Bewährungsstrafe für französischen Ex-Minister Tapie gefordert

<p>Frankreichs Ex-Minister Bernard Tapie</p>
Frankreichs Ex-Minister Bernard Tapie | Foto: belga

Der frühere Chef des Fußballclubs Olympique Marseille war im Sommer 2019 in erster Instanz freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen Berufung eingelegt.

Es geht um eine komplizierte Affäre, die die französische Justiz seit Jahren beschäftigt. Tapie hatte sich beim Verkauf von Anteilen am deutschen Sportartikelhersteller Anfang der 1990er Jahre von der damaligen Staatsbank Crédit Lyonnais geprellt gesehen und geklagt. In einem Schiedsverfahren bekam Tapie 2008 mehr als 400 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen. Der Schiedsspruch wurde aber später von einem Zivilgericht aufgehoben.

Um Veruntreuung öffentlicher Mittel geht es, weil die Entschädigung letztlich aus der Staatskasse kam. Tapie hatte die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen.

In dem Berufungsprozess stehen weitere Angeklagte vor Gericht. Gegen den Chef des Telekomunternehmens Orange, Stéphane Richard, forderte die Anklage eine Haftstrafe von drei Jahren, davon zwei auf Bewährung. Zudem soll der einstige Leiter des engsten Mitarbeiterstabes der früheren Wirtschaftsministerin Christine Lagarde 100.000 Euro Strafgeld zahlen. Die Verhandlungen sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden - wann ein Urteil fällt, ist noch offen. (dpa/svm)

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