Nach Abschluss der Saison 2020/21 richten die Funktionäre der Europäischen Fußball-Union den Blick in die Zukunft - in der nach Medieninformationen nicht mehr so viel gerechnet werden soll. In fremden Stadien erzielte Tore sollen nicht stärker gewichtet werden als die in der eigenen Arena geschossenen Treffer.
Wie zuvor auch die britische „Times“ berichtete, hat die UEFA-Kommission für Clubwettbewerbe eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen. Über eine endgültige Regeländerung muss das Exekutivkomitee des Kontinentalverbands bei seiner nächsten Sitzung entscheiden. Das Exko, in dem auch Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge und DFB-Interimspräsident Rainer Koch sitzen, wird in diesem Jahr noch mehrfach tagen.
Auch Partien ohne Zuschauer während der Pandemie haben zu der Erkenntnis geführt, dass die Regel überholt sei.
Die Auswärtstorregel war 1965 eingeführt worden. Sie findet in der Champions League und der Europa League Anwendung, wenn in K.-o.-Duellen nach Hin- und Rückspiel beide Mannschaften gleich viele Tore erzielt haben. Weiter kommt nach bisheriger Regelung dann die Mannschaft, die mehr Auswärtstore erzielt hat.
Diese Regel werde mittlerweile von zahlreichen Top-Funktionären kritisch gesehen, schrieb die „Times“. Auch neutrale Spielorte oder Partien ohne Zuschauer während der Coronavirus-Pandemie haben demnach zu der Erkenntnis geführt, dass die Regel überholt sei.
In den Nationalmannschafts-Wettbewerben der UEFA kommt die Auswärtstorregel bislang ebenfalls zum Einsatz. So werden in den Playoffs zur EM-Qualifikation beispielsweise auch Hin- und Rückspiele ausgetragen. Im Fußball finden die Relegationsspiele auch nach dem sogenannten Europapokal-System statt. Die UEFA-Regeln sind aber nicht bindend für die Entscheidung über Auf- und Absteiger im nationalen Fußball. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin machte sich am Wochenende derweil für eine neue Finalwoche mit den vier Halbfinalisten der Königsklasse stark. „Das könnte großartig sein. Und effizient mit Blick auf die Einnahmen, wenn es richtig gemacht wird“, sagte der 53-Jährige der französischen Sport-Tageszeitung „L'Équipe“ (Samstag).
„Wir diskutieren es, aber es ist noch nichts entschieden.“ Im Gegensatz zum bisherigen Modus mit Halbfinals mit Hin- und Rückspielen könnte das Final Four ab der Saison 2024/25 an einem Ort stattfinden. Dies könnte ein „fantastisches Event“ mit einer Woche Fußball sein, sagte Ceferin zu den Vorteilen. Allerdings würden die Clubs damit Heimspiele verlieren und durch die geringere Zahl an Spielen gäbe es weniger TV-Übertragungen. Mit Blick auf eine mögliche Entscheidung gibt es keine „Dringlichkeit“, wie Ceferin sagte. Ein Beschluss könnte auch erst in einem Jahr fallen.
Zuletzt hatte die UEFA eine Reform der Champions League ab 2024 beschlossen. Dann werden 36 statt bislang 32 Teams an der Vorrunde teilnehmen, zudem wird es insgesamt 100 weitere Spiele geben.
(sid)

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