Schießen um jeden Preis

Es ist bedauerlich wie einseitig über das Vorhaben der Einführung einer Regiejagd in Büllingen/Amel berichtet wurde. Statt das Wild beziehungsweise das gesamte Ökosystem als Ganzes in den Fokus zu stellen und ggf. auch mal die betroffene Jägerschaft zu Wort kommen zu lassen, wird hier rein auf die finanziellen und wirtschaftlichen Aspekte eingegangen.

Mit der Begründung zunehmenden Wildverbisses bzw. dem Vorwurf an die Jägerschaft, nicht genügend Wild geschossen zu haben, will die Forstverwaltung nun also selbst zu den Waffen greifen. Forstmeister Pankert behauptet, Jäger hätten die Aufgabe die Belange des Waldes und die Interessen der Waldbesitzer zu vertreten. Mag schon sein, doch was ist mit dem Wohl des Wildes?!

Meiner Auffassung nach ist es in erster Linie Anforderung des Jägers, sich für den Erhalt eines artenreichen Tierbestandes einzusetzen. Jäger bemühen sich darum Ruhezonen zu schaffen, sie achten auf Schonzeiten und füttern die Tiere in Notzeiten. Sie regeln den Wildbestand nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit, indem sie schwache und kranke Tiere erlegen und nicht selten starke, gesunde Tiere gezielt schonen. Der Jagdgesellschaft demnach Überforderung und Unfähigkeit vorzuwerfen, wenn diese nicht genügend Wild erlegt, ist nach meinem Empfinden ein Ausdruck von Ignoranz und Respektlosigkeit. Der Versuch, die Regiejagd jedoch im touristischen Sinne zu befürworten, schießt den Vogel wohl gänzlich ab. Wie kann es allen Ernstes Wille der Gemeinden und Forstverwaltung sein, einen Jagdtourismus in Ostbelgien aufzubauen?

Regiejagd ist kaum vergleichbar mit der klassischen Jagd. Nein, hier kaufen sich nicht selten flämische und wallonische Schützen ein Jagd-Los und erlegen im Anschluss den Rehbock oder den Hirsch, der ihnen am besten gefällt - ohne jegliche Kenntnis des Revieres oder Rücksicht auf den Bestand! Schießen um jeden Preis: Hauptsache der Wald kommt nicht zu Schaden. Dies hat mit waidmännischer Jagd nichts zu tun. Wald vor Wild, welch ein trauriges Bild...

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