Agora-Theater startet in die neue Saison – Auszeichnung in Huy

<p>Die Agora eröffnete mit der Premiere von „À la poursuite de l’oie sauvage“ das diesjährige Theatertreffen des frankophonen Kinder- und Jugendtheaters in Huy.</p>
Die Agora eröffnete mit der Premiere von „À la poursuite de l’oie sauvage“ das diesjährige Theatertreffen des frankophonen Kinder- und Jugendtheaters in Huy. | Fotos: Carole Cuelenaere

Dabei ist das Ensemble erst gerade von den „Rencontres Théâtre Jeune Public“ aus Huy zurück. Dort erhielt die französischsprachige Fassung von „Das Geheimnis der wilden Gans“ eine Auszeichnung.

Die Agora eröffnete mit der Premiere von „À la poursuite de l’oie sauvage“ das diesjährige Theatertreffen des frankophonen Kinder- und Jugendtheaters in Huy.

Theaterkritikerin Catherine Makereel berichtet in der Zeitung Le Soir von diesem Debüt: „Indem sie zu dem expressionistischen und völlig verrückten Stil zurückgekehrt ist, durch den sie bekannt wurde, hat die Agora das erstaunlichste Werk zu Beginn der Rencontres geliefert. [...] Von den Kostümen bis zu den Instrumenten, über den gelben Blitz, der das Gesicht eines Schauspielers zeichnet, segelt die Geschichte mit surrealer Fantasie, um eine knifflige Suche zu erzählen. [...] Und in den (sehr) verschlungenen Falten der Geschichte gibt es schließlich einen Teil von uns, der auch unbedingt etwas sucht. Es ist sicherlich verschlungen, aber auch gleichzeitig über alle Maßen unterhaltsam.“

Die Darstellung und die Wahl der ästhetischen Mittel wurden hervorgehoben.

Theaterkritiker Michel Voiturier bedachte die Inszenierung mit einem „Coup de coeur“, einer Auszeichnung, die von den Pressevertretern vergeben wird. In seiner Kritik in der Rue du Théâtre lobte er vor allem die Energie der drei Protagonisten: „Das Trio [...] nimmt das Publikum mit auf eine unwahrscheinliche komische Reise. Sie tun nicht nur so, als ob sie das Gesagte improvisieren würden, sondern sie schmücken es mit allem aus, was eine Show ausmacht: Pantomime, Grimassen, Schattenspiel, Verkleidung, Jonglage, Tanz, Nachahmung von Tierschreien, Gesang in Worten oder a cappella...[...] Man verlässt diese Kavalkade begeistert, erfüllt von einer komplizenhaften Freude, die nur dem unersetzlichen Bühnenspiel eigen ist.“

Bei der Preisverleihung am Ende des einwöchigen Theatertreffens ehrte die Festivaljury „À la poursuite de l'oie sauvage“ mit einer besonderen Erwähnung für die Qualität der Darstellung und die Wahl der ästhetischen Mittel. Vor allem die musikalischen Requisiten sind Laurence Bertels von La Libre Belgique in Erinnerung geblieben: „Auf dem Schlagzeug oder der Tuba, die mit Hilfe von Abflussrohren neu interpretiert wird, liefert diese Truppe aus der deutschsprachigen Gemeinschaft mit der unbändigen Fantasie, die sie auszeichnet, ihrer Liebe zum Geschichtenerzählen, zur Musik - zwischendurch gar mit einem Hauch von Operette -, zum visuellen Theater, zur Pantomime und vor allem zur Kindheit. Und wenn wir uns dabei manchmal verirren, macht das nichts. Denn es ist Teil des Abenteuers, des Weges, der vom Ich zum Anderen führt.“

Auf den Rencontres „Théâtre Jeune Public“ treffen sich jedes Jahr Kulturveranstalter:innen und Presseleute der Branche, um einen ersten Blick auf die neusten Kinder- und Jugendinszenierungen zu werfen. Insgesamt 52 Inszenierungen waren in diesem Jahr zu Gast. Letztes Jahr fiel die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie aus.

Mit dem Start der neuen Spielzeit geht es für das Ensemble gleich weiter nach Österreich zu einem weiteren Theaterfestival für junges Publikum. Auf dem Luaga & Losna feiert „Das Geheimnis der wilden Gans“ Österreichpremiere. Im Anschluss spielt das Ensemble Mitte September beim Koproduktionspartner, dem Comedia Theater Köln, die Deutschlandpremiere. (red/ab)

<p>Theaterkritiker lobten vor allem die Energie der drei Protagonisten auf der Bühne.</p>
Theaterkritiker lobten vor allem die Energie der drei Protagonisten auf der Bühne.

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