Die Lage im Lütticher Stadtzentrum „ist derzeit stabil“.
23.10 Uhr: In Lüttich hat sich die Hochwasserlage zugespitzt. Vorsicht ist in der Maasstadt weiterhin das oberste Gebot. „Die Situation im Stadtzentrum ist derzeit stabil“, lassen die Stadtverantwortlichen am späten Donnerstagabend verlauten.
In den Vororte Angleur und Chênée sah die Lage derweil anders aus. Dort herrschte bereits im Nachmittag Land unter. Die Wassermassen hatten etliche Keller und Straßen geflutet. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden in und um Lüttich herum bis dato mehr als 1.000 Menschen von den Einsatzkräften gerettet.
Infolge der Unwetter musste unter anderem der Guillemins-Bahnhof geschlossen werden. Auch bei der Versorgung mit Gas gab es Probleme, weil in Chênée eine Leitung beschädigt wurde.
Landesweit haben die Wassermassen neun Todesopfer gefordert
22.34 Uhr: Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Unwetternist bis zum späten Donnerstagabend auf neun gestiegen. Zudem werden vier Menschen vermisst, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet.
Maastricht: 10.000 Menschen sollen Wohnungen verlassen
22.04 Uhr: Die südniederländische Stadt Maastricht hat rund 10.000 Bürger und Bürgerinnen aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen und sich vor dem Hochwasser in Sicherheit zu bringen. Mehrere Viertel der Stadt in der Provinz Limburg würden evakuiert, teilte die Stadt am Donnerstagabend mit. Es wird erwartet, dass in der Nacht die Maas so stark über die Ufer tritt, dass Wohnviertel überschwemmt werden.
Auch die Stadt Roermond evakuierte Viertel, mehrere Hundert Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Wasserstände der Flüsse in den Niederlanden schwellen durch die Wassermassen schnell an. Die Armee schickte mehrere Hundert Soldaten, um zu helfen.
Das niederländische Königspaar war am Donnerstagabend in die vom Hochwasser stark betroffene Region gereist. Sie hatten mit Bürgern und Bürgermeistern gesprochen.
Ministerin Verlinden ruft nationalen Katastrophenplan aus
20.20 Uhr: Um die Unwetterkatastrophe in weiten Teilen des Landes besser koordinieren zu können, hat Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) am Donnerstag die föderale Notfallphase ausgelöst. Die Situation sei nach wie vor sehr ernst und im Augenblick stehe einzig die Rettung von Menschenleben im Mittelpunkt. Mehr dazu gibt es HIER.
Schamlose Plünderungen nach Verwüstung in Verviers
19.10 Uhr: In Verviers haben Kriminelle die Hochwasserlage schamlos ausgenutzt: Wie die Zeitungen der Verlagsgruppe „Sudpresse“ berichten, ist es in der Stadt zu einzelnen Plünderungsversuchen von Geschäften, die durch die Wassermassen beschädigt worden sind, gekommen.
Um die verlassenen Gebäude vor Plünderungen zu schützen, haben die Stadtverantwortlichen eine Ausgangssperre verhängt. Demnach dürfen ab Donnerstagabend (21 Uhr) bis Freitagmorgen (6 Uhr) die Anwohner nicht ohne triftigen Grund ihre eigenen vier Wände verlassen. Damit die Bürger sich an die Maßnahme halten, werden die Beamten der Polizei die Einhaltung der Ausgangssperre verstärkt kontrollieren.

Fotostrecke ist online: Die Unwetterschäden in Lontzen, Kelmis und Raeren
18.30 Uhr: Auch in Lontzen, Kelmis und Raeren haben die Wassermassen, die in den letzten Stunden vom Himmel gekommen sind, für zahlreiche Schäden gesorgt. Unser Fotograf Ralf Schaus war in allen drei Gemeinden unterwegs und hat das Ausmaß mit seiner Kamera im Bild festgehalten. Zu der Fotostrecke geht es HIER.
Wasserschäden gehen in Eupen in die Millionen
18.18 Uhr: „Das wird uns noch sehr lange beschäftigen. Wir sind derzeit noch sehr weit von den eigentlichen Aufräumarbeiten entfernt“, ist Eupens Bürgermeisterin Claudia Niessen überzeugt. Die Schäden gehen in die Millionen. Brücken existieren nicht mehr oder sind schwer beschädigt, Straßen wie der untere Teil der Malmedyer Straße werden erneuert werden müssen. Zum kompletten Bericht des GrenzEcho-Redakteurs Heinz Gensterblum geht es HIER.
