Die multifunktionale Software „Skolengo“ werde ab September 2021 in drei Pilotschulen eingeführt, hieß es. Dazu stellt die DG-Regierung den betroffenen Grundschulen zusätzliches Stundenkapital zur Verfügung. Ziel des neuen Schulverwaltungsprogramms sei eine Vereinheitlichung der Schulverwaltungsanwendungen in den drei Schulnetzen und der Unterrichtsverwaltung im Ministerium der DG. Bislang seien unterschiedliche Softwares im Einsatz, die den Austausch von Daten erschweren.
„Die bislang eingesetzten Programme genügen nicht mehr oder nur noch teilweise den Anforderungen einer modernen, digitalen Schulleitung. Wir erhoffen uns durch die Software ‘Skolengo’ eine Verbesserung der Schul-, Schüler-, Lehrer- und Unterrichtsverwaltung in den Schulen, aber auch im Ministerium. Dank einheitlichem Programm werden die Informationen und Daten, wie zum Beispiel die Schülerinformationen und Lehrerinformationen zu Anwesenheiten, Unterrichtsfächern und Historie schneller und einfacher abrufbar sein. Durch die Software wird es erstmals möglich, beispielsweise die vollständige Laufbahn eines Schülers auch bei einem Schulwechsel nachzuverfolgen und dessen Akte unter Einhaltung der Datenschutzrichtlinien zwischen den Schulen der unterschiedlichen Netze auszutauschen. Auch Kaleido Ostbelgien hätte zum Beispiel Zugriff auf vordefinierte Berichte oder Schülerakten aus dem Programm und könnte bei Bedarf schneller intervenieren. Insbesondere die Coronakrise hat uns noch einmal aufgezeigt, wie umständlich der Austausch der besagten Daten aktuell für alle Beteiligten ist. Wir möchten administrative Abläufe vereinfachen, vereinheitlichen und die Kommunikationswege zwischen allen Akteuren verkürzen“, begründet Ministerin Klinkenberg in einer Mitteilung die Notwendigkeit des gemeinsamen Schulverwaltungsprogramms.
Die neue, in zwei Sprachen (Deutsch/Französisch) verfügbare Software umfasst neben der reinen Schulverwaltung weitere Funktionen: Erstellung von Stundenplänen, Zeugnissen und Diplomen; Berichtvorlagen; digitales Tagebuch; digitale Abwesenheits- und Verspätungsverwaltung; virtuelle Klassenräume; Dokumentenmanagementsystem; Erfassung der Schüler- und Lehrerzahlen; Verwaltung der geleisteten Stunden der Lehrer für die Lohnbuchhaltung; integrierte und sichere Kommunikationsplattform zwischen Schulleitern und Ministerium/Lehrern/Eltern/Schülern sowie zwischen Lehrern und Schülern/Eltern.
Bernd Falkenberg, Projektleiter im Fachbereich Informatik des Ministeriums, erklärt: „Das Projekt ist sehr umfangreich und wurde mit den Schulen und den zuständigen Fachbereichen des Unterrichtswesens vorbereitet. Durch die Einführung eines gemeinsamen modernen Schulverwaltungsprogramms in den Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft schaffen wir neue Möglichkeiten, Informationen zielorientiert und schnell auszutauschen. Darüber hinaus soll das Programm Lehrer und Schüler dabei unterstützen, auch neue Medien mit in den Unterricht einzubinden.“ Bei der Entscheidung des ausgewählten Anbieters sei auch berücksichtigt worden, dass Programme aus bestehenden Systemen über Schnittstellen eingebunden werden können. „So können zum Beispiel Stundenplanprogramme, die in den Schulen von Schuljahr zu Schuljahr angepasst und übernommen werden, auch mit dem neuen Programm weiter genutzt werden. Der Anbieter Kosmos betreut mit ‘Skolengo’ bereits ein Drittel aller Schulen in Frankreich und verfügt somit über reichlich Erfahrung. Wir haben bei der Implementierung des Programms in deutscher und französischer Sprache einen motivierten und kompetenten Partner an unserer Seite.“
Der Fachbereich Informatik des Ministeriums werde gemeinsam mit dem Anbieter die Umstellung auf die neue Software schrittweise vornehmen, hieß es. In einer Testphase, die im September 2021 startet, wird das System in drei Pilotschulen umgesetzt. Im Anschluss an die einjährige Pilotphase erfolgt dann die Einführung an den restlichen Grund- und Sekundarschulen des Gemeinschaftsunterrichtswesens (GUW), des freien subventionierten Unterrichtswesens (FSU) und des offiziell subventionierten Unterrichtswesens (OSU). In Absprache mit den Schulträgern fungieren folgende Schulen als Pilotschulen: die Grundschule Hauset (OSU), die Pater-Damian-Grund-, Sekundar- und Förderschule in Eupen (FSU) sowie die Sekundarschule Robert-Schuman-Institut Eupen (GUW).
Da die personellen Ressourcen im Bereich Informatik in den Grundschulen begrenzt seien, habe die DG-Regierung für die zwei Primarschulen jeweils eine halbe Vollzeitstelle zur Verfügung gestellt. Für die Dauer eines Jahres werde die Person, die diese Stelle bekleidet, den Schulen bei der Konzeptionierung und der Einführung des Programms unterstützend zur Seite stehen und die Koordination zwischen Anbieter, Ministerium und Schule übernehmen. An der Sekundarschule des Robert-Schuman-Instituts und der Pater-Damian-Sekundarschule übernimmt dies der IT-Verantwortliche der jeweiligen Schule mit der Unterstützung seiner Kollegen und der Schulleitung. Weiterführende Infos über die Firma Kosmos gibt es unter https://www.kosmos-education.com/ und über die Software „Skolengo“ unter https://www.skolengo.com/. (red/sc)

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