Nach den jüngsten Überschwemmungen werden viele Fragen über das Management des außergewöhnlichen Hochwassers von Mitte Juli gestellt. Diese Fragen sind zwar legitim, bedürfen aber einer sorgfältigen und umfassenden Analyse. Der Öffentliche Dienst der Wallonie Mobilität und Infrastruktur (ÖDW MI) betont, wie wichtig es ist, alle Elemente zu sammeln, die für ein detailliertes Verständnis der Ereignisse erforderlich sind.
Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe des Hochwassers Mitte Juli bittet das SPW MI alle, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, die auf unvollständigen oder einseitigen Informationen beruhen. Das Verständnis des Phänomens, das die Überschwemmungen verursacht hat, und seiner Folgen erfordert notwendigerweise einen globalen und multidisziplinären Ansatz, um es in seiner ganzen Komplexität zu erfassen.
Die Teams des ÖDW MI setzen unermüdlich ihre Bemühungen fort, um die ersten vorrangigen Maßnahmen zur Sicherung der von ihnen verwalteten Infrastrukturen (Straßen, Brücken, Schleusen, Ufer usw.) durchzuführen. Wo immer möglich und erwünscht, unterstützen sie die lokalen Behörden und Interventionsdienste, um einen Weg aus der Krise zu finden.
Was das Verständnis der hydraulischen Vorgänge betrifft, die zu den außergewöhnlichen Überschwemmungen vom 14. und 15. Juli geführt haben, so wurde unmittelbar nach den Ereignissen mit der akribischen Arbeit der Datenerfassung, -analyse und -auswertung begonnen. Der ÖDW MI wird die Ergebnisse dieser Arbeiten an die offiziell benannten Behörden weiterleiten, um ihnen sachliche und präzise Informationen über die Funktionsweise und das Management der Talsperren während dieses beispiellosen meteorologischen Phänomens zu liefern.
Obwohl der ÖDW MI an der Regulierung der Wasserstände beteiligt ist, sind die Antworten auf die Fragen im Zusammenhang mit der Bewältigung des Hochwassers Mitte Juli äußerst komplex und gehen über die Verwaltung der Talsperren allein hinaus. Es ist wichtig zu betonen, dass die vom ÖDW MI gesammelten Daten nur ein Element unter all den Faktoren und Wechselwirkungen sind, die bei der Analyse der Ereignisse sorgfältig rekonstruiert werden müssen.
Der ÖDW MI möchte seinen umfassenden, transparenten und uneingeschränkten Beitrag zum Verständnis der Ereignisse leisten. Wie schon bei den EFAS-Meldungen möchte der ÖDW MI außerdem bestimmte Informationen, die über die Talsperren kursieren, klarstellen :
1. Die Stauseen der Weser und der Gileppe dienen in erster Linie als Trinkwasserreserven. Die Gesamtmenge, die an die SWDE geliefert wird, beträgt 95.000 m³/Tag und versorgt mehr als 400.000 Menschen in der Provinz Lüttich. Zusätzlich zu Ihrer Aufgabe als Trinkwasserreserve, können diese Talsperren sowohl bei Überschwemmungen als auch in Dürreperioden eine Rolle bei der Regulierung der Wasserläufe spielen.
2. Wassermenge in den Reserven der Stauseen vor dem Hochwasser :
- Gileppetalsperre : 18,15 Mio. m³ (theoretische maximale Kapazität von 26,46 Mio. m³) ;
- Wesertalsperre in Eupen : 19,13 Mio. m³ (theoretische maximale Kapazität von 24,74 Mio. m³).
Am Montag, dem 12. Juli, basierend auf die Wettervorhersagen, waren die Staudämme in der Lage, die erwartete Wassermenge aufzunehmen. (Zur Erinnerung: insgesamt 50 bis 100 mm in Ostbelgien von Dienstag, dem 13. bis Freitag, dem 16. Juli). Diese Vorhersage ist vergleichbar mit der vom 8. und 9. Juli 2014. Damals wurden die Niederschläge vollständig von der Eupener Talsperre aufgefangen, der über eine Reserve verfügte, die mit der von Mitte Juli 2021 vergleichbar war.
3. Maximale Wassermenge in den Reserven der Stauseen während des Hochwassers :
- Gileppetalsperre : 25,95 Millionen m³.
Diese Talsperre war in der Lage, die Überschwemmungen seines Einzugsgebiets während der starken Regenfälle in der Region aufzufangen.
- Wesertalsperre : 24,74 Millionen m³.
Diese Talsperre erreichte ihre maximale Kapazität am 14. Juli am späten Abend, als bereits 150 mm auf das Einzugsgebiet des Sees gefallen waren. Angesichts der außergewöhnlichen Intensität der Niederschläge zwischen 20 Uhr und Mitternacht (mehr als 60 mm auf einem bereits durchnässten Boden, siehe Niederschlagskurven im Anhang, auch abrufbar auf
http://infocrue.wallonie.be
4. Die Abflussmenge der Eupener Talsperre während des Hochwassers: In Absprache mit dem Krisenmanagement wurde beschlossen, die Abflussmenge ab Mittwoch, den 14. Juli um 18.45 Uhr alle 20 Minuten um 5 m³/s zu erhöhen, bis eine Gesamtabflussmenge von 40 bis 45 m³/s erreicht war. Dieser Abfluss wurde bis 22.30 Uhr aufrechterhalten, dann stieg der Zufluss in den See innerhalb von 60 Minuten von 80-90 m³/s auf 230-260 m³/s.
5. Das von diesen beiden Stauseen während des Hochwassers gespeicherte Wasservolumen: 13,41 Mio. m³, d. h. fast das Doppelte der Gesamtkapazität des Stausees von Robertville. Die beiden Talsperren haben also dazu beigetragen, große Wassermengen flussaufwärts der Weser zurückzuhalten.
6. Während der Hochwasserperiode wurde der Wasserpegel der Weser ab Eupen stark durch die Wassermengen aus den Wassereinzugsgebieten der Hill und der Soor beeinflusst, obwohl diese Wasserläufe teilweise zu den Talsperren umgeleitet werden (über Tunnel, die baulich auf 20 und 21 m³/s begrenzt sind). Die erste Schätzung des Höhepunkts der Hill in ihrem natürlichen Verlauf am Eingang von Eupen liegt in der Größenordnung von 170 m³/s.
7. Zwischen Eupen und dem Zusammenfluss mit der Hoëgne bei Pepinster, strömen die Wassermengen anderer Nebenflüsse zu den Wassermengen der Weser aus der Hill und dem Staudamm hinzu (insgesamt etwa 400 m³/s). Die Hoëgne selbst weist ein außergewöhnliches Hochwasser auf, das ebenfalls auf etwa 400 m³/s geschätzt wird. Flussabwärts von Pepinster bis Chênée beträgt die maximale Durchflussmenge fast 800 m³/s. Der letzte registrierte Rekord an dieser Stelle betrug 275 m³/s im September 1998.
Es müssen noch viele Daten gesammelt werden, um die bereits vorliegenden Informationen zu vervollständigen. Die Mitarbeiter des ÖDW MI tun ihr Möglichstes, um sicherzustellen, dass diese Informationen und kontextuellen Fakten zu den jüngsten extremen hydrologischen Phänomenen den Instanzen zur Verfügung gestellt werden, die für ihre Analyse zuständigen sind. (red)

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