Ostbelgiens Jugendliche fordern Hilfe beim Fernunterricht

<p>Die Jugendlichen wünschen sich unter anderem mehr Hilfe beim Fernunterricht.</p>
Die Jugendlichen wünschen sich unter anderem mehr Hilfe beim Fernunterricht. | Foto: Photo News

Zu diesem Zweck wurde die Umfrage „Auswirkung von Corona auf Ostbelgiens Jugend“ gestartet. Inzwischen liegen die Resultate dieser Befragung vor. Insgesamt haben über 450 Jugendliche zwischen zwölf und 26 Jahren daran teilgenommen. „Dies ist für Ostbelgien eine beträchtliche Zahl und gibt einen guten Einblick in die Lebens- und Gefühlswelt von Ostbelgiens Jugend“, heißt es dazu in einer Mitteilung.

Ziel der Umfrage sei es gewesen, auch aufgrund der Ergebnisse in Aktion zu treten: „Wir können einige Tendenzen an den Rückmeldungen ablesen und was noch viel wichtiger ist: Wir sehen Handlungsmöglichkeiten, um unterstützend auf die Situation der Jugendlichen zu reagieren“, wird Lara Liebertz, Geschäftsführerin des Infotreffs, in der Mitteilung zitiert. „Wenig überraschend“ habe die Umfrage ergeben, dass die Jugend unter der Coronakrise und den Maßnahmen leide. Etwa 80 Prozent der jungen Ostbelgier gibt an, dass ihre mentale Gesundheit unter der aktuellen Situation leidet. Jedoch gaben auch fast drei Viertel der Jugendlichen als Rückmeldung, dass sie die Maßnahmen als „insgesamt sinnvoll“ empfinden, auch wenn sie nicht mit allem einverstanden seien. Über 80 Prozent halten sich meistens an die Regeln. „Nach Ereignissen wie im Bois de La Cambre in Brüssel oder auch bei anderen Veranstaltungen, die große mediale Aufmerksamkeit erhalten, konnte der Eindruck entstehen, dass die Jugend größtenteils die Maßnahmen ablehnt und ignoriert. Die nackten Zahlen der Umfrage geben jedoch ein anderes Bild ab. Sie vermitteln den Eindruck einer Jugend, die zwar gerade unter der Situation leidet, jedoch gleichzeitig ein gesellschaftliches Verantwortungsgefühl spürt und die Notwendigkeit der meisten Maßnahmen versteht“, äußert sich Lara Liebertz. „Es zeigt sich, dass es sinnvoller ist, mit den Jugendlichen statt über sie zu reden“, lautet das Fazit.

Die Ergebnisse der Umfrage würden von der Jugendinfo auch mit Politikern und Einrichtungen, die mit Jugendlichen arbeiten, geteilt, hieß es. Sowohl Bildungsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) als auch Jugendministerin Isabelle Weykmans (PFF) seien bereits unabhängig von der Initiative der Jugendinfo in Aktion getreten und erörterten die Möglichkeiten, um auf die Bedürfnisse der jungen Ostbelgier eingehen zu können. Die Umfrage der Jugendinfo könne der Politik als Werkzeug dienen, gezielt tätig zu werden. „Konkreter Handlungsbedarf besteht, denn beinahe die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr Unterstützung beim Fernunterricht“, heißt es weiter in dem Fazit.

Rund ein Drittel der Jugendlichen sei noch unschlüssig, ob sie sich impfen lassen würden – 41 Prozent würden sich impfen lassen, etwa ein Viertel hat sich gegen eine Impfung ausgesprochen.

Eine ganz klare Tendenz gab es bei den freien Rückmeldungen: Viele Jugendliche finden sich im Informationsüberfluss rund um das Thema Corona nicht mehr zurecht. „Auch dies ist wenig verwunderlich und nicht auf die Jugend beschränkt. Es gilt also, durch klare Informationsarbeit die Jugend mit im Boot zu halten, um sie für eine weitere konstruktive Teilhabe an der Gesellschaft zu wappnen. Und die Jugendinformationszentren können auf dieser Ebene Abhilfe schaffen“, lautet die Einschätzung. (red/sc)

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