Streit zwischen Bulgarien und Nordmazedonien köchelt weiter

<p>Zoran Zaev, Ministerpräsident von Nordmazedonien, und Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, haben sich Anfang Mai in Brüssel getroffen.</p>
Zoran Zaev, Ministerpräsident von Nordmazedonien, und Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, haben sich Anfang Mai in Brüssel getroffen. | Foto: dpa

Bei einem Besuch von EU-Erweiterungskommissar Oliver Varhelyi am Freitag in Sofia bekräftigte der bulgarische Interims-Außenminister Swetlan Stoew Vorbehalte gegen den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen mit dem Nachbarland. „Es kann keine Änderung der nationalen Position von Bulgarien hinsichtlich der Republik Nordmazedonien erwartet werden“, sagte Stoew laut Nachrichtenagentur BTA.

Bei dem Streit zwischen Sofia und Skopje geht es um die teils gemeinsame Geschichte, wobei Bulgarien einen „Diebstahl von Geschichte“ seitens Nordmazedonien beklagt. Zudem weigert sich Bulgarien, die mazedonische Sprache als eigenständig anzuerkennen, da Sofia sie für einen bulgarischen Dialekt hält. Außerdem besteht Bulgarien darauf, dass der neue Name „Republik Nordmazedonien“ in vollen Länge benutzt werden sollte, weil Nordmazedonien ein Teil des geografischen Gebiets Mazedonien sei, der zu Bulgarien gehöre.

Bulgarien hat derzeit keine reguläre Regierung. Das Land steht vor einer neuen Parlamentswahl am 11. Juli. Diese Umstände erschweren die Bemühungen um eine Lösung zwischen Sofia und Skopje zusätzlich. Die frühere bürgerlich-nationalistische bulgarische Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow hatte wegen des Streits mit Skopje im November 2020 den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien blockiert. (dpa/calü)

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