Impfsinn oder -unsinn?

In der gestrigen Tageszeitung La Libre wird die Infektiologin Charlotte Martin mit dem Satz zitiert, dass auf der Intensivstation des CHU Saint-Pierre sich vorwiegend COVID-Patienten befinden, die nicht geimpft sind. Auch hier in Ostbelgien wird über den Sinn und Unsinn einer Impfung diskutiert. Und über Grundrechte. Dazu einige Gedanken. Es gibt keine Impfpflicht. Punkt. Es sollte auch keine Diskriminierung geben. Punkt. Impfen verringert die Anzahl Intensivpatienten. Auch Punkt. Das Impfzertifikat (so wie es angedacht ist) ist nicht diskriminierend, da es Geimpften, Genesenen und Getesteten (!) wieder eine erhöhte Teilhabe am öffentlichen Leben gewährt. Punkt.

Wer jetzt also behauptet, dass seine Rechte durch eine Weigerung, sich impfen zu lassen, eingeschränkt werden, dem geht es nicht um diese Rechte, sondern nur um seine Haltung zur Impfung. Wir lassen uns impfen, weil wir gemäß den aktuellen wissenschaftlichen Studien und Statistiken davon überzeugt sind, dass das Impfen uns und andere (und auch die nicht Geimpften) schützt und wir möchten, dass alle so schnell wie möglich wieder ein normales Leben führen können.

Die Alternative? Niemand impft sich. Die Folge? Weitere Lockdowns oder indische Verhältnisse. Genau das wollen wir nicht und leisten mit der Impfung unseren ganz persönlichen Beitrag dazu, dieses Virus zu bekämpfen. Sind wir blinde Impfbefürworter? Nein, aber wir haben eine wohlüberlegte Abwägung der Risiken und der Folgen für uns und die Gesellschaft gemacht. Das Impfen hat gewisse Risiken (und diese werden aktuell auch von unabhängigen Wissenschaftlern beschrieben). Jede Impfung, aber auch jedes Medikament birgt gewisse Risiken. Aber in dieser spezifischen Situation einer Pandemie gewährt eine Impfung uns, unserer Familie und der Gesellschaft in hohem Maße mehr positive Folgen und die Perspektive einer baldigen Rückkehr zu einem „normalen“ Leben.

Kommentare

  • Das ist ein merkwürdiger Leserbrief. Zuerst wollte ich gar nicht glauben, dass der Co-Autor Pascal Arimont, der Pascal Arimont ist, der unser EU-Parlamentarier ist. Denn dass ein Volksvertreter sich eines solchen Debattenstils, der eher an anonyme Beiträge in den Social-Medien erinnert, bedient, um ein so ernstes Thema zu behandeln, wunderte mich schon sehr.

    Dann klärte mich meine Tochter auf und verwies auf den fast gleichlautenden Beitrag auf der Facebook-Seite des EU-Parlamentarier Pascal Arimont. Also wieso, frage ich mich, bedarf es eines zweiten Autors, wenn Herr Arimont seinen persönlichen Facebook-Post ins GE veröffentlichen will?

    Wie dem auch sei, zum Inhalt des Leserbriefs, bzw. Facebookbeitrags ist folgendes zu sagen:

    a) Das Impfzertifikat soll also deswegen nicht diskriminierend sein, weil ja auch Genesene und Getestete die gleichen Rechte erhalten sollen, wie Geimpfte. Nur, wie soll jemand, der alle Symptome hatte, aber keinen Arzt aufgesucht hat, geschweige einen PCR-Test hat machen lassen, nachweisen, dass er ein Genesener ist, wenn der Antikörpertest nichts mehr hergibt? Und muss dann jedes nicht geimpfte Chor-Mitglied vor der Probe, jeder nicht geimpfte Freund oder Verwandte an der Haustür des Besuchten, jeder nicht geimpfte Fußballfan, Festivalbesucher, Fahrgast, Horeca-Gast vor dem Einlass ins Stadion, bzw. auf die Festivalwiese, den Bus oder Zug, Café oder Restaurant ein aktuelles Schnelltestergebnis vorweisen? Und wer soll das dann kontrollieren (und bezahlen)?

    b) Sie, Herr Arimont und Herr Wagener, gestehen sich eine „wohlüberlegte Abwägung der Risiken und der Folgen für uns und die Gesellschaft“ zu. Unterstellen Sie denn den Impfskeptikern, dass diese keine solche „wohlüberlegte Abwägung“ machen?

