In Le Castelet ist hohes Tempo angesagt

<p>In Le Castelet ist hohes Tempo angesagt</p>

Nach dem Großen Preis von Frankreich in Le Castellet (Sonntag, 15 Uhr) wird der PS-Tross gleich weiterziehen zum Red-Bull-Ring in Spielberg/Österreich, wo am 27. Juni und 4. Juli gefahren wird. Es beginnen intensive Wochen, in denen die Teams kaum Gelegenheit haben, Problemen auf den Grund zu gehen.


Wer gewinnt?


Seit Le Castellet 2018 in den Formel-1-Kalender zurückgekehrt ist, fuhr Mercedes jeweils durch Lewis Hamilton zwei ungefährdete Siege ein. Doch dieses Jahr ist bekanntlich alles etwas anders. Max Verstappen und Red Bull führen die WM-Wertungen an, Mercedes holte aus den letzten beiden Rennen nur insgesamt sieben Punkte - so schlecht war das Weltmeisterteam zuletzt vor neun Jahren. Beim Großen Preis von Frankreich deutet dennoch einiges auf einen offenen Kampf hin. Zum einen handelt es sich um eine „normale“ Rennstrecke und nicht um einen Stadtkurs wie zuvor in Monaco und Baku, wo Mercedes unter anderem wegen des langen Radstandes Probleme hatte. Zum anderen führen die Regelhüter bei den umstrittenen Flexiwings seit dem 15. Juni verschärfte Tests durch. Der biegsame Heckflügel, der in den Kurven für Abtrieb sorgt und auf den Geraden durch den Luftdruck flacher wird und dadurch höhere Spitzengeschwindigkeiten ermöglicht, war bislang Red Bulls großer Trumpf gegenüber Mercedes. In Frankreich darf das Material per Reglement aber nur noch um 20 Prozent nachgeben, Mitte Juli soll auch diese Toleranz aufgehoben werden.


Sollte das Frankreich-Rennen nicht eigentlich eine Woche später stattfinden?


Ja. Doch aufgrund der Absage des Kanada-Rennens und auch des Ersatzkandidaten Türkei wegen Corona-Beschränkungen musste die Formel 1 ein bisschen am Kalender basteln. Damit die anvisierte Marke von 23 Saisonrennen möglichst erreicht wird, erhielt Österreich ein Doppelevent. Das Frankreich-Rennen, das aufgrund der Streckencharakteristik weniger Action verspricht, musste in den sauren Apfel beißen und wurde um eine Woche vorgezogen. Rund 3.000 Zuschauer gaben daraufhin ihre Tickets zurück, diese sind aber mittlerweile wieder verkauft. Das zugelassene Maximum von 15.000 Fans wird beim Rennen auf den Tribünen erwartet.


Was muss man von der Strecke wissen?


Der Circuit Paul Ricard ist mit 5,842 Kilometern eine der längeren Strecken im Kalender. Mit drei Geraden und 15 teils schnellen Kurven erwartet die Fahrer ein Hochgeschwindigkeitskurs. Kurve zehn wird mit bis zu 300 Stundenkilometern durchfahren und ist damit eine der schnellsten der Saison. Die Bauarbeiten an dem Kurs begannen 1969, 1971 gewann Jackie Stewart das Premierenrennen. Die Strecke in Le Castellet kehrte 2018 nach 28 Jahren Pause wieder in den Rennkalender zurück. Zuvor diente der Circuit Paul Ricard nahe Marseille und nur gute zehn Kilometer vom Mittelmeer entfernt viele Jahre für Testzwecke. Der Kurs gilt als Vorbild in Sachen Sicherheit. Namensgeber ist der frühere Getränke-Unternehmer Paul Ricard, der den Bau der Piste initiierte. (jph/dpa/sid)

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