Die meisten Flüchtlinge seien auf dem Weg zu Verwandten in Städten und Regionen unweit der Grenze, erklärte der Beamte. Manche reisten auch weiter nach Quetta, die Provinzhauptstadt von Baluchistan, oder in die Hafenstadt Karachi. Dort gibt es ein Viertel, in dem viele Afghanen leben.
Der zweite wichtige Grenzübergang nach Pakistan - Torkham - ist aktuell nur eingeschränkt geöffnet. Afghanen können dort nicht nach Pakistan ausreisen, sondern nur aus Pakistan in ihre Heimat zurückkehren. Afghanen, die keine Dokumente haben, flüchten aber auch illegal mit Menschenschmugglern ins Nachbarland.
Einem Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Islamabad zufolge beobachte man die Situation an der Grenze genau. Es scheine noch keinen großen Zustrom zu geben, sagte Qaiser Afridi. Es sei unklar, wie sich die Situation entwickle, wenn die Evakuierungsflüge der westlichen Länder vom Flughafen Kabul in wenigen Tagen endeten.
Ein pakistanischer Behördenvertreter sagte, die Schätzungen reichten von 300.000 bis 800.000 Flüchtlingen, die ins Land kommen könnten. Eine Möglichkeit sei aber auch, dass sich die Lage in Afghanistan beruhige und Hunderttausende afghanische Flüchtlinge, die bereits seit Jahren in Pakistan lebten, in ihre Heimat zurückkehrten.
Pakistan hat seit 40 Jahren Millionen afghanischer Flüchtlinge aufgenommen. Zu Spitzenzeiten waren laut UN vier bis fünf Millionen afghanische Flüchtlinge in dem Land. Aktuell beherbergt Islamabad etwa 1,4 Millionen Afghanen, die als Flüchtlinge offiziell registriert sind, und etwa 600.000 undokumentierte Afghanen. (dpa/calü)

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