Pfiffige Idee: 26-jährige Belgierin vereinfacht Krückennutzern das Leben

<p>Hat mit ihrer Erfindung den Durchbruch geschafft: Marie Van den Broeck.</p>
Hat mit ihrer Erfindung den Durchbruch geschafft: Marie Van den Broeck. | Foto: privat

Krücken sind Segen und Fluch zugleich. Einerseits helfen die Gehstützen lädierten Personen sich fortbewegen zu können, andererseits brauchen die Geschädigten beim Benutzen der Mobilitätshilfe oft auch Nerven wie Stahlseile. „Vor allem zwei Probleme machen den Betroffenen immer wieder zu schaffen. Da wären zum einen die wunden Hände und zum anderen, und damit hatte meine Oma oft zu kämpfen, dass die Krücken nicht gerade selten zu Boden fallen“, berichtet Marie Van den Broeck der Studio-Brussel-Moderatorin Eva De Roo, die die studierte Produktdesignerin im Rahmen ihrer Video-Serie „Eva ontmoet__“ (zu Deutsch „Eva trifft__“) zum Tête-à-tête im Genter Café Ventura getroffen hat.

Gerade vor dem Hintergrund, dass ihre Großmutter unter dem „ständigen“ Umkippen der Gehilfen zu leiden hatte – „das passiert zwischen 20 und 30 Mal am Tag“ –, setzte sich Marie Van den Broeck zum Ziel, Abhilfe zu schaffen, und das ist ihr gelungen. Mit „MySleeve“ hat die 26-Jährige vor knapp zwei Jahren ein Produkt auf den Markt gebracht, das die Geduldsfäden von Krückennutzern nicht reißen lässt – zumindest nicht so schnell.

Auf den ersten Blick erinnert der rutschfeste „MySleeve“ an ein aufgerolltes Kondom - und auch beim Anbringen der Silikonhülle auf den Griffen der Gehhilfen lassen sich durchaus Vergleiche mit dem „Anlegen“ eines Präservativs ziehen. Der Clou unter der Silikonschicht: ein Gelpatch. „Das sorgt dafür, dass die Druckpunkte der Hand gleichmäßig verteilt werden, wodurch das Wundreiben vermieden wird“, erklärt Marie Van den Broeck.

Das Problem mit dem Umfallen der Gehstützen hat die junge Unternehmerin ganz einfach mit Magneten, die sich im vorderen Teil der „MySleeve“ befinden, gelöst. „Dadurch lassen sich die Krücken zusammenklicken, wodurch die Hände frei sind, um Anrufe auf dem Handy anzunehmen, Türen zu öffnen oder was auch immer zu tun ist“, erläutert die Erfinderin. Damit aber nicht genug: Denn mithilfe des Magneten lässt sich eine zu Boden gefallene Krücke auch ohne große Mühe aufheben. Das gilt übrigens auch für Schlüssel oder Kleingeld, eben alle (kleinen) Gegenstände, die magnetisch sind.

Nicht nur die flämische Radiomoderatorin Eva De Roo ist von der Innovation begeistert. Auch in London hat „MySleeves“ Eindruck hinterlassen. Sogar so sehr, dass die Erfindung vor Kurzem in der Kategorie „Produkt“ der Beazley Designs of the Year, einer alljährlich stattfindenden Zelebrierung des London Design Museums, nominiert wurde. „Das ist ein weltweit renommierter Award. Die Auserwählung hat uns sehr geehrt“, meint Marie Van den Broeck. (calü)

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