    c) Ihre Schwarz-Weißmalerei („Lockdown oder indische Verhältnisse?“) ist eines EU-Parlamentariers schlicht und ergreifend nicht würdig. Sie unterschlagen willentlich Länder, die bei Aufhebung oder Verzicht eines Lockdowns nicht gleich in „indische Verhältnisse“ versanken (siehe Schweden, Texas, Mississippi, Südafrika, Europa im Sommer, etc.). Des Weiteren habe ich noch keinen Impfskeptiker gehört, der allen das Impfen verbieten möchte, denn nur mit einem solchen Verbot wäre ja die von Ihnen heraufbeschworene Alternative („Niemand impft sich“) möglich.

    d) Dass Sie, Herr Arimont, als (Mit)Entscheider glauben, dass das Virus, und nicht die Politik den Weg in die Normalität versperren würde, ist ein dreister Irrglaube.

  • Ja Herr Arimont wie können sie auch solch einen Irrglauben erlegen irgendetwas besser zu wissen als, der beinahe Porschemitinhaber, Herr Gerhard Schmitz.

  • Die Realität wird Herrn Schmitz schon sehr bald mit zunehmendem Impffortschritt und stark rückläufigen Infektionszahlen überholen und er sollte sich schon einmal ein neues Betätigungsfeld suchen.

  • Hallo Herr Jantz Ich freue mich schon auf den Tag wenn der Herr Gerhard Schmitz sich seine Portion "Zaubertrank" in einem Impfzentrum abholt. aber so wie ich ihn einschätze wird er sich heimlich von einem niedergelassenen Arzt impfen lassen.

  • Ich kann es nicht fassen, was hier Herr Arimont als EU-Abgeordneter vertritt. Warum unterscheibt Herr Wagener diesen Leserbrief mit? Falls dieses elektronische Impfzertifikat wirklich kommt, dann sehe ich das als Nötigung durch den Belgischen Staat. Juristisch ist es auch nicht Verfassungskonform. Auf Facebook habe ich es auch geschrieben, dass die Impfung eine sehr persönliche und freie Entscheidung bleiben muss. Denn mit den Risiken und Nebenwirkungen muss ich selbst leben. Die Impfung verspricht nur eins: Sie "kann" uns vor schweren Verläufen schützen. Die Immunität tritt noch lange nicht bei jedem ein. Mittlerweile werden auch Fälle bekannt, wo Geimpfte trotzdem einen schweren Verlauf bekommen. Eins ist sicher die Normalität ist noch lange nicht da, ob mit oder ohne Impfung. Wir werden noch viel Geduld haben müssen.

  • @ Marita Eichen

    „Wir werden noch viel Geduld haben müssen.“

    Ja, vor allem dann, wenn viele Menschen sich nicht impfen lassen. Schauen Sie doch einfach in die Länder, deren Impfkampagne am weitesten fortgeschritten ist (wie z.B. GB oder Israel). Dort ist zwar noch keine Herdenimmunität erreicht aber nur noch wenige Infektionen und Todesfälle zu beobachten.
    Die „Normalität“ im täglichen Leben ist weitestgehend wiederhergestellt.
    Worauf warten Sie?

  • Sehr geehrter Herr Leonard,

    Die „Normalität“ sieht folgendermaßen aus in Israel für diejenigen mit grünem Pass, bzw. negativem aktuellem PCR-Test: „Seit 27.4.2021 ist der Zugang zu allen Einrichtungen/Aktivitäten, für die der grüne Pass erforderlich ist, auch für Kinder und Jugendliche unter 16 mit negativem PCR-Test, der höchstens 72 Stunden alt ist, uneingeschränkt möglich. Seit 29.4.2021 sind die Einschränkungen in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgehoben.“ (Quelle: www.wko.at)

    Und wenn man nun die Entwicklung der Impfkampagne in Israel betrachtet, so scheint diese auf einem Plateau bei etwa 63% zu STAGNIEREN. Was nun? Die Kinder impfen? Bleibende Spaltung der Gesellschaft?

    Des Weiteren erwähnen weder Sie, noch die Medien, dass die Übersterblichkeit in Israel seit Anfang des Jahres deutlich höher ist als z.B. in Belgien oder Schweden, insbesondere in der Altersgruppe 65-74 Jahre, mit bis zu 40%. Was des Weiteren auffällt, ist dass, jetzt wo in Belgien die Impfquote steigt, auch hier die Übersterblichkeit in der fraglichen Altersgruppe wieder stark anzieht. Es würde mich wirklich interessieren, ob dies nur zufällige Gleichzeitigkeit ist oder ob doch vielleicht ein Zusammenhang zwischen Impfung und hoher Übersterblichkeit (selbst wenn die Corona-Zahlen fallen) besteht.

    Quelle: https://ourworldindata.org/excess-mortality-covid

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