Großes Stühlerücken bei den Trainern: Der nächste Dominostein wackelt schon

<p>Zwei, die im Sommer ihren Klub wechseln: Julian Nagelsmann (links) und Marco Rose.</p>
Zwei, die im Sommer ihren Klub wechseln: Julian Nagelsmann (links) und Marco Rose. | Foto: Photo News

Der Wechsel von Julian Nagelsmann von RB Leipzig für 25 Millionen Euro zu Bayern München war erst der Anfang. Denn nun ist das Karussell mit der Top sieben der Liga so richtig in Fahrt. Am Mittwoch meldete der kicker, dass RB Leipzig sich mit Jesse Marsch als neuem Cheftrainer einig ist, was wiederum Folgen für den VfL Wolfsburg haben könnte. Auch Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach stellen sich aus freien Stücken oder gezwungenermaßen in der sportlichen Führung neu auf.

Leipzig peilt trotz des Neuanfangs, der nach der Vertragsauflösung von Sportdirektor Markus Krösche umfassend ausfällt, den nächsten Schritt an. „Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder Veränderungen auf der Trainer-, Direktoren- und Spielerseite. Und wir sind jedes Jahr stärker zurückgekommen und konnten uns weiterentwickeln“, sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. Nun soll der US-Amerikaner Marsch vom Schwesterklub Red Bull Salzburg kommen, und dessen Lücke in der Mozartstadt könnte Oliver Glasner zum Absprung in Wolfsburg bewegen. Der 46-Jährige hält sich seit Wochen zu seiner Zukunft bedeckt. Eine kolportierte Ausstiegsklausel könnte greifen – wie immer öfter.

Der Markt habe sich „dahin entwickelt“, er finde es „legitim“, stellte Gladbachs Manager Max Eberl nüchtern fest. Neu sind auch die vielen hohen Ablösen für Trainer, und die Fans rechnen damit, dass sich der Trend verstetigt. Laut einer Blitzumfrage der Voting-App FanQ im Auftrag des SID glauben 85 Prozent, dass der Nagelsmann-Transfer ein Anstoß für höhere Trainer-Ablösen in Europa sein wird.

In der Bundesliga hatte zuletzt schon Eberls Borussia für den bisherigen Frankfurter Adi Hütter 7,5 Millionen auf den Tisch gelegt, nachdem man zuvor Marco Rose für fünf Millionen an Dortmund verlor. Der bisherige BVB-Chefcoach Edin Terzic wird nun auch im Wolfsburger Dunstkreis genannt. Gleiches gilt für den Ex-Bayern Mark van Bommel.

Auch in Leverkusen soll ein Niederländer hoch im Kurs stehen – gemeint ist Erik ten Hag von Ajax Amsterdam, der einst die zweite Mannschaft von Bayern München coachte. Eine Weiterbeschäftigung von Hannes Wolf unterm Bayer-Kreuz scheint eher unwahrscheinlich. „Er ist natürlich eine Option. Aber wir werden auch in Ruhe und sehr gewissenhaft andere Möglichkeiten ausloten“, sagte Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leverkusener.

Auch für ten Haag müssten die Chefs der Werkself wohl in die Kasse greifen und eine Ablöse aufbringen – und sich gegen eine Konkurrenz womöglich auch aus der Liga durchsetzen. Denn ten Haag könnte auch ins Profil der Frankfurter passen, die nach dem Abgang von Vorstand Fredi Bobic zu Hertha BSC und Sportdirektor Bruno Hübner einen Totalumbau bewältigen müssen.

Das Gezerre um die besten sportlichen Entwickler geht weiter, es wird in den nächsten Wochen kaum langweilig werden. Und die Topklubs der Liga in der kommenden Saison teils komplett neue Gesichter haben. (sid/tf)

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