Mit einer Attacke bereits 36 Kilometer vor dem Ziel setzte sich der 23-Jährige am letzten schweren Berg des Tages zunächst aus der Favoritengruppe ab und ließ schließlich nach 239 Kilometern von Como nach Bergamo im Sprintduell dem aus dem Zielort stammenden Fausto Masnada (Deceuninck-Quick-Step) keine Chance. Der Italiener hatte als einziger der Verfolger noch den Anschluss an den wie entfesselt fahrenden zweimaligen Tour-Sieger geschafft.
Rang drei sicherte sich aus der siebenköpfigen Verfolgergruppe heraus der Brite Adam Yates (Ineos-Grenadiers) vor Pogacars Landsmann Primoz Roglic (Jumbo-Visma) und dem Spanier Alejandro Valverde (Movistar).
Für Pogacar war es bereits der zweite Sieg bei einem der fünf „Monumente“ des Radsports in diesem Jahr. Im April hatte der Slowene bei Lüttich-Bastogne-Lüttich triumphiert. Im Sommer gewann Pogacar zudem zum zweiten Mal die Tour de France. Er ist damit der erst dritte Fahrer nach den Rad-Legenden Fausto Coppi und Eddy Merckx, der zwei Monumente sowie die Frankreich-Rundfahrt in einer Saison gewonnen hat.
„Es ist verrückt, die Saison auf diese Art und Weise zu beenden. Mir fehlen die Worte“, sagte Pogacar: „Jeder Sieg ist wichtig, aber dieser hier ist besonders. Davon habe ich geträumt. Mir fehlen die Worte. Als ich attackierte, dachte ich erst, dass sich mir jemand anschließen würde, aber da zuvor schon so hart gefahren wurde, hat sich jeder nur auf das Finale konzentriert und ich ging als Solist.“
Als bester Belgier landete Remco Evenepoel mit 3:13 Minuten Rückstand auf Pogacar auf dem 19. Rang. „Ich hatte für fünf Minuten schlechte Beine. Aber das ist nicht so schlimm. Ich bin dann einfach mein eigenes Tempo gefahren. Die erste Gruppe war am Anstieg am Ende noch in Reichweite, ich habe sie noch vor mir fahren sehen, aber sie war dann letztlich zu schnell. Ich bin froh, dass ich noch unter die ersten 20 gefahren bin. Ich bin wirklich nicht all zu enttäuscht. Wenn man einen solch schlechten Moment hat, dann muss man das akzeptieren. Eine Erklärung dafür habe ich aber nicht. Vielleicht sind meine Beine nach der langen Abfahrt zum Passo di Ganda etwas abgekühlt. In Bergamo ging es mir dann wieder gut. Hier wieder Rennen zu fahren nach meinem schweren Sturz, fühlte sich seltsam am. Mein Körper hat ein bisschen gezittert. Aber im Laufe des Rennens wurde es immer besser, auch wenn ich mich in den ersten Abfahrten nicht wirklich wohl gefühlt habe.“, erklärte der 21-Jährige im Ziel.(sid/jph/belga)

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