Italien: Überlebender des Gondel-Absturzes weiter auf Intensivstation

<p>Das Kind hatte bei dem Unfall in der norditalienischen Region Piemont seine Eltern und seinen Bruder verloren und war selbst schwer verletzt worden.</p>
Das Kind hatte bei dem Unfall in der norditalienischen Region Piemont seine Eltern und seinen Bruder verloren und war selbst schwer verletzt worden. | Bild: AFP

Der Fünfjährige sei wach, teilte die Klinik in Turin am Freitagnachmittag mit, in der er behandelt wird. Hin und wieder frage er nach seinen Eltern. Diese und zwölf andere Menschen waren bei dem Absturz der Gondel westlich des Lago Maggiore in Norditalien am vergangenen Sonntag ums Leben gekommen. Die Tante und Großmutter des Jungen sind laut Krankenhaus nun bei ihm.

Die Ärzte bewerteten den Zustand weiter als kritisch. Der Kleine müsse noch auf der Intensivstation bleiben, da er etwa wegen seiner Verletzungen noch nicht essen könne. Bei dem Gondel-Absturz waren auch die Urgroßeltern und der Bruder des israelischen Jungen gestorben.

Die Seilbahn war am Pfingstsonntag auf dem Weg von Stresa hinauf zum Monte Mottarone verunglückt. Nach bisherigem Ermittlungsstand riss kurz vor der Ankunft an der gut 1300 Meter über dem Meer gelegenen Bergstation aus bisher unbekannter Ursache das Zugseil. In dem Fall hätte eine Notbremse greifen müssen, was nicht geschah. Die Gondel raste daraufhin mit hoher Geschwindigkeit am sogenannten Tragseil zurück Richtung Tal, knallte an einen Seilbahn-Pfeiler und stürzte in die Tiefe.

Nach dem Unglück wurden der Chef der Seilbahngesellschaft und zwei weitere leitende Mitarbeiter festgenommen. Es besteht der Verdacht, dass die Notbremse außer Kraft gesetzt wurde, weil es zuvor Unregelmäßigkeiten beim Betrieb der Bahn gegeben haben soll. Ein Motiv für eine Manipulation könnte Medienberichten zufolge gewesen sein, dass die Betreiber nach der langen Corona-Zwangspause die Seilbahn unbedingt am Laufen halten wollten. (dpa)

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