Bischof Aloys Jousten im Alter von 83 Jahren verstorben

<p>Bischof Jousten</p>
Bischof Jousten | Archivfoto: Lothar Klinges

Geboren wurde Aloys Jousten am 2. November 1937 in St.Vith als ältestes Kind der Eheleute Michel Jousten und Susanne Dries. Die Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb in Eibertingen, wo die Familie auch wohnte. Aloys Jousten besuchte die Gemeindeschule in Amel und machte 1956 das Abitur in der griechisch-lateinischen Abteilung an der Bischöflichen Schule in St.Vith. Im September 1956 ging er zum Kleinen Seminar in St.Truiden, wo er die Ausbildung zum Priester mit philosophischen Studien begann.

Von 1958 bis 1961 studierte er Theologie am Priesterseminar in Lüttich. Von 1959 bis 1960 absolvierte er den Militärdienst als Sanitäter in Aalst. Von 1961 bis 1965 studierte er Theologie an der Katholischen Universität in Löwen, wo er 1966 den Doktortitel errang. Unter der Leitung von Professor Louis Janssens, dem bekannten Verfechter des Personalismus in der Moraltheologie, schrieb er seine Doktorarbeit über das Thema „Die globale Zielsetzung des industriellen Unternehmens“.

Am 8. Juli 1962 empfing Aloys Jousten aus den Händen von Bischof Wilhelm-Maria van Zuylen in der Kathedrale von Lüttich die Priesterweihe und feierte am 15. Juli seine Primiz in Amel. Von September 1964 bis Juni 1975 unterrichtete der junge Theologe am Priesterseminar in Lüttich Moraltheologie. Gleichzeitig lehrte er am ISCP, dem Institut für die Ausbildung von Religionslehrern. Bischof van Zuylen beauftragte ihn gleichzeitig mit der theologischen Begleitung der Pax-Christi-Gruppe in Lüttich und mit der Gründung der Kommission „Gerechtigkeit und Frieden“. Er war gleichfalls Mitglied der nationalen Kommission. Im Juni 1975 wurde Aloys Jousten Schulleiter des Heidberg-Instituts (heute Pater-Damian-Schule) in Eupen, das in die Trägerschaft des Bistums übergegangen war. Von 1970 bis 1985 war er Sonntagskaplan in seiner Heimatpfarre Amel.

Ende Juni 1985 ernannte Bischof van Zuylen den Schulleiter zum Pfarrer und Dechanten von St.Vith. Mit Pfingsten 1986 wurde er Bischofsvikar für Ostbelgien und Mitglied des Bischofsrates. Im August 1990 führte Bischof Albert Houssiau seinen Bischofsvikar als Dechant und Pfarrer in Eupen St. Nikolaus ein. Am 2. Mai 2001 erreichte Aloys Jousten die Neuigkeit aus Rom, wo Papst Johannes Paul II. ihn aus drei vorgeschlagenen Kandidaten als Nachfolger von Bischof Albert Houssiau, ausgewählt hatte. Am 8. Mai 2001 erfolgte die offizielle Ernennung zum 91. Bischof von Lüttich. Seine Bischofsweihe erfolgte dreieinhalb Wochen später, am Pfingstsonntag, dem 3. Juni 2001, ein Ereignis, das sich tief im Gedächtnis und im Herzen der Christen in Ostbelgien eingeprägt hat. Gemäß dem kirchlichen Gesetzbuch (Codex Iuris Canonici) ist ein Diözesanbischof, der das fünfundsiebzigste Lebensjahr vollendet hat, gebeten, dem Papst seinen Amtsverzicht anzubieten, der nach Abwägung aller Umstände entscheiden wird.

Am 8. Juli 2012 jährte sich zum 50. Mal der Tag der Priesterweihe von Bischof Aloys Jousten. An diesem Tag feierte er im Rahmen eines großen Pfarrverbandsfestes unter dem Leitgedanken „Unsere Pfarren feiern. Wir sind dabei!“ in seiner Heimatpfarre Amel sein goldenes Priesterjubiläum. Mit vollendetem 75. Lebensjahr am Allerseelentag, 2. November 2012, hat Bischof Aloys Jousten Papst Benedikt XVI. den Verzicht auf das Bischofsamt angeboten. Nunmehr liegt die Antwort aus dem Vatikan vor. „Auch mit dem Erreichen des 75. Geburtstages geht das Leben weiter. Das Kirchenrecht sieht vor, dass ich dem Papst meinen Rücktritt anbiete, was ich am 2. November getan habe. Ich stehe zur Verfügung für das was möglich und wünschenswert ist.“ Das war der Inhalt des Briefes von Bischof Aloys Jousten an Papst Benedikt XVI. (kli)

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