Die Zeit nach Corona

Weil die Impfungen gegen Corona auf Hochtouren laufen und einige Spezialisten schon das Datum kennen wollen, an dem die sogenannte Herdenimmunität erreicht werden wird, ist es langsam an der Zeit, über die Zeit nach Corona laut nachzudenken.

Sicher ist, dass viele Millionen Euro aufgebracht werden müssen, um die immense Staatsverschuldung auf Normal-Niveau zu senken. Auch hat man oft genug den Satz gehört, am Tag X müsse alles erneut auf den Prüfstand. Einige Verantwortliche halten sich aber noch zu sehr an das „Nicht bei mir!“ oder„ St. Florian-Prinzip“: „Verschon mein Haus, zünd andere an.“

Die Gewerkschaften haben auch wenig dazu gelernt. Eine angebotene Lohn-Erhöhung von 0,4 Prozent, wohlgemerkt zuzüglich zu jeder drei-monatigen automatischen Index-Anpassung, wird als indiskutabel zurückgewiesen. Dabei sind es gerade utopische Forderungen der Gewerkschaften, die die Inflation richtig in die Höhe treiben würden: Muss ein Arbeitgeber seiner Belegschaft höhere Löhne zahlen, so wird er sich diese Zusatzkosten über höhere Preise für seine Produkte wieder zurückholen wollen. So ist man schnell in einem Teufelskreis gefangen.

Apropos: zahlen CSC und FGTB auch angemessene Steuern auf ihre eigenen, riesigen Vermögenswerte? Des Weiteren finde ich, dass ein Feiertag, der auf einen Samstag oder einen Sonntag fällt, nicht mehr automatisch am Montag danach nachgeholt werden müsste. Ein weiteres großes Sparpotenzial wäre die radikale Renovierung unseres Pensionssystems, etwa nach niederländischem Vorbild: Bei einer kompletten Berufskarriere gibt es die gleiche Pension für egal welchen Beruf, ob Straßenkehrer, Ingenieur oder Armeegeneral. Das Pensionswesen würde eine solidarische Basis erhalten – ähnlich wie heute schon das Gesundheitswesen.

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