Stadt Aachen nimmt zwei Wasserstofffahrzeuge für die Abfallsammlung in Betrieb

<p>Ein Novum für Aachen: Achim Knoll, Bereichsleiter Einkauf und Technik des Aachener Stadtbetriebs, Thomas Thalau, Leiter Aachener Stadtbetrieb, Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Klaus Mees, Bergdirektor des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, und Julia Scholtes, Gesamtprojektleiterin „AachenMooVe!“ (von links), freuen sich, dass in Aachen nun wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeuge eingesetzt werden</p>
Ein Novum für Aachen: Achim Knoll, Bereichsleiter Einkauf und Technik des Aachener Stadtbetriebs, Thomas Thalau, Leiter Aachener Stadtbetrieb, Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Klaus Mees, Bergdirektor des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, und Julia Scholtes, Gesamtprojektleiterin „AachenMooVe!“ (von links), freuen sich, dass in Aachen nun wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeuge eingesetzt werden | Foto: Stadt Aachen/Andreas Steindl

Damit sei Aachen europaweit eine der ersten Städte, die überhaupt Wasserstofffahrzeuge in diesem Bereich einsetze, teilt die Stadt mit. „Als kommunaler Dienstleister arbeiten wir für die Stadtbevölkerung und das mitten in der Stadt – mit einer großen Belastung durch Lärm und Abgase. Deshalb haben wir schon früh damit angefangen, unseren Fuhrpark auf alternative Systeme umzustellen. Bei unseren großen Maschinen, wie den Abfallsammelfahrzeugen, war das bislang schwer. Jetzt haben wir ein hervorragendes Ergebnis. Wir können klimaneutral unterwegs sein und haben dabei auch noch eine ganz andere, niedrige Lärmbelastung“, sagt Stadtbetriebsleiter Thomas Thalau.

Verkehr in Aachen, der mit Kraftfahrzeugen zurückgelegt wird, soll möglichst emissionsfrei stattfinden. Um die Umsetzung zu beschleunigen, hat die Stadtverwaltung beträchtliche Projektförderungen akquiriert. Einen wesentlichen Anteil daran haben Julia Scholtes, Projektleiterin „AachenMooVe!“, und ihr Team. „Die Anschaffungskosten belaufen sich auf rund eine Million Euro pro Wasserstofffahrzeug, rund 80 Prozent werden aus dem Förderbereich ‘Emissionsfreie Innenstadt’ mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Mitteln des Landes NRW gefördert“, sagt sie. In diesem Rahmen sei auch die Anschaffung einer batterieelektrischen Kehrmaschine unterstützt worden, die bereits in der Innenstadt im Einsatz ist. Die Anschaffung dieser Fahrzeuge ist ein Teil des Förderprojektes „AachenMooVe!“, das noch bis Juni 2022 läuft. Ab dieser Woche werden die neuen Fahrzeuge in der Innenstadt für die Sammlung der Bioabfälle eingesetzt. Ein Wasserstofffahrzeug ist mit einem Brennstoffzellenelektroantrieb ausgestattet. Dabei wird in der Brennstoffzelle aus Wasserstoff Strom erzeugt, der für den Elektroantrieb genutzt wird.

Der Wasserstoff in der Brennstoffzelle reagiert mit Luft und produziert elektrische Energie.

Das Auto hat einen Elektromotor. Den Strom dafür produziert das Fahrzeug selbst aus gasförmigem Wasserstoff in einer Brennstoffzelle. Der Wasserstoff in der Brennstoffzelle reagiert mit Luft und produziert dabei elektrische Energie. Die treibt dann den Elektromotor im Fahrzeug an – und am Ende tropft nur Wasser aus dem Auspuff. Die Fahrzeuge haben drei Brennstoffzellen mit 90kW Leistung und vier Tanks für insgesamt 20 Kilogramm Wasserstoff. Mit einem On-Board-Charger kann zur Vergrößerung der Reichweite die Antriebsbatterie vorgeladen werden. „Unsere Abfallsammelfahrzeuge fahren im Schnitt rund 80 Kilometer am Tag“, erklärt Achim Knoll, Leiter des Bereichs Einkauf des Stadtbetriebs. „Dabei kommt uns das viele Anfahren und Abbremsen zugute, wodurch sich die Batterien wieder aufladen. Dadurch sparen wir bis zu 40 Prozent Energie ein. Durch die langen Fahrten bis nach Weisweiler benötigen wir dann die zusätzliche Energie aus dem Wasserstoffantrieb.“ Getankt wird vorerst an der bisher einzigen Wasserstofftankstelle in Aachen am Prager Ring. „Es gibt allerdings auch die Idee, dass wir als Aachener Stadtbetrieb eine eigenständige Wasserstofftankstelle errichten.“

Zwei weitere wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeuge sind bereits in der Vergabe, die Fördermittel dazu bewilligt; die Lieferung ist für das kommende Jahr avisiert. Auch die Anschaffung weiterer elektrifizierter Kehrmaschinen sei angestrebt, teilte die Stadt mit. (red/sc)

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