Ehe am Dienstag das Transferfenster schloss, wurde es in Spanien noch einmal hektisch. Der FC Barcelona, der große FC Barcelona, entledigte sich nach Lionel Messi auch noch des Franzosen Antoine Griezmann. Der Weltmeister geht zu Yannick Carrascos Atletico Madrid zurück, auf Leihbasis für ein Jahr mit einer Option auf ein weiteres und einer Kaufoption für dann 40 Millionen Euro. Für Barca war erst mal wichtig, den Angreifer von der Gehaltsliste zu bekommen.
Überhaupt Barca. Der so stolze, aber angeblich mit 1,2 Milliarden Euro verschuldete Klub, verscherbelte auf den letzten Drücker den hochtalentierten Ilaix Moriba für 16 Millionen Euro an RB Leipzig. Weil aber im Angriff nach den Verpflichtungen der ablösefreien Sergio Aguero und Memphis Depay sowie den Abgängen von Messi und Griezmann eine Lücke klaffte, lieh Barcelona schnell noch den früheren Gladbacher Luuk de Jong vom FC Sevilla aus.

In Madrid zeterte die Marca, also das Hausblatt des Rekordmeisters Real derweil über den „Verrat von Mbappé“. Die Königlichen sollen ihr Angebot an Paris St. Germain sogar noch einmal erhöht haben, von 180 auf am Ende 220 Millionen Euro. Bekommen haben sie den 22 Jahre alten Angreifer dennoch nicht. Obwohl er wohl gerne gekommen wäre. Nächste Chance für Real: das Transferfenster im Winter. Aber: Kommenden Sommer wäre Mbappé ablösefrei.
Für einen Bruchteil Mbappé, nämlich 31 Millionen Euro, holte Real einstweilen Frankreichs Jungstar Eduardo Camavinga (18) von Stade Rennes. Und PSG hofft offensichtlich darauf, dass es Mbappé neben Messi und Neymar so gut gefällt, dass er seinen Vertrag doch noch über das Ende dieser Saison hinaus verlängert. Angeblich sind dem Angreifer laut Le Parisien dafür 45 Millionen Euro pro Jahr geboten worden. Und angeblich hat Mbappé abgelehnt.
Die Premier League gibt über eine Milliarde Euro aus, 1. Division und Bundesliga mit Transferüberschüssen.
Mit Gesamtausgaben von am Ende 1,35 Milliarden Euro war die englische Premier League der „big spender“ unter den fünf großen europäischen Ligen. Am letzten Transfertag hinzu kamen noch einmal die Ablösen und Leihgebühren für Emerson Royal (25, von Real Betis Sevilla zu Tottenham Hotspur), Takehiro Tomiyasu (23, Bologna/FC Arsenal) und Saul Niguez (5, Leihgebühr, Atletico/FC Chelsea). Für die Premier League eher Kleckerbeträge.
Laut transfermarkt.de gaben die 20 Topklubs mehr als doppelt so viel aus wie die der Serie A auf Platz zwei (552 Millionen Euro). Eingenommen haben Liverpool und Co. lediglich 643 Millionen Euro, was ein Transferminus von 709 Millionen Euro bedeutet.
Die Bundesliga folgt mit 416 Millionen Euro auf dem dritten Platz und ist die einzige der großen europäischen Ligen, die einen Transferüberschuss (38 Millionen Euro) erzielt. Jedoch haben auch die Klubs in der 1. Division zusammengerechnet mehr eingenommen (138 Millionen Euro), als sie ausgegeben haben (114 Millionen Euro).
Italiens Meister Inter Mailand fand indes einen Ersatz für den an den FC Chelsea verkaufen Nationalspieler Romelu Lukaku (115 Millionen Euro). Von der AS Rom kommt der frühere Wolfsburger Edin Dzeko. Ablösefrei. Dzeko hat Glück gehabt. Spieler wie Franck Ribéry oder Mario Mandzukic, sind dagegen weiter arbeitslos. (sid/tf)

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