Plötzlich kommt Mbappé: Paris jubelt fünffach in Brügge

<p>Großer Jubel bei Paris St. Germain: Die Franzosen überrollten Brügge regelrecht.</p>
Großer Jubel bei Paris St. Germain: Die Franzosen überrollten Brügge regelrecht. | Foto: Photo News

Vor dem Anpfiff sorgte Brügge-Trainer Philippe Clement für eine kleine Überraschung. Der 45-jährige Coach rotierte den erst 18-jährigen Charles De Ketelaere, der bis dato nur ein (!) Profispiel für die Gastgeber absolviert hatte, für den rotgesperrten Ruud Vormer (31) in die Startelf.

Die Gäste aus Paris, die mit Nationalspieler Thomas Meunier (28) im Gepäck über die Grenze gereist waren, mussten indes auf die Dienste von Superstar Neymar verzichten. Der Brasilianer saß gegen „Blauw en Zwart“ eine Sperre ab. Aber auch ohne den 27-jährigen Wirbelwind konnte das Team von Cheftrainer Thomas Tuchel in der Anfangsphase überzeugen – und treffen. Stürmer Mauro Icardi konnte nach schöner Vorarbeit von Angel Di Maria bereits nach sieben Spielminuten zum 0:1 einnetzen. Dicke fünf Minuten später hätte Nationalkeeper Simon Mignolet fast zum zweiten Mal das Leder aus dem Netz fischen müssen. Di Maria tauchte urplötzlich vor dem Gehäuse des Roten Teufels auf, platzierte den Ball aber links neben das Tor.

Brügge, angepeitscht von knapp 29.000 Zuschauern im ausverkauften Jan-Breydel-Stadion, zeigte sich von dem pfeilschnellen Offensivspiel der Pariser, die ab der 25. Minute einen Gang herunterschalteten, aber wenig beeindruckt. Der Tabellenführer der 1. Division mobilisierte alle Kräfte und versuchte nach seinen Möglichkeiten immer wieder den Kasten von Keylor Navas zu erobern, und das vor allem über die Außenbahnen. Von Erfolg gekrönt waren die Aktion in den ersten 45 Minuten aber nicht. Die einzige nennenswerte Torchance für Brügge fabrizierte übrigens ein PSG-Akteur. Torhüter Navas hätte durch eine Slapstick-Aktion (31.) fast das 1:1 gezaubert. Der 32-jährige Ex-Real-Profi setzte (ungewollt) einen Abschlag aus dem Sechzehner genau auf den Rücken von Youngster De Ketelaere. Von dort aus katapultierte das Spielgerät sich in Richtung PSG-Gehäuse, aber nicht über die Linie.

In den ersten Minuten der zweiten Hälfte spiegelte sich ein ähnliches Bild wie im ersten Spielabschnitt wider: Brügge versuchte, Paris lauerte – mit Erfolg. Erst konnte der eingewechselte Superstar Kylian Mbappé eine Hereingabe von Di Maria (61.) per Kopf verwandeln, kurz darauf war Icardi mit dem Fuß erfolgreich (63.). Nach dem blitzschnellen Doppelschlag von PSG ließ „Blauw en Zwart“ aber nicht die Köpfe hängen, sondern versuchte in geordneter Manier das Spiel nicht komplett den Gästen zu überlassen. In der 69. wären die Brügger sogar fast belohnt worden: Krépin Diatta konnte sich im Strafraum durchtanken und den Ball gekonnt im Netz versenken. Jubeln durfte der Mittelfeldspieler aber nicht. Denn Schiedsrichter Daniel Siebert hatte zuvor auf Abseits entschieden.

Nicht zurückpfeifen musste der deutsche Unparteiische Frankreich-Bomber Kylian Mbappé. Der erst 20-jährige Stürmer konnte sich noch zweimal in seiner gewohnten Schnelligkeit extrem freilaufen und FCB-Keeper Simon Mignolet überwinden (78., 84.).

In den letzten knapp fünf Minuten passierte auf dem satten Grün nicht mehr wirklich viel, sodass Paris am Ende des Abends als verdienter Sieger auf dem Platz stand. Brügge muss sich nach der 0:5-Pleite aber nicht verstecken. Das Team von Philippe Clement hat lange gekämpft und phasenweise eine gute Moral gezeigt, bis es komplett unterging.

Das Rückspiel steigt am 6. November in Paris.

Tops des Spiels:

De Ketelaere: Bei seinem ersten großen Auftritt im Trikot von „Blauw en Zwart“ ließ der 18-Jährige sich nicht beeindrucken und kassierte für seinen Übermut sogar Gelb.

Mbappé: Kaum steht der französische Superstar auf dem Platz, scheint bei PSG alles von alleine zu klappen.

Respekt: Als Thomas Meunier kurz vor Spielende verletzt vom Platz muss, bekommt er auch Applaus der Fans seines Ex-Vereins.

Flops des Spiels:

Zeitspiel: Nicht nur PSG-Keeper Keylor Navas spielte bereits unmittelbar nach dem frühen Führungstreffer auf Zeit. Dabei hätte Paris das überhaupt nicht nötig gehabt.

Torchancen: Schüsse aufs Tor waren am Dienstagabend im Jan-Breydel-Stadion Mangelware bei den Brügger Hausherren.

Niederlage: Am Ende ließ sich Brügge von Paris und Mbappé einfach nur noch überrollen. Schade für die Zuschauer.

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