Seit der Finanzkrise 2008 befindet sich Ethias in den Händen der öffentlichen Hand. Beteiligt sind der Föderalstaat, die Flämische und die Wallonische Region sowie der Verbund Ethiasco, in dem vor allem Kommunen vertreten sind.
Jetzt, wo der Versicherer operativ besser dasteht, prüft die aktuelle Föderalregierung die verschiedenen Optionen. Allerdings befindet sich der gesamte Prozess noch in der Anfangsphase.
Mit einem Marktanteil von neun Prozent ist Ethias der drittgrößte Versicherer des Landes. Im Jahr 2019 sammelte das Unternehmen 2,67 Milliarden Euro an Beiträgen ein (-1 %). Der Nettogewinn belief sich auf 190 Millionen Euro (+ 12 %).
Im ersten Halbjahr 2020 erwirtschaftete der Versicherer mehr Betriebsgewinn, da die Schadenquote (Kraftfahrt- und Arbeitsunfälle) aufgrund von Corona-Maßnahmen sank.
In einer ersten Reaktion am Mittwochmorgen erklärte der föderale Wirtschaftsminister Pierre-Yves Dermagne (PS), dass ein Verkauf der Ethias-Anteile „ohne mich stattfinden wird“. Er habe die Information in der Presse gelesen und sei darüber nicht informiert, so Dermagne: „Ich nehme zur Kenntnis, dass es diese Absicht gibt, die aber im Regierungsabkommen nicht auftaucht. Wenn die Akte in der Regierung landen würde, wäre das ein No-Go.“ Als Sozialist halte er es für sehr wichtig, dass der Staat ein erfolgreicher Akteur im Banken- und Versicherungssektor bleibe.
Auf LN24 bestätigte indes Finanzminister Vincent Van Peteghem (CD&V), dass er den Versicherungsmarkt beobachte. „Wir müssen uns immer den Markt anschauen und sehen, ob es Interesse an Ethias gibt“, so Van Peteghem. (belga/mv)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren