Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller: In Teilen Belgiens hat Starkregen für chaotische Verhältnisse gesorgt. Das Königliche Meteorologische Institut (KMI) hatte am Mittwochmorgen den „Code rot“ für die Provinz Lüttich ausgerufen. Die Wetterexperten erwarteten starke Gewitter und starke Regenfälle, die zu Überflutungen führen könnten. Konkret bestand die Gefahr, dass mindestens ein Viertel der Provinz von heftigen Unwettern heimgesucht werden würde. Die Experten rechneten mancherorts mit einem Niederschlag von mindestens 100 Litern pro Quadratmeter.
Gouverneurin ruft den Katastrophenplan aus.
Kurz darauf hatte die stellvertretende Provinzgouverneurin Catherine Delcourt einen Krisenstab einberufen, um die Situation bestmöglich zu analysieren. Das Urteil ließ nicht lange auf sich warten: Alarmstufe Rot. Catherine Delcourt rief daraufhin umgehend den Katastrophenplan aus.
Ordentlich was vom Himmel gekommen ist vor allem in den Gemeinden Spa, Jalhay Esneux, Trooz und Theux. Auf Bildern, die in den sozialen Netzwerken die Runde machen, ist zu sehen, wie Menschen knietief in überschwemmten Straßen stehen. Viele Bachläufe waren dort über die Ufer getreten.

Die Wasserstadt Spa, die im Tal des Wayai liegt, machte ihrem Namen alle Ehre. Überall in der bei Touristen beliebten Ortschaft sorgten die Wassermassen für Überschwemmungen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Keller leerzupumpen und Straßen zu räumen. Die Unwetter setzten Spa sogar so heftig zu, dass im Zentrum die Stromversorgung ausfiel. Wie der Netzbetreiber Elia gegen Mittag mitteilte, standen an mehreren Stellen der Stadt Stromkabinen unter Wasser. Durch den Stromausfall war auch das Telefonnetz phasenweise arg beeinträchtigt. So konnte die Stadtverwaltung als auch die Polizei nicht telefonisch erreicht werden.
Pfadfinderlager mussten wegen des Unwetters geräumt werden.
In Jalhay und Theux mussten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mehrere Pfadfinderlager evakuiert werden. Infolge der starken Niederschläge wurden am Mittwochmorgen weitere Camps geräumt.

Die heftigen Unwetter hatten am Mittwoch auch zu Problemen im Zugverkehr geführt. Die Bahnlinien Kortrijk-Welkenraedt, Liège-Guillemins-Verviers-Central und Ostende-Eupen, wurden dicht gemacht, da Teile der Gleise vollkommen überschwemmt waren.
Auch in NRW herrschte Land unter.
Auch hinter den Landesgrenzen hielten Überschwemmungen die Menschen in Atem. Unter anderem drohte eine Überflutung des historischen Stadtkerns von Kornelimünster in Aachen. Die Feuerwehr bereite eine Notunterkunft vor, um Menschen aus Teilen des historischen Altstadtkerns aufnehmen zu können. Auch in anderen Teilen von Nordreihen-Westfalen (NRW) wie z. B. in Düsseldorf mussten die Rettungskräfte immer wieder wegen Unwettereinsätzen ausrücken.

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