UNHCR will in Afghanistan bleiben - Mehr humanitäre Hilfe gefordert

<p>Taliban-Kämpfer patrouillieren im Viertel Wazir Akbar Khan: Die Taliban versicherten am Dienstag, dass die Sicherheit von Botschaften und der Stadt Kabul gewährleistet sei, auch setzten sie sich für die Rechte von Frauen im Rahmen der islamischen Scharia ein.</p>
Taliban-Kämpfer patrouillieren im Viertel Wazir Akbar Khan: Die Taliban versicherten am Dienstag, dass die Sicherheit von Botschaften und der Stadt Kabul gewährleistet sei, auch setzten sie sich für die Rechte von Frauen im Rahmen der islamischen Scharia ein. | Foto: dpa

„Wir wollen im Land bleiben, weil die Menschen dort jetzt mehr denn je Hilfe brauchen“, sagte die UNHCR-Vertreterin in Deutschland, Katharina Lumpp, der „Welt“ (Mittwoch). Gemeinsam mit anderen humanitären Organisationen wolle man - „im Einklang mit humanitären Grundsätzen der Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit“ - weiter humanitäre Hilfe leisten.

Das UNHCR konzentriere sich dabei auf die Unterstützung von Vertriebenen und anderen Menschen in Not, solange man Zugang zu ihnen habe und so gut man das in dieser schwierigen, sich ständig verändernden Situation könne. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks arbeiten derzeit rund 200 Mitarbeiter in Afghanistan. „Da der Bedarf an humanitärer Hilfe enorm gestiegen ist und voraussichtlich noch weiter steigen wird, brauchen die Menschen mehr internationale Unterstützung“, mahnte Lumpp.

Sie wies darauf hin, dass in den vergangenen mehr als 40 Jahren mehr als 90 Prozent der afghanischen Flüchtlinge Schutz in den unmittelbaren Nachbarländern Iran und Pakistan gefunden hätten. „Diese Länder waren seit Jahrzehnten und Generationen ein Beispiel für Solidarität und eine integrative Politik“, betonte Lumpp. „Die meisten Afghanen, die in den letzten Monaten vertrieben wurden, sind derzeit aber Binnenvertriebene im eigenen Land. Sie brauchen jetzt dringend Unterstützung und humanitäre Hilfe.“ (dpa/calü)

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