Das M-Wort ist für Marco Rose kein Tabu. „Aber um eine Meisterschaft zu gewinnen, müssen viele Dinge zusammenpassen“, sagte der neue Trainer von Borussia Dortmund vor dem Start der 59. Saison in der Fußball-Bundesliga, um dann doch in den Angriffsmodus zu schalten: „Wir verfolgen die maximalen Ziele. Daran arbeiten wir, das ist unser Anspruch.“
Ähnlich äußerte sich auch Jesse Marsch, der neue Trainer von RB Leipzig. Als US-Amerikaner gefällt ihm die neue Klub-Kampagne „You can do anything“ besonders gut, das spiegelt auch seine persönliche Einstellung wider. Auch im Titelkampf. „Wir sind bereit“, sagte der Nachfolger von Julian Nagelsmann vor dem Saisonauftakt am Sonntag (15.30 Uhr) beim FSV Mainz 05.
Seit neun Jahren sitzt der deutsche Rekordchampion Bayern München auf dem Bundesliga-Thron, doch Pokalsieger Dortmund und Vizemeister Leipzig würden diese Dominanz gerne beenden. „Wir haben den Kader, um deutscher Meister zu werden“, sagte BVB-Kapitän Marco Reus vor dem Auftakt gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (18.30 Uhr).
Nur mit Sprüchen ist allerdings noch niemand Meister geworden. Daher arbeitete Rose mit seiner Mannschaft in der Vorbereitung intensiv am aggressiven Pressing und forderte zugleich „eine hohe Spielaktivität mit dem Ball“.
Aufgrund einiger verletzter Profis und vielen EM-Fahrern befinde man sich derzeit noch „am Anfang eines Prozesses“. Nach dem souveränen Pokalauftritt beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden (3:0) wähnt sich Rose mit seinem Team aber „auf einem anständigen Weg“.
Auf diesem hat sich der BVB auch unter seinen Vorgängern schon öfters befunden, doch für ein Ende der Münchner Meisterserie genügte es bisher nicht. „Wir müssen mehr Konstanz in unser Spiel bringen“, forderte Rose deshalb und setzt noch auf einen anderen Trumpf: „Ich hoffe, dass wir irgendwann dieses Faustpfand Fans ausleben können.“ Gegen Frankfurt sind immerhin 25.000 Zuschauer zugelassen.
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht jedenfalls gute Chancen für den BVB und RB. „Für mich sind die Kader von Dortmund und Leipzig besser aufgestellt als der des FC Bayern. Ich sehe gerade Leipzig in einer guten Position und bin davon überzeugt, dass der Vizemeister der letzten Spielzeit eine sehr gute Rolle spielen wird. Dortmund ist sehr abhängig von Haaland – während Leipzig den besten Kader hat, um die Bayern zu ärgern. Vor Titeln sollte man in Leipzig nicht davonlaufen“, sagte der Weltmeisterkapitän von 1990 bei einem PR-Termin von Interwetten am Donnerstag in Düsseldorf.
Leipzig will seinen Teil dazu beitragen. Der neue Coach Marsch hat zumindest keine Angst vor großen Namen. „Wir müssen zusammen das Ziel haben, einen großen Titel zu holen“, sagte er. Wie Rose treibt Marsch die Gier nach Erfolg an.
Um am Ende eine Silber-Trophäe in den Händen zu halten, müssen sich die Leipziger aber vor allem in den direkten Duellen gegen den FC Bayern und Dortmund titelreif präsentieren. In diesen Begegnungen sei es wichtig, „über den Berg zu gehen“, sagte Marsch, „wir wollen gegen die besten Mannschaften unser bestes Spiel zeigen“. Das war ihnen in den vergangenen Jahren zu selten gelungen.
Der Nachfolger von Julian Nagelsmann kündigte „einen Mix aus Ballbesitz und Balljagd“ an. Man wolle vertikaler, schneller und offensiv mit mehr Pressing spielen. Und am Ende vielleicht das M-Wort aussprechen. (sid/tf)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren