Europas Flüchtlingspolitik: einfach unerträglich

Gewiss, Corona hat uns einiges und manch einem sogar viel zu Schweres abverlangt. Aber was seit Tagen mal kurz im Fernsehen auftaucht und nun auch im GrenzEcho zur Lage der Flüchtlinge in Bosnien ist mir ein Graus. Menschen, die in Verzweiflung ihre Heimat verlassen haben, harren vor ihrem abgebrannten, unwürdigen Lager aus, ohne Schutz vor bitterer Kälte, ohne ausreichend Nahrung und Kleidung.

Wir sehen ihre nackten Füße und ihre Plakate mit Hilfeschreien in unserem gemütlichen Wohnzimmer am Bildschirm. Sie sollten in einer Kaserne bei Sarajevo untergebracht werden! Die Bevölkerung sperrte sich aber gegen diese Aufnahme!...

So und ähnlich ergeht es Flüchtlingen in Europa und an Europas Grenzen. Informationen gibt es dazu zum Beispiel im Buch von Jan Ziegler „Die Schande Europas“. Darin wird die diplomatisch formulierte europäische Flüchtlingspolitik und ihre von unseren Steuern finanzierte Frontex-Arbeit sehr genau unter die Lupe genommen.

Fazit: eine humanitäre Schande! Ich frage mich: Wo bleiben die Menschenrechte? Wo bleibt christliche Geschwisterlichkeit? Wo einfache Mitmenschlichkeit? Natürlich werden jetzt viele lächeln. „Was versteht die schon von der komplexen Situation? Wir können doch nicht alle aufnehmen! Man täte besser daran, den Menschen in ihren Ländern zu helfen!“ Argumente rauf und runter, die mich aber nicht beschwichtigen können in meiner Überzeugung, dass die derzeitige Flüchtlingspolitik ein menschliches Desaster ist, für das ich mich zutiefst schäme.

Kommentare

  • Sie haben vollkommen Recht, die aktuelle Flüchtlingspolitik zu verurteilen!
    Und wenn man prioritär versuchen würde, den Leuten in ihrer Heimat zu helfen, wäre das natürlich nicht verwerflich. Das Problem ist aber, dass diejenigen, die sagen, die "sollen bei sich bleiben" oder "die sollen zurück in ihre Heimat", eben nicht bereit sind, diese Menschen in ihrer Heimat zu unterstützen. Ich habe erlebt, was Solidarität bedeutet, als ich mich am "Projekt Alfred" beteiligt habe. Da wird einem jungen Mann und seiner Familie geholfen, in ihrer Heimat menschenwürdig zu leben. Es ist aber extrem schwierig, die nötigen Mittel zusammenzubringen. Auch kann es immer wieder Rückschläge geben. Doch das Projekt ist inzwischen wieder auf einem guten Kurs, wenngleich weitere Hilfe immer Willkommen ist. Das zeigt, dass es trotz aller Schwierigkeiten möglich ist, zu helfen, wenn ausreichend solidarische Menschen es gemeinsam versuchen.
    Leider gibt es daneben aber auch viel zu viel Egoismus. Auch dem begegne ich immer wieder, wenn ich meine Ideen offen ausspreche und über gute Projekte rede.

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