„Das Wetzlarbad ist komplett verwüstet“ - Große Schäden auch beim KTC Eupen
17.48 Uhr: Annick Meys ist erneut in der Unterstadt unterwegs. Dieses Mal hat sich die GrenzEcho-Redakteurin bis in den Ortsteil Hütte vorgekämpft. Was sie dort vorfand, beschreibt sie als „schrecklich“. Besonders hart getroffen haben die Unwetter das Quartum Business Center, in dem unter anderem das Arbeitsamt der DG beheimatet ist. „Ein Teil des Parkplatzes wurde von den Wassermassen einfach weggerissen“, berichtet die Journalistin. Die angrenzende Brücke sei unpassierbar. Ein paar Meter weiter im Lago Wetzlarbad herrsche ebenfalls totales Chaos. „Das Wetzlarbad ist komplett verwüstet“, sagt sie. Das gilt derweil auch für die Tennishalle des KTC Eupen. „Ich weiß nicht, wie es anders beschreiben soll, aber der hintere Teil der Halle ist aufgeplatzt.“ Das Café gegenüber sei noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Eine Reportage aus der Ketteniser Sporthalle: „Auf einen Apfeltee in der Notunterkunft“
16.46 Uhr: GrenzEcho-Redakteurin Nathalie Wimmer hat Flutopfern, deren Häuser in der Eupener Unterstadt evakuiert wurden, in der Ketteniser Sporthalle einen Besuch abgestattet. Zur Reportage, die den Titel „Auf einen Apfeltee in der Notunterkunft in Kettenis“ trägt, geht es HIER.
DG-Regierung spricht Betroffenen Mut und Kraft zu
16.27 Uhr: Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft bekundet in einem Kommuniqué ihre tiefempfundene Solidarität mit den Geschädigten der Hochwasserkatastrophe, die Ostbelgien in den vergangenen Stunden heimgesucht hat.
„Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, auch in den anderen Landesteilen, denen wir viel Kraft und Mut zusprechen. Gleichzeitig gilt unser aufrichtiger Dank den Rettungsdiensten, den vielen haupt- und ehrenamtlichen Helfern sowie auch den Gemeinden und ihren Bürgermeistern für ihren unermüdlichen Einsatz im Dienste unserer notleidenden Mitbürgern“, heißt es in dem Schreiben.
Es sei nicht nur eine verheerende Wasserflut durch unsere Region in den vergangenen Stunden gezogen, sondern auch eine kraftvolle Welle der Solidarität. „Für diese Solidarität sind wir sehr dankbar. Einmal mehr erleben wir, dass die Menschen in Ostbelgien zusammenhalten. Auch und gerade in Krisenzeiten“, heißt es abschließend.
24 Tote bei Unwetter in Nordrhein-Westfalen
16.01 Uhr: Hochwasser hat in Nordrhein-Westfalen nach ersten Angaben wohl 24 Menschen das Leben gekostet. NRW-Ministerpräsident Laschet eilte nach Altena und Hagen, der Innenminister brach seinen Urlaub ab. Besonders schlimm ist die Lage im Kreis Euskirchen. Dort starben nach Behördenangaben 15 Menschen. In mehreren Orten des Kreises sei die Lage sehr kritisch, hieß es. Teilweise sei der Zugang zu den Orten abgeschnitten. Auch die Kommunikation sei im Kreisgebiet weitgehend ausgefallen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren im Süden von NRW bis zu 180 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. In Eschweiler bei Aachen musste indes ein Krankenhaus evakuiert werden. Intensivpatienten wurden per Rettungshubschrauber vom Dach abgeholt und in andere Kliniken gebracht. Im Krankenhaus war - wie im Großteil der Innenstadt von Eschweiler - die Trinkwasser- und Stromversorgung ausgefallen.

Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten und führten am Donnerstag weiterhin Hochwasser. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll. Mehr als 15.000 Feuerwehrleute und Katastrophenhelfer absolvierten landesweit über 22.000 Einsätze.
Fotostrecke ist online: Die Eupener Unwetterschäden in Bildern
15.30 Uhr: Die starken Regenfälle haben in Eupen eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Unsere Redakteure und Fotografen haben in den letzten Stunden unzählige Bilder zusammengetragen. Alle Schnappschüsse gibt es HIER.
Anwohner der Unterstadt dürfen zeitweise zu ihren Häusern
15.10 Uhr: Die Anwohner der Unterstadt dürfen am Nachmittag von 16 bis 18 Uhr zu ihren Häusern. Das teilt die Stadt in einem Rundschreiben mit. Da für die kommende Nacht erneut Niederschläge gemeldet sind, müssen die Bürger die Nacht sicherheitshalber erneut außerhalb verbringen.
Wie die Stadt mitteilt, sind folgende Straßen noch nicht zugänglich:
- Gülcherstraße
- Schilsweg teilweise 2-26
- Malmedyer Straße (alter Teil am Kabelwerk)
- Selterschlag Seite Kabelwerk
- Pangweg
- Hütte ab Quartum Zentrum
Folgende Häuser sind derweil nicht mehr bewohnbar bzw. weisen erhebliche Schäden auf und müssen dringend statisch überprüft werden:
- Schilsweg 2-28 einschließlich (gerade Hausnummern)
- Selterschlag Nr. 13 und 15
- Haagenstraße Nr. 1, 3,5,7 und 11
- Malmedyer Straße (alter Teil am Kabelwerk)
- Selterschlag Seite Kabelwerk
- Pangweg
- Haasstraße Nr. 13 – 61 (ungerade Nummern)
Die Bewohner dieser Häuser dürfen in der Zeit von 16 – 18 Uhr lediglich kurz die Schäden von außen begutachten.
„Je nach Wetterlage können diese Dispositionen kurzfristig abgeändert werden. Den Anweisungen der Polizei und der Rettungsdienste vor Ort muss strikt gefolgt werden“, heißt es abschließend.
Die Maas droht überzulaufen: Teile von Lüttich werden evakuiert
14.29 Uhr: „Was in Lüttich passiert, ist unglaublich. Die Lage verschlimmert sich von Minute zu Minute“, schreibt „La Dernière Heure“. Teile der Stadt Lüttich sollen demnach evakuiert werden. Betroffen sind vor allem die Anwohner der Maas, die ihre Gebäude räumen und zu höheren Punkten der Stadt gebracht werden sollen. „Dort, wo die Evakuierung nicht möglich ist, sollen die Personen kein Risiko eingehen und sich auf die oberen Etagen begeben. Diejenigen, die sich auf Bodenhöhe befinden, müssen Lüttich verlassen. Geschäfte müssen schließen.“ Die Krisensituation sei außergewöhnlich, die Menschen sollen sich solidarisch verhalten, so die Behörden.
Der Wasserpegel der Maas hat bereits eine besorgniserregende Höhe erreicht und soll in den kommenden Stunden um weitere 1,50 Meter steigen. Schon jetzt befänden sich mehrere Lütticher Stadtviertel unter Wasser.

Mindestens sechs Todesopfer in der Provinz Lüttich
13.44 Uhr: In der Provinz Lüttich haben die Wassermassen mindestens sechs Todesopfer gefordert. Wie die Nachrichtenagentur Belga berichtet, sind allein in Verviers vier Menschen ums Leben gekommen. Genauere Hintergründe waren zunächst nicht bekannt. Ein weiteres Flutopfer wurde derweil in Aywaille gefunden. Nach Angaben der Tageszeitung “La Meuse” soll es sich dabei um einen 50-jährigen Mann handeln. Wie das frankofone Blatt berichtet, soll der Mann wohl in dem Keller seines Wohnhauses von den Wassermassen überrascht worden sein.
Die sechste Person, die in der Provinz Lüttich ums Leben gekommen ist, stammt aus Eupen. Wie die Behörden dem GrenzEcho auf Nachfrage bestätigt haben, handelt es sich bei dem Opfer um einen 22-jährigen Mann. Wie die Behörden bestätigten, ist der junge Mann im Eupener Ortsteil Nispert in den reißenden Stadtbach geraten und vom Sog der Wassermassen mitgerissen worden.
Von der Leyen verspricht Hochwasser-Betroffenen Hilfe
13.16 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Ländern Hilfe zugesagt und den Opfern ihr Mitgefühl ausgesprochen. „Meine Gedanken sind bei den Familien der Opfer der verheerenden Überschwemmungen in Belgien, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden sowie bei denen, die ihr Zuhause verloren haben“, hieß es in einem Tweet von der Leyens am Donnerstag. „Die EU ist bereit zu helfen.“ Betroffene Länder könnten den Katastrophenschutzmechanismus der EU in Anspruch nehmen.
Die Polizei lässt niemanden durch – „Es macht keinen Sinn“
13.10 Uhr: Die Beamten der Polizeizone Weser-Göhl teilen in einem Rundschreiben mit, dass „niemand zu den evakuierten Häusern durchgelassen wird“. Dies gelte auch für die Bewohner der Häuser. „Es macht somit keinen Sinn, sich vor Ort zu begeben, da man dort nur die Arbeit der Rettungsdienste behindert, die alles daran setzen, die betroffenen Straßenabschnitte schnellstmöglich wieder erreichbar zu machen“, heißt es in dem Kommuniqué. Die betroffenen Anwohner sollten in ihren derzeitigen Unterkünften bleiben. Sobald ihre Wohnungen wieder zugänglich seien, werde dies über die Presse mitgeteilt bzw. würden die in den Notunterkünften untergebrachten Personen benachrichtigt, so die Beamten.

Premier De Croo sichert Flutopfern auf Twitter volle Unterstützung zu – auf Deutsch
12.53 Uhr: Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) hat am Donnerstag unüblicherweise über Twitter auf Deutsch kommuniziert. In seinem Twett, den der Premier um 12.42 in die weiten des Internets jagte, sicherte er allen Flutopfern sowie den örtlichen Behörden „unsere volle Unterstützung zu“.
Region Aachen: Mehrere Ortschaften wegen Hochwasser ohne Strom
12.35 Uhr: In der Region Aachen sind wegen des Hochwassers mehrere Ortschaften ohne Stromversorgung. „Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, wann die Versorgung wieder hergestellt werden kann“, teilte die Regionetz GmbH, der Netzbetreiber der Stadt Aachen, am Donnerstagvormittag mit. „Aufgrund der Überschwemmungen können die Kollegen der Regionetz keine Kellerräume betreten und somit auch keine einzelne Haushalte wieder an das Stromnetz anschließen.“
Betroffen seien vor allem Stolberg mit der Innenstadt und den Ortsteilen Vicht und Zweifall, die Eschweiler Innenstadt und der historische Ortskern von Kornelimünster in Aachen. Roetgen und der Stadtteil Rott seien zudem zurzeit nicht mit Gas versorgt. „Grund dafür ist die eingestürzte Brücke, die die Gasleitung beschädigt hat“, teilte Regionetz weiter mit.
Claudia Niessen: „Es gibt aktuell noch 150 offene Einsätze“
12.01 Uhr: Nach einer kurzen Nacht haben die Rettungskräfte in Eupen am Donnerstagmorgen die Arbeit wieder aufgenommen. „Es gibt aktuell noch 150 offene Einsätze“, erklärt Eupens Bürgermeisterin Claudia Niessen (Ecolo) dem GrenzEcho auf Nachfrage. Rund 40 Mitarbeiter der Hilfeleistungszone DG sind allein in den vier Nordgemeinden im Einsatz.

„Es ist eine Katastrophe“, fasst die Bürgermeisterin die Situation in der Weserstadt zusammen. Ein Haus in der Malmedyer Straße in Eupen war dem Erdboden gleichgemacht worden, das Restaurant Visé in der Haasstraße wurde stark beschädigt. Die Fluten waren in der Nacht derart gewaltig gewesen, dass die Feuerwehr ihre Boote nicht einsetzen konnte, um Menschen aus ihren Häusern zu evakuieren. In den sozialen Medien machte eine Filmsequenz die Runde, die zeigte, wie ein Foodtruck weggespült wurde.
Begeistert ist Claudia Niessen von der Solidarität, die spontan aus der Bevölkerung gekommen war. Dabei war das Angebot zum Teil größer als die Nachfrage, sodass viele Hilfsangebote zunächst nur notiert werden konnten. Sie sollen später koordiniert und gezielt genutzt werden.
An der Bütgenbacher Staumauer werden die Ablassmengen „kontrolliert erhöht“
11.40 Uhr: Bürgermeister Daniel Franzen teilt dem GrenzEcho mit, dass an der Bütgenbacher Staumauer die Ablassmengen im Laufe des Nachmittags „kontrolliert erhöht werden“. Die maximale Staumenge des Sees sei zwar noch nicht erreicht, doch möchte Betreiber Engie kein Risiko eingehen. Die Aktion geschieht in Rücksprache mit den Verantwortlichen der Gemeinden Malmedy und Weismes, da in Robertville eine weitere Talsperre in Verbindung mit der Warche steht.
Daniel Franzen machte deutlich, dass die Einwohner seiner Gemeinde „laut der Aussage und den Berechnungen von Engie“ keine besorgniserregende Situation zu erwarten haben, weil das Flussbett breit genug sei. Die Gemeindedienste werden die Übergänge am Flossweg und der Mühlenstraße (beide Weywertz) sowie die kleinen Brücken Am Steg (Bütgenbach/Nidrum) und Wallbrückstraße (Weywertz) aber im Auge behalten. Die beiden letztgenannten Punkte sind ohnehin dem Ortsverkehr vorbehalten und werden bei Bedarf gesperrt.
Sollte die Situation es zulassen, werden die Ablassmengen mit einem zeitlichen Abstand von ein bis zwei Stunden erhöht. Die erste Öffnung soll zwischen 14 und 15 Uhr erfolgen.
Unwetteropfer sind in Ketteniser Sporthalle untergekommen – Polizei: „Bleiben Sie in Sicherheit“

11.22 Uhr: Rund 40 Personen, deren Häuser in der Eupener Unterstadt evakuiert wurden, haben die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der Sport- und Festhalle in Kettenis verbracht. Gut geschlafen haben allerdings nur die wenigsten. „Der Regen hat die ganze Nacht auf das Dach getrommelt. Das war sehr laut. Außerdem habe ich mir natürlich Sorgen gemacht“, erklärt Pascale Vechir.
Sie hat ihre Wohnung in der Haasstraße am Mittwochabend auf Anweisung der Polizei verlassen. Bis auf weiteres wird sie in der Halle bleiben. Die Stadt Eupen warnt alle Anwohner davor, auf eigene Faust nach ihrem Heim zu sehen. „Bitte versuchen Sie nicht zu Ihrem Haus zu gelangen. Die Polizei lässt Keinen in die betroffenen Straßen hinein, dies auch zum Schutz Ihres Eigentums. Bleiben Sie in Sicherheit“, so der Wortlaut der Pressemitteilung.
Pascale Vechir überlegt, ob sie bei ihren Kindern in Sprimont unterkommen könnte. „Aber mein Auto hat eine Panne. Irgendwie kommt das Unglück immer geballt. Die Busse und Züge fahren ja nicht. Also heißt es erstmal abwarten“, überlegt sie. Immerhin gibt es zu essen und zu trinken, die Heizung läuft. Personal des öffentlichen Sozialhilfezentrums (ÖSHZ) begleitet die Menschen – so lange wie es nötig ist.
Auch in Dolhain herrscht Land unter
11.04 Uhr: Spektakuläre Bilder auch in Dolhain, wo die Wassermassen mehrere Fahrzeuge mitgeschleppt und ineinandergekeilt haben. Das Zentrum von Dolhain ist für den Verkehr gesperrt.

GrenzEcho-Redakteurin verschafft sich ein Bild in der Unterstadt – Stadt lässt Brücke überprüfen
10.48 Uhr: „Das sind Zerstörungen eines unglaublichen Ausmaßes“, berichtet Annick Meys am Donnerstagmorgen. Gemeinsam mit Fotograf David Hagemann hat sich die GrenzEcho-Redakteurin in die Eupener Unterstadt aufgemacht, um sich ein umfangreiches Bild der Lage zu verschaffen. Nach Angaben der Journalistin haben die Wassermassen etliche Fenster und Türen aus den Angeln gerissen und überall liegt das Hab und Gut der Leute herum.
