Dieses Jahr machte das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung: Hausbesuche waren nicht möglich. Viele Sternsinger mussten wegen der Coronakrise zu Hause bleiben. Doch es gab zahlreiche Möglichkeiten für einen kontaktlosen, kreativen und solidarischen Ersatz, denn die Spendensammlung für Kinder in aller Welt ist wichtiger denn je. Aufgrund der anhaltenden Pandemie wurden zwar im Vorfeld viele kreative Ideen entwickelt, wie das Sternsingen trotzdem stattfinden kann.
Dennoch wurde die Aktion, von Haus zu Haus zu gehen, also Hausbesuche zu machen, aufgrund des Lockdowns von offizieller Seite abgesagt, um unnötige Kontakte zu verhindern und keinerlei Risiko im Blick auf die Verbreitung des Virus einzugehen.
Wie viele andere kirchliche Initiativen waren die Sternsinger durch Corona vor viele Herausforderungen gestellt. Doch es gab viele kreative Ideen und Lösungen, die Haussegnung, die normalerweise von den Sternsingern vorgenommen wird, in der eigenen Familie durchzuführen.
Lange hatten die Verantwortlichen der inzwischen 37. Sternsingeraktion in Ostbelgien damit gerechnet, dass die Kinder und Jugendlichen von Haus zu Haus gehen könnten. Dazu wurde auch ein umfangreiches Schutzkonzept erarbeitet und den ostbelgischen Bürgermeistern zugeleitet. Die Aktion von Haus zu Haus war dann doch nicht möglich.
Zuerst gab es natürlich eine Enttäuschung, viele Kinder hatten sich ja auf das Sternsingen und den Gang von Haus zu Haus gefreut. Darauf folgte aber großes Verständnis – und dann begann schon das Überlegen, wie es anders laufen könnte. Kinder sind flexibel und begeisterungsfähig für Neues. Sie haben unter den veränderten Bedingungen die Wichtigkeit ihres Engagements für Kinder in anderen Ländern erkannt. Die Pfarrverbände und die Verantwortlichen der Sternsingeraktion Ostbelgiens hatten sich eine Reihe von Alternativen ausgedacht, etwa Segenskarten zu erstellen, die kontaktlos in die Häuser gebracht wurden. In manchen Orten brachten die Sternsinger einen Segensaufkleber mit einem Gebet in die Briefkästen, oder sie wurden mit dem Pfarrbrief verteilt. Manche Sternsingergruppen stellten sich in Kirchen auf und empfingen auf Abstand die Besucher, um ihnen einen Segensaufkleber mit einem Gebet anzubieten. In anderen Kirchen wiederum wurde gesegnete Kreide ausgelegt, um den Segen selber zu Hause anzubringen. Mit einfachen Hilfsmitteln ließ sich die Haussegnung so auch ohne den Besuch der Sternsinger begehen. Vielleicht könnte das auch eine Chance sein, um die Bedeutung der Haussegnung neu zu entdecken. Dass in diesen Zeiten der Corona-Pandemie vieles anders ist, eröffnet auch die Möglichkeit, manches anders zu begehen, als das in den Vorjahren der Fall war. Mancherorts wurden Überweisungsträger ausgeteilt, mit deren Hilfe man das Geld direkt auf das Konto der Sternsingeraktion überweisen konnte. Vielerorts gab es eine Spendenbox in der Kirche, um für das Sternsingerprojekt zu spenden.
Corona lässt die Not
in der Welt nicht verschwinden, sondern verschärft sie teilweise sogar noch.
Das Coronavirus lässt die vielfältige Not in der Welt nicht verschwinden – es verschärft sie teilweise sogar noch. Umso wichtiger war es, dass Spendengaben nicht ausblieben, auch wenn die traditionelle Sammelaktion in diesem Jahr nicht möglich war. Einige Sternsingergruppen in größeren Orten stellten sich auf zentrale Plätze und konnten dort besucht werden. Es gab natürlich auch eine Vielzahl digitaler Angebote: Vielerorts entstanden kleine Videos, damit die Sternsinger online ins Haus kommen konnten. In manchen Pfarrverbänden hatten die Sternsingerbegleiter(innen) viele motivierende Anregungen, Ideen wurden entwickelt – zumal nicht wenige in dieser Zeit daran schon gewöhnt waren, Alternativen zu finden. Denn eins war klar: Nichts machen war keine Alternative.
Beeindruckend war, dass auch ältere Menschen in den Seniorenzentren nicht vergessen wurden und nach Möglichkeiten gesucht wurde, sie zu erreichen. Nach einem Jahr, das von Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen geprägt war, sollten gerade diese Einrichtungen nicht allein gelassen werden, betonten die ostbelgischen Sternsingerverantwortlichen.

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