Carlo Lejeune

Carlo Lejeune hatte im ersten Teil seiner Doktorarbeit von 1991 größere Textteile „abgeschrieben“ ohne dies deutlich zu kennmerken. Nichts besagt, dass der Rest seiner Arbeit nicht auch schon eines Doktortitels würdig gewesen wäre. Bescheinigte ihm der Historiker Jean Stengers, der als erster schon 1994 Plagiatsvorwürfe anführte, doch Originalität für den gut ausgearbeiteten Teil nach dem 2. Weltkrieg. Carlo Lejeune hat nun aber selber den Schlussstrich gezogen.

Die ganze Sache hat gezeigt wie schwierig es sich manchmal im kleinen Ostbelgien leben lässt und wirft auch die Frage auf, inwiefern das GrenzEcho, die einzige ostbelgische Tageszeitung, manchmal Informationen zurückbehält. Ich gehe mal davon aus, dass das GrenzEcho auch auf der Höhe war von der Prozedur, die an der Universität in Luxemburg schon 2019 gestartet wurde. Es hat nichts dazu publiziert und ist erst in Gang geschossen, nachdem Ostbelgien Direkt die Sache publik gemacht hatte und dort auf dem Forum viel anonym geschrieben (und gestänkert) wurde. Dies obschon Carlo wohl zu den BO’s (bekannte Ostbelgier) zählte. Leider kann ich nicht nachprüfen, wann der BRF zum ersten Mal hierüber berichtete.

Ich kenne Carlo, aber nur so wie man sich eben kennt in Ostbelgien. Ich kann ihm aber eines bestätigen. Mit seiner vielfältigen Tätigkeit und seinen interessanten Veröffentlichungen hat Carlo mich bereichert. Auch wenn seine Analysen vielleicht nicht immer neutral sind. Aber Geschichtsschreibung wird ja erst wertvoll, wenn das Geschehene aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird.

Ich wünsche Carlo viel Mut für diese schwierigen Momente und hoffe, dass ich noch vieles von ihm lesen kann.

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