Tag der deutschen Sprache: Verband geht neue Wege

<p>Illustration: dpa</p>
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„Als Sprachminderheit in einem offiziell dreisprachigen Land muss man immer wieder um Anerkennung kämpfen, Sensibilisierungsarbeit leisten und sich durch konkrete und originelle Aktionen ins Gedächtnis rufen. Zählen kann der Verband dabei seit langem auf starke Partner wie die Deutsche Botschaft in Brüssel, das Goethe-Institut, das Maison des Langues Lüttich, die Wallonische Region, Ostbelgien – und einige engagierte individuelle Kräfte, die nicht müde werden, sich für die deutsche Sprache einzusetzen“, heißt es wörtlich in einer Mitteilung.

Die Schwerpunkte der diesjährigen Ausgabe des Tages der deutschen Sprache: Bewegung, Tanz und Musik verbinden – oft über Sprachgrenzen hinweg. So komme auch der Slogan der dazugehörigen Kampagne „Alors on Deutsch“, die weiter fortgesetzt werden soll, nicht von ungefähr: Neben den Schulklassen der Französischen Gemeinschaft lädt der Verband anlässlich der vierten Ausgabe des Tages der deutschen Sprache ebenso alle Schulklassen der Deutschsprachigen Gemeinschaft dazu ein, mit einem originellen „Flashmob“ in der Wallonie für die Bedeutung und die Förderung der dritten Landessprache zu werben.

Zum genauen Ablauf des Flashmobs sei ein Leitfaden für begleitende Lehrkräfte und interessierte Schülerinnen und Schüler erstellt worden, der auf der Internetseite des Verbands zu finden ist, in den sozialen Netzwerken geteilt wurde und auf Anfrage bei den Verbandsmitgliedern zu erhalten ist. Der Verband möchte einen Appell an die ostbelgischen Lehrkräfte richten – sei es in Grund- oder Sekundarschulen, im regulären Deutschunterricht oder in den Unterrichtskursen für Deutsch als Fremdsprache (DaF). Dadurch hofft der Verband, dass diesmal auch möglichst viele deutschsprachige Schülerinnen und Schüler auf den Tag der deutschen Sprache aufmerksam gemacht werden und dass der Tag als Anlass genommen wird, sich kreativ mit der Muttersprache Deutsch im Unterricht auseinanderzusetzen, die enorme Spannweite der deutschen Sprache zu veranschaulichen und so Brücken zu bauen zu all denjenigen, die in der Wallonie Deutsch als Fremdsprache erlernen. Bei Interesse können neben dem Leitfaden für den Flashmob auch weitere Unterrichtsvorschläge und Materialien beim Verband angefragt werden. Die durchgeführten Aktivitäten können unter den Hashtags #AlorsonDeutsch sowie #TagderdeutschenSprache veröffentlicht werden.

Und auch die Bürger werden einbezogen: Bei konkreten Anliegen im Zusammenhang mit der Förderung der dritten Landessprache, Vorschlägen, oder auch dem Wunsch, selbst aktiv mitzuwirken, ist ein jeder herzlich eingeladen, Kontakt mit dem Vorstand des Verbands aufzunehmen. Bislang tagt der Verband in der Regel in Namur, doch in naher Zukunft ist auch eine Versammlung in Eupen angesetzt, die mit einem Besuch des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft verbunden werden soll. „Fest steht, dass nur durch eine weitere Sensibilisierung der politischen Entscheidungsträger sowie auch eine breite Einbeziehung der Bevölkerung positive Effekte zu erwarten sind und der Förderung der deutschen Sprache – in Ostbelgien und darüber hinaus – mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden kann“, heißt es weiter in der Mitteilung, die von Verbandspräsident Prof. Dr. Manfred Peters und dem Vorstandsmitglied Jenny Baltus-Möres unterzeichnet wurde. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.apawallemand.com. (red/sc)

Kommentare

  • Also, um unsere schöne deutsche Sprache zu fördern, muss man einen "Flashmob" organisieren?
    Nun muss ich bekennen, dass ich mit diesen grauslichen Wort nichts anfangen konnte.

    Wikipedia weiß mehr:
    "Flashmob (englisch flash mob; flash „Blitz“, mob [von lateinisch mobile vulgus „reizbare Volksmenge“ bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei dem die Teilnehmer einander nicht persönlich kennen und ungewöhnliche Dinge tun."

    Aha! So wie beim Sturm auf das Kapitol.
    Wieder etwas dazugelernt.

    Frau, Cüpper, ich kann Ihre Reaktion verstehen. Wenn ich hier in der Wallonie jemandem mit "Alors on Deutsch" kommen würde , dann würde der mich entgeistert anstarren und an meinem Geisteszustand zweifeln.
    Genauso, wie in der Wallonie niemand etwas mit dem Wort "Ostbelgien" anfangen kann.

    Leider nimmt das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache auch in den "Randgemeinden" kontinuierlich ab. So etwa im Collège St Remacle in Stavelot, wo unsere Tochter Deutsch und Englisch unterrichtet.

    Angeregt durch einen GE-Artikel habe ich die "Expo Moto" im Musée de la Vie Wallonne in Lüttich besucht, die morgen ihre Pforten schließt. Übrigens sehenswert!

    Dort waren alle Erläuterungen und Schrifttafeln viersprachig: Französisch, Niederländisch, Englisch... und Deutsch an vierter Stelle, und dass in der Provinz, von der die DG (noch) ein Teil ist!

    Übrigens, war da nicht mal was mit einer Resolution im Senat? Wo die wohl verstauben mag?

  • Hmm... Es ist zweifellos ein gutes Projekt und ich möchte niemandem auf die Füße treten, aber dieser Titel "Alors on Deutsch" bewirkt bei mir als Deutschsprachige schon gemischte Gefühle. Da bin ich gespannt, wie der Slogan bei unseren flämischen und französischsprachigen Landsleuten ankommt und hoffe, dass ich mich täusche.

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