren stattgefunden hat, mit Unterstützung des Gesundheitsministeriums und den zuständigen Ministern unter Koordinierung der KPVDB.

Mit allen Heimen wurde ein gemeinsamer Prozess angestoßen unter dem Titel „Heime zum Leben“, und dieser führte zu den Heim- und Pflegekonzepten. Ein Weg, der ca. 10 Jahre gemeinsames Arbeiten und Weiterbilden beinhaltete.

Die Heim- und Pflegekonzepte sind auch heute noch die Basis für individuelle, bewohnerzentrierte Pflege – und Betreuung. Auch wenn sich im Laufe der vielen Jahre eine Reihe Komponenten geändert haben, haben doch viele Wohn- und Pflegezentren (unterstützt durch Entscheidungen der Träger) den sich daraus ergebenden Qualitätssprung in der gesamten Herangehensweise beibehalten (so gut es ging).

Einige Heime/Träger waren aber der Meinung, dieses Qualitätsniveau, hauptsächlich aus Kostengründen, nicht halten zu können. Würde man die Gründe der „Abgänge“ des Pflegepersonals sorgfältig erfassen, so ließe sich sehr wahrscheinlich auch ein Zusammenhang erkennen! Wenn sich die Träger der Einrichtungen und die Politik die Frage stellen, wie können wir Personal an die Einrichtung binden? Wie können wir den Beruf für Studierende attraktiv machen? Dann finden sie einen wichtigen Teil der Antwort in qualitätsvoller Pflege- und Betreuung. Personal, das den Eindruck hat, die Arbeit unter Bedingungen zu verrichten, die dem Bewohner gerecht wird, ist zufrieden, weniger belastet und krank und bleibt gerne bei diesem Arbeitgeber.

Der Gesundheitsminister der DG kann im Rahmen seiner Kompetenzen sowohl die Normen zur Personalausstattung, die Qualitätsnormen und vor allem die damit zusammenhängende Finanzierung wesentlich mitgestalten. Es bleibt tatsächlich noch viel für ihn zu tun…

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