Öffnung der Akten zur „Säuberung“ in Sicht

<p>Dieses Bild entstand im Staatsarchiv Eupen</p>
Dieses Bild entstand im Staatsarchiv Eupen | Foto: David Hagemann

Auch mehr als 75 Jahre nach diesen Ereignissen sind die Akten zu den damaligen Geschehnissen, wenn überhaupt, nur sehr schwer zugänglich. Zahlreiche Historiker hätten nun für eine Öffnung plädiert. Die steigende Anzahl an Zugangsanfragen zu diesen Akten von Kinder- und Enkelkinder der damals verfolgten Personen untermauerten zudem den wachsenden Wunsch nach Transparenz und wissenschaftlicher Aufarbeitung der Ereignisse der damaligen Zeit. Er habe diesen Wunsch aufgegriffen und den zuständigen Staatssekretär Thomas Dermine (PS) um eine Öffnung der Archive gebeten. Dieser wolle diesem Wunsch entsprechen und Kontakt mit Föderalminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) aufnehmen, der für die Archive der Militärtribunale zuständig ist, um die praktischen Modalitäten zu besprechen. „Es ist eine gute Nachricht, dass die Föderalregierung diesen Schritt gehen möchte. In Bezug auf die praktische Umsetzung bedarf es nun an Expertise um die Akten und deren Zugang korrekt zu verwalten. Außerdem sollte den Personen, die die Akten ihrer Angehörigen einsehen möchten, eine professionelle Begleitung, etwa zur Kontextualisierung der Geschehnisse, in ihrer Muttersprache zur Verfügung gestellt werden. Zudem muss das alles im Respekt des Datenschutzes geschehen.“

In seinen Augen sei im Falle Ostbelgiens das Staatsarchiv Eupen dafür der „ideale Akteur“: „Dort besteht alles, was benötigt wird: Expertise, Professionalität und eine Dienstleistung in deutscher Sprache. Ich plädiere zudem dafür, dass die ostbelgischen Akten dann auch im Staatsarchiv Eupen untergebracht werden, damit die hiesigen Bürger zukünftig keine Tagesreise auf sich nehmen müssen, um eine Akte einzusehen. Leider fehlt es in Eupen derzeit noch immer an der nötigen Infrastruktur, um diese Archive aufzunehmen. Das ist ein Grund mehr, dieses Bauprojekt endlich zu realisieren.“ Hier wolle er weiter am Ball bleiben, so der Senator. (red/sc)

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