Deutlich mehr Bootsmigranten erreichen Italien

<p>Ein Team der Hilfsorganisation SOS Mediterranee verteilt Rettungswesten auf einem in Not geratenen, im Mittelmeer treibenden Schlauchboot.</p>
Ein Team der Hilfsorganisation SOS Mediterranee verteilt Rettungswesten auf einem in Not geratenen, im Mittelmeer treibenden Schlauchboot. | Foto: picture alliance/dpa/Ärzte ohne Grenzen/Hannah Wallace Bowman

Nur ein kleiner Teil der Menschen - 4239 - wurden von den Rettungsschiffen der Nichtregierungsorganisationen (NGO) aus dem Mittelmeer geborgen und nach Italien gebracht. Beim allergrößten Teil der Neuankömmlinge - 40 727 - handelt es sich im Sprachgebrauch der italienischen Behörden um „Sbarchi Autonomi“, autonome Landungen. Dies sind Menschen, die Italien selbstständig erreichen.

Nach der Statistik war der Großteil der Migranten in Libyen (22 343) oder Tunesien (17677) in See gestochen. Nach den Angaben der Migranten bei ihrer Ankunft waren Tunesier am stärksten vertreten (14 153 insgesamt), gefolgt von Bangladeschern (6027) und Bürgern der Elfenbeinküste (3312).

Die Gesamtzahl der Bootsmigranten ist niedrig, wenn man sie mit den Zahlen von 2014 bis 2017 vergleicht. Im Zeitraum 1. August 2016 bis 31. Juli 2017 erreichte sie 182 877. Die damalige sozialdemokratische Regierung unter Ministerpräsident Paolo Gentiloni begann 2017, die Migrationspolitik deutlich zu verschärfen. Dazu zählte ein umstrittenes Abkommen mit Libyen mit dem Ziel, die Libyer dazu zu bringen, Migranten nicht aufs Meer hinaus zu lassen.

Die Populisten-Regierung, die mit Matteo Salvini von der rechten Lega als Innenminister nach den Wahlen 2018 das Ruder übernahm, verschärfte den Kurs. Salvini bekämpfte die internationalen Hilfsorganisationen und schloss die Häfen für Rettungsschiffe. Nach dem Ausscheiden Salvinis und dem Regierungswechsel 2019 gab es nur begrenzte Lockerungen. (dpa)

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