Abschied vom Stadtbach

Ein Fehler wird dadurch nicht behoben, dass man ihn ständig wiederholt. Seit undenklichen Zeiten wird in Eupen das kleine Gewässer, das heute unterirdisch durch die Oberstadt fließt, fälschlicherweise als „Stadtbach“ bezeichnet. So steht es auf allen Stadtplänen und so taucht der Bach auch im neuen Radwegeplan auf. Selbst auf den nagelneuen Namensschildern der Wallonischen Region für die Wasserläufe wird er „Le Bach“ genannt.

Da ist insofern erstaunlich, als er im Ortsteil Nispert am Zusammenfluss zweier kleinerer Bäche entsteht, die durchaus einen Namen haben: dem Schimmerich- und dem Hasebach. Von Nispert bis zur Mündung in der Weser hat der Bach keinen Namen mehr. Verschiedentlich hat man sich mit Spitznamen (Jordan) beholfen. Dass der Bach im Laufe seiner Geschichte seinen Namen verloren hat, hat gewiss mit der Bedeutung zu tun, die er für die aufstrebende Tuchstadt und ihre Bevölkerung einst hatte. Auf sehr alten Karten findet sich eine topografische Bezeichnung für das namenlose Gewässer. Der „Stadtbach“ heißt in Wirklichkeit Menebach. Davon leitet sich der Name des alten Weberdorfes Membach ab, das an seinen Ufern entstanden ist.

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