In der Haasstraße steht unterdessen das Wasser noch immer kniehoch. „Die Straße ähnelt immer noch einem Fluss“, sagt Annick Meys, die beobachten konnte, wie immer wieder Anwohner versuchen, zu ihren zerstörten Häusern zu gelangen – ohne Erfolg. Die Rettungskräfte haben aus Sicherheitsgründen alles abgesperrt und können nur hilflos abwarten, dass das Wasser abläuft. Eine Beamtin der Polizei hat den Betroffenen auf Nachfrage keine allzu großen Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr in ihre eigenen vier Wände gemacht. „In den nächsten Tagen wird da wohl nichts möglich sein.“

Eupens Bauschöffe Michael Scholl (PFF) hat Annick Meys derweil berichtet, dass er einen Experten beauftragt hat, der die Brücke, die die Malmedyer Straße zum Kreisverkehr an der Frankendelle führt, auf ihre Tragfähigkeit überprüfen soll. Wann mit den Ergebnissen des Ingenieurs zu rechnen ist, war zunächst nicht klar.

Unwetterbilder machen in den sozialen Netzwerken die Runde
10.05 Uhr: Die heftigen Unwetter sorgen in den sozialen Netzwerken für Furore. Quasi im Minutentakt werden Videos hochgeladen, die die Ausmaße der starken Regenfälle zeigen. Auch Ostbelgier haben spektakuläre Videos auf Facebook, Instagram & Co. veröffentlicht. Eines davon hat GrenzEcho-Leser Michael Johnen gemacht. Der Eupener hat am späten Mittwochabend in der Unterstadt haltgemacht und die reißenden Fluten im Bewegtbild festgehalten.
Auch in der Provinz Limburg sorgt Hochwasser für Probleme
9.43 Uhr: Auch in der niederländischen Provinz Limburg gibt es Probleme mit Hochwasser. In Valkenburg werden die Lebensmittel knapp, da durch das Hochwasser keine Lkw den beliebten Touristenort erreichen können. Zudem seien die Hotels neben Touristen, ausgebucht durch evakuierte Einwohner, berichtet der Lokalsender L1. Zudem fiel in 400 Haushalten der Strom aus. Das Zentrum von Valkenburg stand am Mittwochabend mehr als 50 Zentimeter unter Wasser.
Polizei bittet darum, Schönberg zu umfahren
9.37 Uhr: Die Eifelpolizei bittet, die Ortschaft Schönberg zu umfahren. Das Dorf Rödgen ist zudem von belgischer Seite nicht zu erreichen. Und im Dreiländereck bei Ouren sind die Straßen nicht passierbar.
Fluten fordern in Aywaille ein Todesopfer
9.23 Uhr: In Pepinster sind mehrere Häuser aufgrund der massiven Regenfälle eingestürzt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Belga. Über mögliche Opfer ist nichts bekannt. Laut Berichten kam in Aywaille ein Mensch ums Leben. Er ertrank offenbar in einem mit Wasser vollgelaufenen Keller.
Soldaten helfen im Kampf gegen die Wassermassen
9.12 Uhr: Wegen der Überflutungen im Zuge des Starkregens hat Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) die Hilfe der Armee zugesagt. In mehreren Gemeinden der Provinzen Lüttich, darunter Chaudfontaine und Spa, Namur, Luxemburg und Limburg sind die ersten Soldaten seit Mittwoch im Einsatz – mit Lastwagen zwecks Evakuierung der Bevölkerung, Sandsäcken und Feldbetten.
„Hilfeersuchen und der Einsatz von Gerätschaften werden auf Provinzebene in Abstimmung mit den Einsatzkräften vor Ort abgewickelt. Die Armee kann unter anderem mit dem Einsatz von Zodiacs, Wasserpumpen, Transport- und Unterbringungskapazitäten helfen. Das Personal ist mit seinen Ressourcen innerhalb von zwei Stunden einsatzbereit“, so der Sprecher von Ministerin Dedonder.
