„Einmaleins“ vermittelt: Löw setzt auf EM-Nachhilfe

<p>Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft im Trainingslager in Seefeld.</p>
Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft im Trainingslager in Seefeld. | Foto: dpa

Fußball-Lehrer Joachim Löw hat seinen EM-Schülern das „Einmaleins“ eingetrichtert, für die ganz schwierigen Aufgaben setzt er aber noch Nachhilfestunden an. „Defensivarbeit, Zweikampfverhalten, Räume schließen. Das muss in einem ganz anderen Tempo passieren als gegen Dänemark“, sagte Löw vor der EM-Generalprobe gegen Lettland am Montag (20.45 Uhr/RTL) energisch und forderte vor dem 70-minütigen Flug von Innsbruck nach Düsseldorf mehr „Tempo und Intensität“.

Der Gegner liegt in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 138 zwar hinter Ruanda, Tansania und den Komoren. Dennoch erhofft sich Löw im 100. Länderspiel von Kapitän Manuel Neuer mit Blick auf den Turnier-Kracherstart gegen Weltmeister Frankreich die dringend benötigte „Feinabstimmung“.

Man müsse die Räume besetzen und bespielen, die Laufwege machen. Da spiele der Gegner keine Rolle, mahnte Löw und verschärfte den Ton: „Wir müssen intensiv und aggressiv anlaufen. Das Maß aller Dinge ist die Defensivarbeit. Wer das nicht leisten kann, ist fehl am Platz.“ Beim 1:1 im ersten Test gegen Dänemark waren dem 61-Jährigen „Dinge aufgefallen, die wir korrigieren müssen“. Besonders der „Kontrollverlust“ nach dem Führungstreffer wurmte Löw mächtig. Daher gehe es jetzt an die „Feinarbeit, um noch stabiler und gefestigter ins Turnier gehen zu können“.

Die Basis wurde im zehntägigen EM-Trainingslager in Seefeld/Tirol gelegt. „Defensive, Chancenverwertung, Standards - das waren die Baustellen“, sagte Abwehrspieler Matthias Ginter und ergänzte zufrieden: „Wir sind bei allen Dingen vorwärtsgekommen.“

Aber noch nicht weit genug. “Das war das Einmaleins, jetzt geht es ins Detail“, sagte Löw. Dabei muss der Bundestrainer vor seinem letzten Turnier taktische und personelle Fragen beantworten. Dreier- oder Viererkette? Ist Joshua Kimmich im Zentrum gesetzt oder muss er im Sinne der Mannschaft nach rechts rücken? Ist Platz in der Startelf für die Champions-League-Sieger Kai Havertz und Timo Werner?

Löw ließ sich nicht in die Karten blicken, auch wenn er gegen Lettland größtenteils seine geplante EM-Startelf auf den Platz bringen wird. „Es gibt noch zwei, drei Fragezeichen. Ich werde auch im Spiel sicher noch den einen oder anderen Wechsel vornehmen“, sagte Löw.

Die Ziele sind groß – auch mit Blick auf die Fans, von denen in Düsseldorf immerhin 1000 zugelassen sind. „Wir haben die Leute die letzten Jahre nur enttäuscht. Wir können uns nicht immer verstecken und sagen, dass wir viel Qualität haben. Jetzt sind wir gefragt“, sagte Kimmich im ZDF: „Mein Ziel ist es, Europameister zu werden.“ (sid/tf)

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