Die Verluste ließen sich im Moment nur schwer abschätzen, teilte das Institut für Pflanzen- und Tierökologie der Russischen Akademie für Wissenschaften am Mittwoch mit. „Die verendeten Rentiere werden in der gesamten nördlichen Tundra beobachtet, darunter sind auch wilde Rentiere.“ Grund für den Hungertod sei, dass das Moos unter einer dicken Eisschicht liege und die Tiere gar nicht oder nur mit viel Kraft an ihr Futter kämen.
Hirten zeigten demnach den Forschern die abgenutzten Hufe der Rentiere, die versucht hätten, das Eis aufzubrechen. In den Wintermonaten treiben Hirten ihre Tiere auf große Weiden. Im Dezember war den Wissenschaftlern zufolge etwa im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen Regen gefallen, der dann gefror. Dass um diese Jahreszeit Regen statt Schnee fällt, ist Experten zufolge ungewöhnlich. Eine Schneedecke ist für die Rentiere kein so großes Problem wie Eis, weil sie darunter leichter Nahrung finden können. Der Frühling werde den Rentieren nun helfen, hofften die Wissenschaftler.

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