„Der Strom war weg, man sah nichts, außer die braune Brühe.“
9.01 Uhr: GrenzEcho-Journalist Arno Colaris hat sich in Schönberg mit Claudine Keller-Schröder unterhalten. Dort ist über Nacht die Our über die Ufer getreten: „Als ich gestern Abend gegen 23 Uhr nach Hause kam, war noch alles in Ordnung. Eine Stunde später kam die Nachricht von meinen Kindern, dass ihr Haus im Dorfzentrum unter Wasser steht. Der Strom war weg, man sah nichts, außer die braune Brühe. Das Wasser lief und lief. Heute Morgen ist der Pegel wieder abgesunken.“ Was bleibt, ist der Schaden. Viele Beschädigungen sind im Ortskern ersichtlich, selbst Autos wurden in Bewegung gesetzt. Neben der K.F.-Schinkelstraße waren u.a. auch die Straße „Zum Burren“ und das Freizeitgelände betroffen. Auf die Frage, ob sie solche Zustände in Schönberg schon erlebt habe, meinte sie: „Früher hat es Überschwemmungen gegeben. Ende der 70er Jahre wurde eine Mauer an der Our gebaut. Seitdem haben wir derartige Überschwemmungen eigentlich nicht mehr erlebt.“

Bürgermeister Herbert Grommes, selbst Schönberger, zeichnete ein ähnliches Bild: „Ich kam gegen 23.30 Uhr zurück von den neuralgischen Punkten der Gemeinde. In Schönberg war noch alles in Ordnung. Um 0.15 Uhr war plötzlich der Strom weg und ich sah Blaulicht.“ Der Bürgermeister sprach von einer Art „Welle“, die sein Heimatdorf über die Our erreicht habe. An den Regenfällen in der Ortschaft selbst könne es nicht gelegen haben. „Das hat man noch nicht gesehen.“ Das erste Anliegen der Einsatzkräfte war es zu überprüfen, dass keine Personen zu Schaden kamen, insbesondere weil viele Einwohner bereits im Bett lagen. Mehrere Häuser wurden evakuiert und die Bewohner anderweitig untergebracht. Glücklicherweise sei niemand verletzt worden.
Probleme gab es unterdessen auch in Weppeler, Alfersteg und Rötgen, wo stellenweise Wasser in die Keller gelaufen ist.
Ein Bild der Verwüstung in Eupen
8.44 Uhr: Der Eupener Werthplatz und die Gospertstraße stehen immer noch unter Wasser. Die Wassermassen strömen von Nispert kommend in die Innenstadt. Hier geriet gestern der junge Mann in die Wassermassen, der später am Rothenberg leblos aufgefunden wurde. In der Unterstadt herrscht derweil Ausnahmezustand. Die starken Regenfälle haben die Weser in einen reißenden Fluss verwandelt, der eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hat – und die Gefahr ist noch lange nicht gebannt.
Auch in Raeren herrscht weitgehend Ruhe
8.27 Uhr: Im Zentrum von Raeren herrscht weitgehend Ruhe. Manche Häuser nahe des Museums sind immer noch von Wassermassen eingeschlossen. Die Gemeindeverantwortlichen teilen mit, dass sämtlicher Ortsverkehr derzeit nicht möglich ist. „Wir bitten das Ortszentrum Raeren aufgrund der Hochwasserlage weiträumig zu umfahren. Sobald die Situation sich normalisiert werden wir es mitteilen“, heißt es in einer Mitteilung.

In Amel und Bütgenbach ist die Lage noch ruhig
8.09 Uhr: Die Bürgermeister der Gemeinden Amel, Erik Wiesemes, und Bütgenbach, Daniel Franzen, sprechen von einer ruhigen Nacht in ihren Kommunen. Zwar sei der der Pegel der Amel zwischen Deidenberg und Montenau stark angestiegen, doch sei der Fluss noch nicht über die Ufer getreten. Unterdessen sei der Füllstand des Bütgenbacher Stausees noch nicht kritisch, sagte Franzen.
In Wirtzfeld wurde noch am Mittwochabend ein Jugendlager evakuiert. Die 38-köpfige Gruppe aus Oreye wurde in der Büllinger Notdienstzentrale untergebracht. Den Transport hat die Büllinger Feuerwehr übernommen. Ansonsten sei die Lage überschaubar geblieben, sagte Bürgermeister Friedhelm Wirtz.
Starke Regenfälle halten die Städteregion Aachen in Atem
7.44 Uhr: In Schuld bei Adenau in der deutschen Eifel sind in der Nacht wegen Überflutungen und Dauerregens sechs Häuser eingestürzt. Eine Vielzahl von Häusern ist laut Polizei Koblenz instabil und einsturzgefährdet. Nach Angaben der Polizei vom Morgen werden derzeit mehr als 30 Menschen vermisst.
Auch in der Städteregion Aachen ist die Lage dramatisch. Besonders betroffen sind Monschau, Kornelimünster, Eschweiler und Stolberg. In Eschweiler steht die komplette Innenstadt unter Wasser.
Unwetter legen Bahnverkehr lahm
7.21 Uhr: Die Unwetter haben am Donnerstag erneut zu Problemen im Zugverkehr geführt. Der Schienennetzbetreiber Infrabel hat den Zugverkehr im Süden des Landes komplett stillgelegt. Das gab Mobilitätsminister Georges Gilkinet (Ecolo) bekannt. Es sei im Moment unmöglich Reisende sicher zu transportieren, hieß es. Bereits seit Mittwochmorgen verkehrten keine Züge zwischen Lüttich und Eupen. Die Reisenden werden gebeten, sich auf der Website der SNCB über die Entwicklung der Lage zu informieren.
Erste Überschwemmungen in der Eifel gemeldet
7.10 Uhr: Im Schönberger Ortszentrum ist die Our vergangene Nacht über die Mauern gestiegen und hat Schaden angerichtet. Das Wasser ist in zahlreiche Wohnhäuser und Geschäfte in der K.-F.-Schinkelstraße geflossen.
In der Gemeinde Burg-Reuland sind die Flüsse Ulf und Our ebenfalls aus den Ufern gestiegen. Das Zeltlager, das gestern in Weweler evakuiert wurde, steht heute Morgen komplett unter Wasser. In Weweler steht ebenfalls der Keller eines Wohnhauses unter Wasser. Die Straße ab Weweler in Richtung Stoubach ist nicht passierbar, teilt Bürgermeisterin Marion Dhur mit, in Erwartung weiterer Regenfälle.
Auch in anderen Teilen des Landes herrscht Ausnahmezustand
6.56 Uhr: Nicht nur in der DG herrscht Land unter. Auch in anderen Landesteilen haben die Wassermassen für Ausnahmezustand gesorgt. In Moelingen, in den Voeren, sind in der vergangenen Nacht verschiedene Häuser evakuiert worden. Die Menschen mussten zum Teil mit Booten geholt werden. Zuvor war der kleine Fluss Berwine über seine Ufer getreten. Betroffen waren 140 Wohnungen, wie Bürgerseiter Joris Gaens erklärte.
In Marcourt, in der Provinz Luxemburg wird derweil ein 15-jähriges Mädchen vermisst. Es soll in die Ourthe gestürzt sein. Es wurde die ganze Nacht mit Tauchern und Drohnen nach ihr gesucht. Wie die Polizei berichtet, jedoch ohne Erfolg.
In der Provinz Luxemburg sind verschiedene Dörfer überschwemmt und wurden komplett abgeriegelt.
In der Provinz Lüttich droht auf Höhe der Staumauer von Monsin die Maas über die Ufer zu treten. Der Bürgermeister von Lüttich rief die Bevölkerung auf, ihre Keller zu räumen.
Land unter in Eupen – Wassermassen überfluten die Weserstadt
6.34 Uhr: Im Zentrum von Eupen ist die Lage am Donnerstagmorgen weiterhin angespannt. Wie Bürgermeisterin Claudia Niessen über ihre Facebook-Seite bekannt gibt, steht „das komplette Zentrum von Eupen unter Wasser“.
Couvenplatz, Am Busch, Zur Nohn, Noereth sowie die Unterstadt seien demnach nicht passierbar. Auch die Oestraße muss gesperrt werden. Auf der Facebook-Seite der Stadt Eupen werden alle Arbeitnehmer darum gebeten, „sich nicht auf den Weg zu ihrer Arbeitsstelle zu machen.“ Zudem würden keine Busse fahren. Bürgermeisterin Claudia Niessen bestätigte dem GrenzEcho am Telefon, dass man sich aktuell einen Überblick über die Lage verschaffen.

Unglück in Eupen: Wassermassen reißen 22-Jährigen mit
6.13 Uhr: Traurige Neuigkeiten aus der Weserstadt: Ein junger Mann ist am Mittwoch in Eupen ums Leben gekommen. Zur Meldung geht es HIER.

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