„Radio“ Thomas Müller hatte auch nach dem Spiel noch Sendebedarf. Als er nach dem lange herbeigesehnten Ende seiner schmerzhaften Zwangspause in der Nationalmannschaft den Platz an der Seite des zweiten Rückkehrers Mats Hummels verließ, redete Müller intensiv auf seinen Kumpel ein – sehr zum Wohlwollen von Joachim Löw. Schon auf dem Rasen des Tivoli Stadions hatte der Bundestrainer durch seine Rolle rückwärts bei den beiden Rio-Weltmeistern eine „verbesserte Kommunikation“ ausgemacht. Löw lobte nach dem 1:1 (0:0) gegen EM-Teilnehmer Dänemark in Innsbruck „die Kommandos und Anweisungen“ der alten Leitwölfe.
Müller gab dabei den Ton an. „Leroy, Einsatz“, brüllte er in Richtung Leroy Sané. „Komm in die Mitte, Klosti“, lautete seine lautstarke Anweisung an Lukas Klostermann. Dies sei „auf jeden Fall sehr positiv“, meinte Löw, es sei nicht „so ruhig wie sonst“ gewesen. Sein Fazit zwei Wochen vor dem Kracher-Start gegen Weltmeister Frankreich: „Beide haben ein gutes Spiel gemacht.“
Allerdings haben auch Müller und Hummels noch Steigerungspotenzial. Der Münchner vergab in der ersten Halbzeit freistehend per Kopf eine Großchance recht kläglich, beim Gegentor des Leipzigers Yussuf Poulsen kam die Grätsche von Hummels zu spät. Den Stellungsfehler vor dem Ausgleich hatte allerdings Niklas Süle begangen. Es brauche „noch das ein oder andere Spiel, um die Abstimmung zu verfeinern“, sagte Löw nach dem mit Spannung erwarteten Comeback des Duos im Nationaltrikot nach 926 Tagen. Die nächste Gelegenheit bietet sich bei der EM-Generalprobe am Montag (20.45 Uhr/RTL) in Düsseldorf gegen Underdog Lettland.
Hummels und Müller waren auch am Regenerationstag am Donnerstag in Seefeld schon heiß. Er sei stolz gewesen, „dieses Trikot tragen zu dürfen“, teilte der BVB-Abwehrchef bei Instagram mit. Müller genoss das „gute Gefühl, wieder dabei zu sein“. Dabei leistete er sich nach der Partie einen Versprecher, als er sagte, dass es „echt ärgerlich“ sei, „dass wir das Spiel verlieren“.
So weit kam es nicht. Müller musste sich dennoch kurz sammeln und lieferte die Begründung gleich hinterher. „Ich musste sehr viel laufen, deshalb fällt mir die Analyse noch schwer“, sagte der 31-Jährige (sid/tf).

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